Leichtathletik online wetten in der Schweiz – was erlaubt ist und was es kostet
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Aktualisiert am Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten (Version 10.09.2026) und gegen die Spielregeln Sporttip 4.2.
Wer in der Schweiz auf Leichtathletik wetten will, hat es mit einer ungewöhnlichen Ausgangslage zu tun: Es gibt genau zwei Veranstalter mit einer Schweizer Bewilligung – Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide dürfen nur das anbieten, was die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten zulässt. Wer eine Wettplattform aus dem Ausland nutzt, spielt ohne diese Bewilligung – mit anderen Regeln, ohne Schweizer Spielsperre und mit Steuern, die je nach Konto anders ausfallen. Die folgenden Abschnitte erläutern, worauf es bei Leichtathletik-Wetten ankommt, wie sich Diamond League und Weltmeisterschaften unterscheiden, wie Marge und Quote das Wetten beeinflussen und welche Möglichkeiten für Sportwetten in der Schweiz bestehen.
Leichtathletik als Wettsport: Disziplinen, Spielplan, Rekorde
Leichtathletik ist mehr als «Laufen». Die Sportart gliedert sich in die vier Bereiche Lauf, Gehen, Sprung und Stoss/Wurf. Die Mehrkämpfe kombinieren Disziplinen aus allen Gruppen ausser dem Gehen – im Freien der Zehnkampf der Männer und der Siebenkampf der Frauen, in der Halle der Siebenkampf der Männer und der Fünfkampf der Frauen. In Sprung- und Wurfdisziplinen hat jede Athletin und jeder Athlet drei Versuche, Vorrunden gibt es dort nicht. Das prägt das Wetten: Wer auf eine Weite oder Höhe setzt, wettet auf drei Versuche, nicht auf eine Qualifikationsrunde.

Die Weltmeisterschaften finden seit 1983 mit dem vollen olympischen Programm statt, zunächst alle vier Jahre, seit 1991 alle zwei Jahre. Rekorde im Freien werden in der Leichtathletik seit 1960 nur anerkannt, wenn sie auf einer 400-m-Bahn aufgestellt wurden, Hallenrekorde nur auf 200-m-Bahnen. Für Wetten bedeutet das: Weltrekord-Marken sind an die Bahn gebunden, ein Windmesser entscheidet über die Anerkennung, und eine Leistung aus dem Training zählt nicht.
Diamond League, WM und Hallensaison im Überblick
Die Diamond League wird seit 2010 von World Athletics ausgetragen, der Weltverband hiess bis 2019 IAAF. Sie startete 2010 mit 14 Meetings und 32 Diamond-Disziplinen. Für 2025 und 2026 nennt die Diamond-League-Seite jeweils 15 Meetings. Seit 2017 erhalten die ersten acht Athletinnen und Athleten eines Meetings Punkte in absteigender Skala von 8 bis 1; diese Punkte entscheiden über die Qualifikation für die Disziplinfinals. Die Meetingserie ist also kein Rundenzählen, sondern ein Punktesystem – wer vorne liegt, zieht ins Finale ein.

Die Hallensaison beginnt üblicherweise im Januar, die Freiluftsaison ab Mai. Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele liegen zwischen Juni und September. Dazwischen liegen Continental-Tour-Meetings und nationale Meisterschaften. Für Wetten heisst das: Die Veranstaltungsdichte ist hoch, viele Meetings finden am selben Wochenende statt, und kleinere Meetings kommen oft nur in Spezialwetten vor.
Fehlstart und Reaktionszeit: ein Sonderfall im Sprint
Bei einem Fehlstart in der Leichtathletik gilt ein Start als verfrüht, wenn die Reaktionszeit unter 0,100 Sekunden liegt. Seit 2009 riskieren Athletinnen und Athleten die sofortige Disqualifikation. Vor 2003 durfte nach einem Fehlstart erneut gestartet werden, die Disqualifikation kam erst beim zweiten. Von 2003 bis 2009 führte der erste Fehlstart zu einer Verwarnung für das gesamte Feld. Für eine Wette auf Sprint oder Hürden bedeutet das: Eine Disqualifikation wegen Fehlstarts ist kein Ausrutscher mehr, sondern ein realistischer Ausgang, und sie kann den Wettausgang komplett umdrehen, etwa wenn der Favorit im Vorlauf ausscheidet.
