Freiwetten für Neukunden in der Schweiz: was Gratisspielguthaben unter Gespa-Aufsicht wirklich bringt

Updated Oktober 2026
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Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Holztisch neben einem Wasserglas.

Stand der Daten: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos Sporttip (Version 4.2) sowie gegen das Règlement Général der Loterie Romande.

Die Loterie Romande erlaubt Einzahlungen auf das Spielerkonto von höchstens CHF 10'000 pro 30 Tage.

Wer in der Schweiz eine Freiwette für Neukunden sucht, läuft in einen Markt, der nicht so aussieht wie der, den ausländische Vergleichsseiten beschreiben. Hier gibt es keine zehn Bookies mit unterschiedlich grosszügigen Willkommenspaketen. Hier gibt es zwei Veranstalterinnen, ein Einzugsgebiet, das von der Postleitzahl abhängt, eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten und Märkte, eine Aufsichtsbehörde, die jeder Gratisspielaktion zustimmen muss, und einen Auszahlungsweg, der nur über das eigene Schweizer oder Liechtensteiner Konto funktioniert. Das verändert, was eine Freiwette überhaupt sein kann. Was sie unter diesen Bedingungen wert ist, was sie kostet und für wen sie sich überhaupt rechnet, beschreibt dieser Text.

Was eine Freiwette in der Schweiz überhaupt ist

Der Marktbegriff «Freiwette» stammt aus dem internationalen Sportwetten-Geschäft. In der Schweiz steht im Geldspielgesetz der Ausdruck «Gratisspielguthaben», und der ist enger. Eine Freiwette im Markt-Sinn ist ein Gutschein für eine Wette, deren Einsatz nicht zum Wettenden zurückfliesst, sondern beim Veranstalter bleibt, wenn die Wette gewinnt. Ausgezahlt wird nur der Nettogewinn. Das Gratisspielguthaben nach dem Schweizer Gesetz funktioniert im Ergebnis ähnlich: Swisslos schreibt in den Online-Bedingungen ausdrücklich, dass Gratisspielguthaben aus Promotionen nicht auszahlbar ist. Wer eine Wette damit platziert, kann also nicht das Startguthaben selbst auszahlen lassen, sondern nur das, was die Wette darüber hinaus an Nettogewinn abwirft. Wer das Guthaben ohne Wette einfach auszahlen will, geht leer aus.

Der Boden einer Sporthalle aus poliertem Parkett mit einem einzelnen Handball in der Mitte, Licht fällt durch hohe Fenster.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Die zweite Eigenschaft: Jede Aktion mit Gratisspielguthaben braucht in der Schweiz die vorgängige Zustimmung der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Die Aufsicht führt darüber Buch, wie viele solcher Bewilligungen sie pro Jahr erteilt; 2025 waren es 24 für die Loterie Romande und 8 für Swisslos. Beide Veranstalterinnen veröffentlichen das jeweilige Startguthaben in den Teilnahmebedingungen, gemeinsam mit dem Aktionszeitraum, dem Verfallsdatum und dem, was bei einem Gewinn ausgezahlt wird. Das ist der «Freiwetten»-Markt, den ein Neukunde in der Schweiz tatsächlich vorfindet.

Die jüngste dokumentierte Aktion der Loterie Romande heisst «JouezSport – Patinoires et Stades» und lief vom 17. Dezember 2025 bis zum 10. März 2026 an insgesamt 7 Aktionstagen. Wer innert 7 Tagen den an den Stadien der National League verteilten Code im verifizierten Konto eingab, erhielt CHF 10 Gratisspielguthaben. Insgesamt wurden 7’000 Stück ausgegeben, jedes war 30 Tage gültig, und das Guthaben selbst war nicht auszahlbar. Das ist die Grössenordnung, in der sich Freiwetten in der Schweiz bewegen: einstellige Frankenbeträge, kurze Gültigkeit, explizit nicht auszahlbar.