Welche Wettmärkte und Veranstaltungen die Gespa-Liste zulässt
Die Gespa – die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern – führt die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Die Liste ist abschliessend: Was nicht draufsteht, darf in der Schweiz nicht angeboten werden. Leichtathletik gehört zu den bewilligten Sportarten, ebenso Diamond League, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Olympische Spiele. Die Liste zeigt weder Eckball- noch Kartenmärkte, wie sie im Fussball üblich sind – solche Märkte gibt es in der Leichtathletik schlicht nicht, und die Liste enthält auch keine Esports-Sektion. Was angeboten werden darf, sind vor allem Siegerwetten, Platzwetten und Head-to-Head-Vergleiche, dazu Qualifikationswetten, sofern die Qualifikation auf der Liste steht, und Ranglistenwetten, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet.
Was nicht angeboten werden darf: Wetten auf Trainingsläufe, auf Wetter, auf politische Ereignisse und auf TV-Shows. Frauenwettbewerbe sind nur dann zugänglich, wenn sie eigens auf der Liste stehen. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach dem Geldspielgesetz sowieso ausgeschlossen.
Wer in der Schweiz Leichtathletik-Wetten anbieten darf
In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von zwei Veranstaltern angeboten werden, beide gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) und das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Eine ausländische Bewilligung – aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, spielt ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anschluss an die Schweizer Spielsperre und ohne Schweizer Rekursweg.
Die Aufsicht liegt bei der Gespa, nicht bei der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel; die Gespa-Liste bestimmt, was gespielt werden darf. Die Nettoerträge gehen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Swisslos Sporttip – Veranstalter für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein
Die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel veranstaltet Sporttip. Sporttip wird in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von 562 Mio. CHF, davon 506 Mio. an die kantonalen Fonds und 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten 109 Mio. CHF, nach 122 Mio. im Jahr 2024.
Loterie Romande Jouez Sport – Veranstalter für die Westschweiz
Die Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie hat ihre Kontaktadresse in Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann kein Konto bei der Loterie Romande eröffnen, und umgekehrt.
Wie Odds und Marge in der Leichtathletik zusammenwirken
Die Quote, die ein Anbieter auf einen Ausgang stellt, ist kein neutraler Wahrscheinlichkeitswert. Hinter jeder Quote steht die Marge des Anbieters, der Anteil, den er pro eingesetztem Franken für sich behält. Eine Marge von fünf Prozent heisst: Von jedem Franken, der insgesamt auf einen Markt gesetzt wird, zahlt der Anbieter 95 Rappen als Gewinn aus, fünf behält er. Aus Sicht der Wettenden heisst das: Selbst wenn alle Ausgänge «fair» bewettet würden, gehen langfristig fünf Prozent des Umsatzes verloren, ohne dass ein Wetten gewonnen oder verloren wurde.
Beispielrechnung: Stehen die beiden Läufer eines 100-m-Finales beide bei Quote 1.90, so ergibt sich die Auszahlungsquote als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90). Beide Summanden sind 0,5263, addiert ergeben sie rund 1,0526, der Kehrwert 0,9501. Die Auszahlungsquote liegt damit bei rund 95 %, die Marge bei rund 5 %, je nach Rundung der Quoten ergibt sich eine Bandbreite von etwa 4,5 % bis 5,5 %. Bei einem Endlauf mit acht Athleten und Quoten, die sich über die Spitze und das Mittelfeld verteilen, fällt die Marge tendenziell höher aus, weil mehr Ausgänge addiert werden, die Quote auf den Aussenseitern aber attraktiv wirkt. Die Marge ist also keine fixe Grösse pro Sportart, sondern eine Eigenschaft des Marktes, der Zahl der Ausgänge und der Verteilung der Quoten.
In der Leichtathletik kommt ein zweiter Effekt dazu: Viele Meetings haben nur eine Handvoll Starter, der Markt ist dünn, und eine einzige Hiobsbotschaft – ein kurzfristiger Ausfall, eine Verletzung im Aufwärmen – kann den Markt vollständig verschieben. Der Anbieter reagiert mit Quotenbewegungen, oft erst sehr spät. Wer dann noch setzt, zahlt tendenziell eine höhere Marge.
Einsatz, Gewinn und Cash-Out bei Sporttip
Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei Sporttip beträgt 1 CHF, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette 1’000 CHF und für eine Systemwette 10’000 CHF. Sporttip darf die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Auszahlung ist die Quote multipliziert mit dem Einsatz: Wer 10 CHF auf Quote 3.20 setzt, erhält im Erfolgsfall 32 CHF zurück, der Nettogewinn ist 22 CHF.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Pre-Match-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer einen Boost nutzt, sollte prüfen, ob der Cash-Out dadurch wegfällt – der Vorteil eines Boosts schmilzt, wenn die Wette vorzeitig ausgestiegen werden muss.
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und Swisslos garantiert Cash-Out nicht für jeden Markt. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn, wenn man die Wette laufen lässt, und hängt vom Stand der Sportereignisse ab. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann der Anbieter Wetten mit Quote 1.00 werten.
Wer in der Schweiz online wettet: Voraussetzungen und Schutzregeln
Eine Online-Registrierung bei Swisslos ist ab 18 Jahren möglich, mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Für die Loterie Romande gilt Entsprechendes im Westschweizer Vertragsgebiet. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei 9’999 CHF, unter 21 Jahren bei 1’000 CHF. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – eine bewusste Schutzfrist, die spontane Erhöhungen während eines Spiels verhindern soll. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Gespa schreibt eine oder mehrere maximale Werte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste vor; die Obergrenze kommt vom Spieler, nicht vom Staat. Eine schweizweite fixe Einsatzobergrenze gibt es nicht.
Spielsperre: Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer ausgesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.
Verantwortungsvolles Wetten: was bei Einzelwettkämpfen zählt
Leichtathletik ist eine Sportart der kleinen Unterschiede. Hundertstelsekunden, Zentimeter, Millimeter entscheiden über Sieg und Niederlage. Wer auf einen 100-m-Lauf wettet, setzt auf eine Disziplin, in der schon ein Rückenwind von 0,1 m/s über die Anerkennung einer Zeit entscheidet, in der Fehlstarts zur Disqualifikation führen und in der ein gestolperter Einstieg in die Kurve alles umwirft. Das macht Prognosen schwer, und das macht Kontrolle umso wichtiger.
Drei Hebel, die jeder Wettende kennen sollte:
- Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, vor der ersten Wette gesetzt, mit 72-Stunden-Frist für jede Erhöhung.
- Spielsperre, freiwillig für 1 bis 180 Tage, oder unbefristet über das schweizerische Register, das auch für Casinos gilt.
- Beratung bei Fachstellen, wenn das Wetten beginnt, das eigene Verhalten zu bestimmen. Die Gespa testet regelmässig die Verkaufsstellen: Bei Testkäufen 2025 wurde in 47,5 % von 200 Fällen an Minderjährige verkauft – das Verkaufsstellennetz ist also nicht der sichere Hafen, als der es manchmal dargestellt wird.
Selbstkontrolle heisst hier: Wer auf eine Einzeldisziplin setzt, sollte sich bewusst sein, dass das Ergebnis von einer Reaktionszeit unter 0,100 Sekunden abhängen kann, von einem Wind, der nicht in der eigenen Hand liegt, und von einer Verletzung, die sich erst im Aufwärmen zeigt. Das sind keine Hindernisse, das ist die Disziplin.
Die zwei Schweizer Anbieter im Vergleich
Der Vergleich beschränkt sich auf bewilligte Veranstalter, weil nur sie Sportwetten in der Schweiz anbieten dürfen. Die ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung folgen anschliessend als Übersicht, ohne Wertung als gleichwertige Alternative.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter und Spielbewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja – eine der zwei bewilligten Veranstalterinnen | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja – eine der zwei bewilligten Veranstalterinnen | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Produkt Jouez Sport |
| BillyBets | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Jackbit | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Betovo | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Gamdom | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Cloudbet | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| HighFlyBet | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| BetPanda | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| PowBet | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
Swisslos Sporttip
Sporttip ist der eine der zwei bewilligten Anbieter und deckt die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein ab. Eine Online-Teilnahme ist ab 18 Jahren mit Wohnsitz im Vertragsgebiet möglich, mit Ausweisprüfung und gegen Adressdatenbanken. Vor der ersten Wette werden Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Wettmärkte umfassen Einzel-, Kombinations- und Systemwetten, Mindesteinsatz 1 CHF, Höchsteinsatz 1’000 CHF pro Einzel- oder Kombiwette, 10’000 CHF pro Systemwette. Cash-Out ist verfügbar für Pre-Match- und Livewetten, aber nur als vollständiges Cash-Out, nicht garantiert für jeden Markt. Quotenboosts und Profitboosts sind nur online nutzbar, pro Person einmal und in Einsatz und Höhe limitiert, bei Cash-Out verfällt der Boost. Für Leichtathletik heisst das: Das Angebot folgt der Gespa-Liste, also vor allem Sieger- und Platzwetten auf bewilligte Meetings, Diamond League und Weltmeisterschaften, weniger Spezialmärkte als bei internationalen Plattformen.