Wichtig für die Mechanik: Eine echte «Freiwette ohne Einzahlung» wie sie auf ausländischen Vergleichsseiten oft beschrieben wird, also ein Startguthaben nur für die Registrierung ohne dass Geld fliesst, kommt in der Schweiz nur in den im Abschnitt «Was eine Freiwette in der Schweiz überhaupt ist» beschriebenen Promotions vor und nur nach Gespa-Bewilligung. Was als Standard gilt, ist eine Anmeldebestätigung, eine Identitätsprüfung, und dann die Frage, ob parallel eine Werbeaktion läuft.

Boni, Freiwetten und Aktionen – das Kleingedruckte, das den Preis macht

Eine Freiwette in der Schweiz ist nicht ein Stück Papier, das seinen Nennwert behält. Sie ist ein befristetes Guthaben, dessen nomineller Wert die Obergrenze des Einsatzes bildet, nicht die Untergrenze des Gewinns. Vier Bedingungen entscheiden, was sie am Ende bringt:

Gültigkeitsdauer. Eine Aktion gilt jeweils nur in einem engen Zeitfenster, und das Guthaben selbst verfällt nach einer bestimmten Frist. Bei der Aktion «JouezSport – Patinoires et Stades» waren es 30 Tage ab Gutschrift. Wer in dieser Frist nicht spielt, verliert das Guthaben ersatzlos. Bei kleineren Beträgen ist die Frist eher zweitrangig; bei grösseren Aktionen limitiert sie die Auswahl an Spielen, auf die man das Guthaben setzen kann.

Was als Gewinn ausgezahlt wird. Das ist der entscheidende Hebel. Eine Freiwette, deren Einsatz nicht zurückfliesst, ist nicht das, was sie nominell verspricht. Wer eine CHF-10-Freiwette zu einer Quote 2.30 setzt, gewinnt bei einem Treffer nicht CHF 23 zurück, sondern nur den Nettogewinn von CHF 13. Der Anbieter behält die ursprünglichen CHF 10 als Einsatz. Bei einem Verlust ist der Verlust null, weil kein eigenes Geld im Spiel war; das ist der eigentliche Vorteil der Mechanik. Der nominale Wert von CHF 10 wird also nie zum tatsächlichen Wert; der tatsächliche Wert hängt von der gewählten Quote und der Auszahlungsquote des Marktes ab.

Mindestquoten. Bei Swisslos-Aktionen auf Sporttip gilt häufig eine Mindestquote, oft 1.50 oder höher. Wer unter dieser Quote wettet, lässt das Guthaben entweder ungenutzt oder verliert die Aktionsbedingung. Wer das Guthaben mit der niedrigsten erlaubten Quote spielt, holt daraus am wenigsten heraus, weil der Nettogewinn dort am kleinsten ist.

Was als «Umsatz» zählt. Was eine Freiwette wert ist, hängt davon ab, ob das Guthaben nur einmal oder mehrfach umgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. In den Schweizer Aktionsbedingungen wird das meist klar benannt: Ist das Guthaben nicht auszahlbar, dann zählt jeder Nettogewinn aus einer Wette mit dem Guthaben als regulärer Gewinn und unterliegt den normalen Auszahlungsregeln.

Das ist das Kleingedruckte, das eine Freiwette in der Schweiz von der Marketing-Idee einer «gratis Wette» trennt. Was eine Aktion wirklich bringt, ist nicht ihr Nennwert, sondern was sie unter Berücksichtigung von Gültigkeit, Mindestquote und Auszahlungsmechanik am Ende durchschnittlich wert ist. Genau das rechnet der Abschnitt «Was eine Freiwette in der Schweiz durchschnittlich wert ist» durch.

Neukundenangebote im Vergleich: die zehn Anbieter, die ein Schweizer sehen kann

Wer in der Schweiz nach Freiwetten für Neukunden sucht, sieht nicht eine breite Auswahl. Er sieht genau zwei Anbieterinnen, die eine Bewilligung haben, und eine Reihe ausländischer Seiten ohne Schweizer Bewilligung, die ihm über Werbung, Social Media oder Vergleichsportale begegnen. Die folgende Tabelle ordnet ein, wer im selben Hintergrundbild steht und welche Regeln jeweils gelten.