Urteil: Sporttip ist die einzige legal zugängliche Anlaufstelle für die grosse Mehrheit der Deutschschweizer Wettenden. Die Verlustlimiten zwingen zu einer Vorab-Buchhaltung, und die 72-Stunden-Frist für Erhöhungen ist ein wirksamer Schutzwall gegen impulsive Reaktionen. Wer damit leben kann, dass es keine 200 Märkte pro Meeting gibt und dass Cash-Out nicht garantiert ist, findet hier ein klar reguliertes Angebot.
Loterie Romande Jouez Sport
Jouez Sport ist der andere der zwei bewilligten Anbieter, zuständig für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Online-Teilnahme ist auf Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet beschränkt, die Identitätsprüfung folgt demselben Standard wie bei Swisslos. Das Sportwettenangebot umfasst Leichtathletik im Rahmen der Gespa-Liste, dazu Fussball, Eishockey, Tennis und andere bewilligte Sportarten. Verkaufsstellen gibt es in der Westschweiz 2’350, was für die Region ein dichtes Netz bedeutet. Für Leichtathletik gilt: Was die Gespa-Liste für die Westschweiz zulässt, ist grundsätzlich identisch mit dem Deutschschweizer Angebot, da die Liste schweizweit gilt.
Urteil: Für Wettende in der Romandie und im Jura die einzige bewilligte Adresse. Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, hat keine legale Alternative zu Jouez Sport. Wer im Deutschschweizer Vertragsgebiet wohnt, hat umgekehrt keinen Zugang zum Westschweizer Angebot – diese Trennung gehört zur Schweizer Wettlandschaft.
BillyBets
BillyBets ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenz, die der Anbieter ausweist, hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). BillyBets ist nicht an das Schweizer Spielsperrenregister angeschlossen, Wettende haben keinen Schweizer Rekursweg, und die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren. Für Schweizerinnen und Schweizer heisst das: Die Verlockung grösserer Märkte und höherer Quoten wird mit dem Wegfall des gesamten Schutzes erkauft, und die Frage, ob ein Gewinn tatsächlich ausgezahlt wird, hängt am Sitz des Anbieters und an dessen AGB.
Urteil: Wer in der Schweiz wohnt, sollte wissen, dass er hier ohne Bewilligung, ohne Sperre und ohne Schweizer Rekurs spielt. Für eine Wettentscheidung in der Leichtathletik ist das ein anderes Risiko als bei Sporttip, und die ausländische Lizenz hilft im Streitfall in Bern nicht weiter.
Jackbit
Jackbit fällt in dieselbe Kategorie wie BillyBets: ausländische Plattform, keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an die Spielsperre, Domain möglicherweise auf der Gespa-Sperrliste. Welche Leichtathletik-Märkte und welche Quoten Jackbit anbietet, ist Sache der Plattform und ändert sich häufig. Ohne Schweizer Bewilligung gilt: Wer spielt, spielt ohne die Schutzmechanismen, die in der Schweiz vorgesehen sind.
Urteil: Aus den gleichen Gründen wie bei BillyBets kein gleichwertiger Ersatz für ein bewilligtes Angebot. Für die Frage, ob und wie auf Leichtathletik gewettet wird, ist die Plattform im Schweizer Kontext nur eine Randnotiz.
Betovo
Auch Betovo ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Lizenz im Ausland, in der Schweiz ohne Wirkung, kein Anschluss an die Spielsperre, Domain blockierbar. Wer hier spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Werbung mit «attraktiven Quoten» an die Aufmerksamkeit und nicht an den Schutz des Spielenden appelliert. Der Markt in der Schweiz bleibt auf zwei Anbieter beschränkt.
Urteil: Dito, ohne Schweizer Bewilligung kein gleichwertiger Ersatz. Das ausländische Angebot kann mehr Märkte und höhere Quoten zeigen, der Wegfall von Spielsperre, Bewilligung und Rekurs ist der Preis.
Gamdom
Gamdom fällt in dieselbe Kategorie. Ausländische Plattform, keine Schweizer Bewilligung, in der Schweiz ohne Schutzrahmen. Für eine Übersicht genügt die Feststellung, dass die Plattform nicht zu den zwei bewilligten Anbietern in der Schweiz gehört und das auch nicht sein kann, solange das Geldspielgesetz die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt.
Urteil: Kein gleichwertiger Ersatz für bewilligte Anbieter. Für die Frage, ob Leichtathletik in der Schweiz legal gewettet werden kann, zählt diese Plattform nicht.
Cloudbet
Cloudbet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Lizenz im Ausland, in der Schweiz ohne Wirkung, kein Anschluss an das schweizerische Spielsperrenregister. Welche Märkte und Limits Cloudbet für Leichtathletik anbietet, ist Sache der Plattform und gehört in deren AGB, nicht in eine Schweizer Bewertung.
Urteil: Dito. Aus Schweizer Sicht keine bewilligte Adresse für Leichtathletik-Wetten, das ausländische Angebot trägt die üblichen Risiken ohne Schweizer Schutzrahmen.
HighFlyBet
HighFlyBet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Wie alle Plattformen in dieser Kategorie: Lizenz im Ausland, in der Schweiz ohne Wirkung, Domain blockierbar über die Gespa-Sperrliste.
Urteil: Kein Ersatz für Sporttip oder Jouez Sport. Das Marketing kann noch so viele Disziplinen listen, der Schweizer Rechtsrahmen kennt nur zwei Veranstalter.
BetPanda
BetPanda gehört zur selben Kategorie: ausländisch, keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an die Spielsperre. Das Kürzel .io zeigt schon, dass die Plattform nicht in der Schweiz beheimatet ist.
Urteil: Keine bewilligte Adresse in der Schweiz. Wer in der Schweiz wohnt und auf Leichtathletik wetten will, hat hier keine legale Anlaufstelle.
PowBet
PowBet schliesst die Reihe der ausländischen Plattformen ohne Schweizer Bewilligung ab. Lizenz im Ausland, in der Schweiz ohne Wirkung, Domain potenziell auf der Gespa-Sperrliste.
Urteil: Kein gleichwertiger Ersatz für bewilligte Anbieter. Für die Schweizer Marktbeurteilung von Leichtathletik-Wetten bleibt PowBet eine Randnotiz.
Steuern, Werbung und der Blick über die Grenze
Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und erst darüber steuerpflichtig. Der Bund setzt den Freibetrag seit dem 1. Januar 2026 auf 1’071’000 CHF (zuvor 1’070’400 CHF im Jahr 2025), der kantonale Freibetrag fällt je nach Kanton anders aus – ein einzelner Betrag wäre also falsch. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die Wettenden über die Steuererklärung zurückholen können. Für die meisten Wettenden liegt ein einzelner Gewinn klar unter dem Freibetrag, weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer fallen an. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.
Anders bei ausländischen Anbietern: Die Verrechnungssteuer greift hier nicht, dafür behandelt die kantonale Praxis des Thurgaus Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerpflichtiges Einkommen. Andere Kantone gehen weniger streng vor, aber das ist ihre Sache. Wer im Ausland wettet, sollte vor der ersten Auszahlung klären, wie sein Konto Gewinne behandelt.
Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit einer Busse bis zu 500’000 CHF bestraft werden (Art. 131 BGS). Wer als Anbieter ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden selbst werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und der Schutzrahmen, den das Gesetz vorsieht, gilt nicht.
Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren. Ende 2025 umfasste die Liste 671 Domains, sie wird laufend aktualisiert. Blockierte Domains tauchen oft unter neuen Adressen wieder auf, das sogenannte Domain-Hopping – die Gespa nennt in diesem Zusammenhang unter anderem Interwetten und Bet-at-Home und führt auch bet365 auf der Liste.
Was ein Bonus, eine Free Bet oder ein «Boost» in der Leichtathletik wirklich bedeutet
Die Werbung spricht von «risikofreien Wetten», «Boosts» und «Gratiswetten», die Mechanik dahinter ist nüchterner. Eine Gratiswette, deren Einsatz bei einem Gewinn nicht zurückgezahlt wird, ist nur den Nettogewinn wert, nicht den Einsatz. Wer eine 10-CHF-Gratiswette auf Quote 4.00 setzt, gewinnt im Erfolgsfall 30 CHF, nicht 40. Die erwartete Auszahlung hängt von der Marge des Marktes ab, auf den gesetzt wird: Ist die Marge 5 %, so liegt der Marktwert der Gratiswette ungefähr beim Nettogewinn multipliziert mit der Auszahlungsquote. Bei 30 CHF Nettogewinn und 95 % Auszahlungsquote sind das rund 28,50 CHF, nicht 30. Die Differenz ist klein, aber sie ist real.