Marke Bewilligung in der Schweiz Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung als Grossspiel unter dem BGS (Veranstalter- und Spielbewilligung, Aufsicht Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung als Grossspiel unter dem BGS (Veranstalter- und Spielbewilligung, Aufsicht Gespa) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus ausgewiesen: nicht etabliert, ohne Geltung in der Schweiz
Pribet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus ausgewiesen: nicht etabliert, ohne Geltung in der Schweiz
Rabona ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus ausgewiesen: nicht etabliert, ohne Geltung in der Schweiz
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus ausgewiesen: nicht etabliert, ohne Geltung in der Schweiz
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus ausgewiesen: nicht etabliert, ohne Geltung in der Schweiz
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus ausgewiesen: nicht etabliert, ohne Geltung in der Schweiz
22Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus ausgewiesen: nicht etabliert, ohne Geltung in der Schweiz
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen: Tobique (Kanada), ohne Geltung in der Schweiz

Wichtig zum Lesen: Die Tabelle macht eine Aussage über den Bewilligungsstatus, nicht über das Marketing der Marken. Ausländische Marken bewerben sich selbst oft als «lizenziert», was in der Schweiz nichts bedeutet, weil das Geldspielgesetz ausländische Bewilligungen ausdrücklich nicht anerkennt. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keinen Schweizer Rechtsweg und keine Aufsicht durch die Gespa. Domains ausländischer Anbieter können auf der Sperrliste der Gespa landen, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren.

Was die Reihenfolge für eine Lesung bedeutet

Wer in der Deutschschweiz wohnt, kommt an Swisslos Sporttip nicht vorbei. Wer in der Romandie oder im Tessin lebt, hat zusätzlich zur Loterie Romande keinen anderen legalen Weg zu einer Online-Sportwette. Wer im grenznahen Ausland wohnt, hat schlicht keinen Zugang zu einem der beiden Konten, weil die Anmeldung einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet verlangt und die Identität gegen Adressdatenbanken geprüft wird. Die Tabelle bildet also zwei vollständig getrennte Welten ab: zwei Schweizer Veranstalterinnen mit voller Aufsicht und einem sehr schmalen Promotionsangebot, und eine Reihe ausländischer Marken, die zwar beworben werden, aber unter Schweizer Recht schlicht keine Sportwetten anbieten dürfen. Die Frage «Welche Freiwette ist die beste?» hat in diesem Markt eine einfache Antwort: Wer in einem Vertragsgebiet wohnt, hat die Wahl zwischen den Aktionen seiner Veranstalterin; wer auf einer ausländischen Seite spielt, spielt ohne Schweizer Schutz.

Was eine Freiwette in der Schweiz durchschnittlich wert ist

Eine Freiwette ist kein Geschenk über ihren Nennwert. Wer eine CHF-10-Freiwette mit Mindestquote 1.50 setzt, gewinnt beim Treffer nicht CHF 15, sondern nur den Nettogewinn von CHF 5. Wer auf einen ausgewogenen Zwei-Wege-Markt zur Quote 1.90 wettet, gewinnt beim Treffer den Nettogewinn von CHF 9. Bei einem Verlust verliert er nichts. Was das im Mittel über viele solcher Wetten wert ist, hängt von der Auszahlungsquote des Marktes ab.

Das ergibt sich aus folgender Rechnung: Bei einem fairen Zwei-Wege-Markt zu den Quoten 1.90 / 1.90 zahlt der Veranstalter 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.5263, also rund 52.6 % aller Einsätze als Gewinne zurück. Der Rest, 47.4 %, ist die Marge des Veranstalters. Der durchschnittliche Wert einer CHF-10-Freiwette auf einem solchen Markt ist 10 × (1.90 − 1) ÷ 1.90 × 0.5263, also rund 2.49 CHF. Mit anderen Worten: Eine nominelle Freiwette von CHF 10 ist auf einem Zwei-Wege-Markt zur Quote 1.90 rund 2.50 CHF wert, nicht 10. Der Wert steigt mit der Quote, sinkt mit der Marge, und ist immer unter dem Nennwert, weil der Einsatz nie zurückfliesst.

Drei Punkte gehören dazu. Erstens: Wer das Guthaben auf einen Markt mit hoher Marge setzt, holt weniger heraus, weil die Auszahlungsquote dort tiefer liegt. Wer es auf einen Markt mit tiefer Marge und höherer Mindestquote setzt, kann mehr herausholen, riskiert aber auch einen höheren Verlust der Aktionsbedingung. Zweitens: Eine Freiwette ist eine Wette ohne Eigenkapitalrisiko, deren Wert unter dem Nennwert liegt. Sie ist kein Cashback und kein Bonus, der den Einsatz zurückzahlt. Drittens: Wer mehrere solcher Aktionen pro Jahr mitnimmt, hat einen kleinen, planbaren Vorteil gegenüber jemandem, der ohne Aktion dieselben Wetten spielt. Wer eine Freiwette als Grund nimmt, sein Wettverhalten zu ändern, zahlt dafür einen versteckten Preis in Form schlechterer Quoten.

Wer in der Schweiz überhaupt eine Freiwette bekommt – die Voraussetzungen

Eine Freiwette richtet sich an Neukunden, aber in der Schweiz heisst «Neukunde» mehr als nur «noch nie angemeldet». Vier Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

Wohnsitz im Vertragsgebiet. Wer bei Swisslos online ein Konto eröffnen will, muss Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet haben. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone (AI, AR, AG, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), den Kanton Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein. Wer in Genf, Waadt, Freiburg, Wallis, Neuenburg oder Jura wohnt, kann sich nur bei der Loterie Romande anmelden. Wer im grenznahen Deutschland oder Frankreich wohnt, hat schliesslich bei keiner der beiden Veranstalterinnen Zugang zu einem Online-Konto, unabhängig von der Nationalität.

Mindestalter 18 Jahre. Beide Veranstalterinnen lassen nur Volljährige zu. Swisslos schliesst Minderjährige explizit von der Sporttip-Teilnahme aus. Die Gespa beaufsichtigt diese Regel; ihre Testkäufe an Verkaufsstellen im Jahr 2025 ergaben allerdings, dass in 47.5 % von 200 Versuchen eine Sportwette an Minderjährige verkauft wurde. Das ist ein Befund zur Verkaufsstellenpraxis, nicht zur Online-Identitätsprüfung, an die man sich bei der Online-Registrierung nicht halten kann: Dort wird der Ausweis hochgeladen, die Daten werden ausgelesen, und die Adresse wird gegen Datenbanken geprüft.

Identitätsprüfung. Jede Person darf sich nur einmal registrieren, und das Konto ist an die geprüfte Identität gebunden. Wer die Identität nicht nachweisen kann, wird kein Konto erhalten. Das verhindert Mehrfachanmeldungen und schliesst gesperrte Personen aus.

Keine bestehende Spielsperre. Wer im Schweizer Ausschlussregister eingetragen ist, kann kein neues Konto eröffnen. Die Spielsperre gilt auch für die Loterie Romande und umgekehrt; wer bei einer Veranstalterin gesperrt ist, ist es bei beiden.

Diese Voraussetzungen sind nicht nur Formalität. Sie entscheiden, ob ein «Neukunde» überhaupt in den Genuss einer Freiwetten-Aktion kommen kann. Wer in den falschen Kanton zieht, verliert den Zugang zu seinem bestehenden Konto und damit zu allen laufenden Aktionen.

Die Rechtslage: warum es in der Schweiz nur zwei Veranstalterinnen gibt

Das Schweizer Sportwettenrecht ist konsequent auf zwei Veranstalterinnen beschränkt. Die gesetzliche Grundlage ist das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51), in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Online-Sportwetten sind darin als Grossspiel eingestuft (Art. 3 lit. c und e). Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip, und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport.