Ein Quotenboost erhöht die Quote für eine bestimmte Wette, oft mit Konditionen: nur online, nur Einzelwetten, nur einmal pro Person, bei Cash-Out verfällt der Boost. Ein Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn um einen Prozentsatz, der Anbieter definiert das Sportereignis, auf das er sich bezieht. Wer einen Boost nutzt, sollte die genauen Konditionen lesen, der Marketing-Wert stimmt fast nie mit dem tatsächlichen Wert überein.
Ein Cash-Out, der angeboten wird, ist nicht der volle Gewinn, sondern ein Betrag, den der Anbieter festlegt und der vom Stand des Sportereignisses abhängt. Bei Sporttip kann er jederzeit geändert werden, eine Garantie für jeden Markt gibt es nicht. Wer mit Cash-Out plant, sollte sich bewusst sein, dass der Cash-Out-Betrag fast immer kleiner ist als der Gewinn, den die Wette bei natürlichem Ausgang hätte, und dass er sich nicht zurücknehmen lässt, sobald er ausgeführt ist.
Häufige Fragen zu Leichtathletik-Wetten in der Schweiz
Gehört Leichtathletik zu den Sportarten, die Schweizer Veranstalter laut der Gespa-Liste anbieten dürfen?
Ja, Leichtathletik steht auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten. Diamond League, Welt- und Europameisterschaften sowie Olympische Spiele sind ebenfalls gelistet. Was nicht auf der Liste steht, darf in der Schweiz nicht angeboten werden, etwa Wetten auf Trainingsläufe oder Eckballmärkte, die es in der Leichtathletik ohnehin nicht gibt. Die Liste wird regelmässig aktualisiert, Wettende prüfen die aktuelle Version vor der Wette.
Wie wirkt sich eine verfrühte Reaktionszeit beim Start auf Wetten aus, wenn ein Athlet disqualifiziert wird?
Seit 2009 führt eine Reaktionszeit unter 0,100 Sekunden zur sofortigen Disqualifikation. Vor 2003 durfte nach einem Fehlstart neu gestartet werden, von 2003 bis 2009 gab es eine Verwarnung für das ganze Feld. Wer auf einen Sprint oder Hürdenlauf wettet, sollte die Disqualifikation als realistischen Ausgang einplanen, ein gestarteter Fehlstart kann den Wettausgang komplett umdrehen. Sporttip wertet Wetten, die nach dem tatsächlichen Ereignis platziert werden, mit Quote 1.00.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge des Anbieters?
Die Auszahlung ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1). Beispiel: 10 CHF auf Quote 3.20 ergeben 32 CHF zurück, 22 CHF Nettogewinn. Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter vom Marktumsatz einbehält. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1.90 liegt die Marge bei rund 5 %, die Auszahlungsquote bei rund 95 %. Je mehr Ausgänge ein Markt hat und je grösser die Spanne zwischen Favorit und Aussenseiter, desto höher fällt die Marge typischerweise aus.
Warum sind Wetten auf Einzelwettkämpfe mit kleinen Zeitunterschieden besonders schwer vorherzusagen?
Leichtathletik entscheidet sich oft in Hundertstelsekunden, Zentimetern oder Millimetern. Ein Rückenwind von 0,1 m/s, ein verpatzter Startblock, ein Stolpern in der Kurve oder eine Verletzung im Aufwärmen kann den Ausgang komplett verändern. Die Quoten spiegeln das, aber sie eliminieren das Risiko nicht. Hinzu kommt, dass die Diamond League ein Punktesystem über mehrere Meetings nutzt, eine Tagesform entscheidet nicht zwingend über die Saison.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden, und wann gilt eine Erhöhung?
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme werden Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt. Die Oberlimite liegt bei 9’999 CHF, unter 21 Jahren bei 1’000 CHF. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, eine bewusste Schutzfrist. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Gespa schreibt eine oder mehrere maximale Werte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste vor, eine fixe staatliche Obergrenze existiert nicht. Wettende, die ihre Limite erhöhen wollen, müssen die dreitägige Frist abwarten.
Sportarten – livewettench
Inhalt erstellt vom Team «livewettench»