Ein hölzerner Richterhammer ruht auf einem dunklen Schreibtisch im Seitenlicht.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Die Gespa ist nicht zu verwechseln mit der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Sportwetten fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich der ESBK.

Was das für eine Freiwette bedeutet: Jede Aktion mit Gratisspielguthaben braucht die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Die Aufsicht entscheidet im Einzelfall, ob eine Aktion stattfinden darf. Das ist der Grund, warum Willkommens-Aktionen in der Schweiz selten sind und klein ausfallen: Sie müssen einzeln genehmigt werden, und die Veranstalterinnen beantragen nur, was Aufsicht und Markt hergeben. Im Jahr 2025 hat die Gespa 24 Bewilligungen für die Loterie Romande und 8 für Swisslos erteilt.

Die Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen wird ebenfalls von der Gespa geführt (Stand 10.09.2026, gemäss Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Was dort nicht steht, darf nicht angeboten werden. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind. Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind keine Wettbasis. Eckball- oder Kartenmärkte und Esports sind in der Liste nicht enthalten. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Live-Wetten sind erlaubt, Prematch und Live, sofern die Veranstalterin eine entsprechende Bewilligung hält. Das Gesetz enthält keine Einschränkung auf einzelne Live-Märkte. Was an Live-Wetten konkret angeboten wird, hängt vom Wettprogramm der jeweiligen Veranstalterin ab.

Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS). Verstösse können mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS). Werbung im Inland darf weder aufdringlich noch irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Eine Promo für ausländische Buchmacher, die in der Schweiz ausgestrahlt wird, fällt unter dieses Verbot. Das ist der Grund, warum eine seriöse Vergleichsseite ausländische Marken beschreibt, aber nicht bewirbt.

Spielerschutz und Verantwortung: was eine Neukunden-Aktion nicht überdeckt

Die Schweizer Spielregeln beginnen, bevor die erste Wette platziert wird. Wer ein Online-Konto eröffnet, muss noch vor der ersten Sporttip-Teilnahme seine Verlustlimiten selbst setzen, und zwar für 1, 7 und 30 Tage. Die Obergrenze pro Limite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort; eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Diese Limiten sind keine Pflicht des Staates, sondern Selbstverpflichtung des Spielenden, die der Veranstalter technisch durchsetzt. Wer das Limit erreicht, kann am entsprechenden Tag oder in der entsprechenden Woche nicht mehr setzen. Die Mechanik ist deshalb keine Einschränkung von aussen, sondern eine, die der Spielende sich selbst auferlegt. Wer mitten im Spiel die Limite erhöhen will, muss 72 Stunden warten – ein Schutzmechanismus gegen impulsive Erhöhungen.

Die Spielsperre ist das zweite Instrument. Swisslos lässt den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 84 VGS, Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Die Loterie Romande arbeitet mit kompatiblen Regeln. Einzahlungen auf das Spielerkonto sind auf höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage limitiert, und das Wallet-Guthaben darf höchstens CHF 10’000 betragen. Gewinne bis CHF 1’000 netto werden direkt dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne darüber auf das Bankkonto der angegebenen IBAN überwiesen. Gratisspielguthaben ist nicht auszahlbar.

Wer bei einer ausländischen Seite spielt, hat diese Schutzmechanismen nicht. Die Seite ist nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, die Schweizer Limiten gelten dort nicht, und im Streitfall hilft kein Schweizer Rechtsweg. Wer dort gesperrt werden will, muss es über die jeweilige Seite selbst versuchen, und eine dortige Sperre hindert die Seite nicht, in der Schweiz weiter zu werben, solange sie nicht auf der Gespa-Sperrliste landet. Domains ausländischer Anbieter können von Schweizer Internetanbietern per DNS blockiert werden (Art. 86–93 BGS), die erste Sperrliste wurde am 3. September 2019 veröffentlicht, Ende 2025 enthielt sie 671 Domains. Die Gespa ersetzt blockierte Domains innerhalb von Stunden, was das «Domain-Hopping» der Anbieter zu einer laufenden Aufgabe macht.

Sporttip – die Freiwetten- und Aktionsmechanik im Detail

Sporttip ist das Sportwetten-Produkt von Swisslos und für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein das einzige legal zugängliche. Die Spielregeln und Teilnahmebedingungen (Version 4.2) regeln, was eine Aktion kann und was nicht. Drei Mechaniken sind für Neukunden besonders relevant:

Der Kombiboost. Der Boost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Wer unter vier Voraussagen bleibt oder die Mindestquote 1.50 pro Voraussage unterbietet, bekommt keinen Boost.

Quoten- und Profitboosts. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten mit einer Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Cash-Out. Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass er für jede Wette angeboten wird. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Diese drei Mechaniken sind das, was eine Aktion auf Sporttip leisten kann. Wer eine Freiwette in Form eines Boosts bekommt, gewinnt nicht den Nennwert der Wette, sondern einen höheren Nettogewinn auf eine definierte Einzelwette oder Kombination – mit den entsprechenden Quoten- und Einsatzlimiten. Wer eine Freiwette als Cashback versteht, erwartet etwas, das Sporttip so nicht bietet; die Mechanik ist hier «Bonus auf den Nettogewinn», nicht «Rückzahlung des Einsatzes».

Loterie Romande Jouez Sport – die Aktionen im Detail

Das Gegenstück für die Romandie ist Jouez Sport der Loterie Romande. Die Loterie Romande ist in Lausanne domiziliert (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne), bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Sie ist wie Swisslos Veranstalterin einer Interkantonalen Lotterie und untersteht der gleichen Aufsicht durch die Gespa.

Die jüngste Aktion mit Freiwetten-Charakter war «JouezSport – Patinoires et Stades» vom 17. Dezember 2025 bis zum 10. März 2026, mit insgesamt 7 Aktionstagen in den Stadien der National League. Wer dort einen Code erhielt und innert 7 Tagen in seinem verifizierten Konto eingab, bekam CHF 10 Gratisspielguthaben. Das Guthaben war 30 Tage gültig, nicht auszahlbar, und es wurden insgesamt 7’000 Stück ausgegeben. Diese Mechanik – Code aus physischer Aktion, digitales Guthaben, kurze Gültigkeit, keine Barauszahlung – ist die typische Form einer Freiwette unter Schweizer Aufsicht.

Die Auszahlungsmechanik folgt den allgemeinen Regeln der Loterie Romande: Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne darüber auf das Konto der IBAN überwiesen. Einzahlungen auf das Spielerkonto sind auf höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage limitiert, und das Wallet-Guthaben darf höchstens CHF 10’000 betragen.

Auszahlungswege und Zahlung – was eine Freiwette am Ende auf das Konto bringt

Eine Freiwette in der Schweiz wird nicht über Kreditkarte oder E-Wallet eines Drittanbieters ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgt ausschliesslich auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen sind im bewilligten Markt nicht vorgesehen. Wer ein Konto bei einem anderen Anbieter hat, kann es nicht verwenden, und wer Guthaben auf eine IBAN im Ausland überwiesen haben will, geht leer aus.

Bei Swisslos wird Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausgezahlt. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Wer auf das Swisslos-Wallet einzahlt, kann zwischen Online-Zahlungsmöglichkeit und Einzahlungsschein wählen, Mindestbetrag CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos unterstützt PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Bei Sporttip selbst ist der Gewinn aus einer Wette Einsatz mal Quote (bei Kombinationen Einsatz mal Produkt der Einzelquoten). Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das ist die betriebswirtschaftliche Seite des Schweizer Marktes: präzise gerundete Frankenbeträge, keine versteckten Bruchteile. Bei Gewinnen bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung wird der Betrag automatisch dem Wallet gutgeschrieben; bei höheren Gewinnen erfolgt die Auszahlung bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers.

Wichtig zum Mitnehmen: Die Auszahlungsmechanik entscheidet, was eine Freiwette am Ende wert ist. Eine Aktion, die 7 Tage gültig ist und einen Gewinn auf das Wallet gutschreibt, hat einen anderen Wert als eine Aktion, die 30 Tage gültig ist und den Gewinn direkt aufs Bankkonto überweist. Wer den Wallet-Stand vor Ablauf der Gültigkeit nicht abbucht, lässt das Geld auf dem Konto der Veranstalterin liegen.

Steuern – wann eine Freiwette steuerfrei ist und wann nicht

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind in der Schweiz grundsätzlich einkommenssteuerfrei, sofern sie unter dem Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn liegen. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Die Kantone setzen ihre eigenen Freibeträge fest; ein einzelner Kantonswert ist deshalb nicht allgemeingültig, sondern «je nach Kanton» zu lesen. Über dem Freibetrag behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein; der Gewinn kann über die Steuererklärung zurückgefordert werden.

Ein typischer Freiwetten-Gewinn in der Schweiz liegt deutlich unter dem Freibetrag. Eine CHF-10-Freiwette zu einer realistischen Maximalquote von 5.00 ergibt einen Nettogewinn von CHF 40 – weit unter dem Freibetrag und damit einkommenssteuerfrei, ohne Verrechnungssteuer und ohne Eintrag in der Steuererklärung. Wer mit Summen spielt, die in den Bereich des Freibetrags kommen, hat in der Regel nicht mit einer Freiwette zu tun, sondern mit einem ganz anderen Wettverhalten, und sollte mit einem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung sprechen, statt sich auf die Auszahlungsmechanik einer Lotterie zu verlassen.

Gewinne aus ausländischen Anbietern sind in der Schweiz nicht Gegenstand der Verrechnungssteuer. Die kantonale Praxis behandelt sie aber unterschiedlich; Thurgau zum Beispiel besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Andere Kantone mildern ab oder lassen sie unbesteuert. Wer im Ausland spielt und gewinnt, sollte die kantonale Praxis kennen, bevor er die Gewinne in der Steuererklärung verschweigt.

Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht. Wer behauptet, der Einsatz werde besteuert, verwechselt den Schweizer Markt mit Märkten wie Grossbritannien oder Frankreich. Die einzige direkte Belastung im Schweizer Markt ist die Marge des Veranstalters, die in jeder Quote eingepreist ist.

Wer eine Freiwette bekommt und wer nicht

Eine Freiwette unter Schweizer Aufsicht bekommt, wer die Registrierungsbedingungen erfüllt: Wohnsitz im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin, Mindestalter 18, geprüfte Identität, keine bestehende Spielsperre. Was die meisten Vergleichsseiten übersehen: Eine «Freiwette für Neukunden» in der Schweiz ist keine breite Aktion, sondern eine enge, oft nur in der Romandie oder in Zusammenarbeit mit Stadionpartnern laufende Aktion mit limitierter Stückzahl. Wer auf eine bestimmte Aktion wartet, schaut am besten direkt auf der Aktionsseite seiner Veranstalterin nach, denn die Aktionen kommen ad hoc-lig und sind im Voraus schwer zu planen.

Eine Freiwette auf einer ausländischen Seite bekommt formal jeder, der sich dort mit einer E-Mail anmeldet. Diese «Freiwetten» sind in der Regel an eine erste Einzahlung gebunden, an eine Mindestquote, an eine Umsatzbedingung. Sie sind nicht in dem Sinne gratis, wie der Marketing-Begriff vermuten lässt, sondern Boni, deren nominaler Wert durch die Umsatzanforderung und die Marge des Marktes aufgezehrt wird. Wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Aufsicht, ohne Schweizer Schutz und ohne Schweizer Rechtsweg.

Wie eine Freiwette technisch funktioniert – der rechnerische Wert

Eine Freiwette ist nicht das, was sie nominell verspricht. Wer eine CHF-10-Freiwette auf einen Zwei-Wege-Markt zur Quote 1.90 setzt, gewinnt bei einem Treffer den Nettogewinn von CHF 9, nicht CHF 19. Bei einem Verlust verliert er nichts. Was die Freiwette im Mittel über viele solcher Wetten wert ist, hängt von der Auszahlungsquote des Marktes ab.

Das Beispiel im Abschnitt «Was eine Freiwette in der Schweiz durchschnittlich wert ist» – Zwei-Wege-Markt zur Quote 1.90 / 1.90 – liefert eine Auszahlungsquote von rund 52.6 % und eine Marge von 47.4 %. Bei dieser Auszahlungsquote ist der durchschnittliche Wert der CHF-10-Freiwette rund 2.49 CHF, also etwa ein Viertel des Nennwerts. Der Wert steigt mit der gewählten Quote: Auf einem Markt zur Quote 3.00 ist die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/3.00 + 1/1.50) = 0.40, also 40 %, und der durchschnittliche Wert 10 × (3.00 − 1) ÷ 3.00 × 0.40 = 2.67 CHF. Auf einem Markt zur Quote 5.00 gegen 1.25 ergibt sich 10 × (5.00 − 1) ÷ 5.00 × 1 ÷ (1/5.00 + 1/1.25) = 10 × 0.80 × 0.2941 = 2.35 CHF.

Die Bandbreite liegt also je nach Markt zwischen etwa 2.35 und 2.70 CHF für eine CHF-10-Freiwette, gegeben eine Marge um 40–50 %. Das ist der statistische Erwartungswert über viele Wetten, nicht das, was bei einer einzelnen Wette herauskommt. Wer Glück hat, gewinnt mit einer einzigen Wette ein Vielfaches; wer Pech hat, verliert nichts, weil kein eigener Einsatz im Spiel war. Die Mechanik ist im Kern eine Wette ohne Eigenkapitalrisiko mit einem Erwartungswert unter dem Nennwert.

Vergleich: Eine echte Einzahlungs-Freiwette, die nach einem Gewinn den Einsatz zurückzahlt, hätte einen höheren Erwartungswert. Solche Wetten gibt es im bewilligten Schweizer Markt nicht – und das ist auch der Grund, warum die Gespa nicht jede Promotion zulassen kann, die ein internationaler Anbieter kennt.

Was eine Freiwette in der Praxis bringt

Eine Freiwette in der Schweiz ist eine kleine, klar definierte Aktion mit einem kleinen, klar definierten Wert. Wer das Spielguthaben mit der niedrigsten erlaubten Quote und auf einem Markt mit hoher Marge spielt, holt das Minimum heraus. Wer das Guthaben mit höherer Quote und auf einem Markt mit niedrigerer Marge spielt, holt mehr heraus, riskiert aber unter Umständen die Erfüllung der Mindestquoten-Bedingung. Wer das Guthaben vor Ablauf der Gültigkeit nicht nutzt, verliert es ersatzlos.

Die wichtigste Praxisregel: Eine Freiwette ist ein Grund, eine Wette zu spielen, die man ohnehin spielen würde, nicht ein Grund, das eigene Wettverhalten zu ändern. Wer wegen einer CHF-10-Freiwette ein Ereignis wettet, das er sonst nicht wettet, zahlt dafür in der Regel einen versteckten Preis in Form schlechterer Quoten und eines riskanteren Marktes. Die Aktion ist ein kleiner Bonus, kein System, das Gewinne produziert. Wer sie als Geste nutzt, nimmt einen kleinen Vorteil mit. Wer sie als Strategie nutzt, zahlt drauf.

Die ausländischen Marken – was sie nicht sind

Eine ausländische Marke wie FortuneJack, Pribet, Rabona, WirWetten, BetOnRed, Fezbet, 22Bet oder X3Bet ist in der Schweiz keine legale Alternative zu Swisslos oder Loterie Romande. Die ausländische Lizenz – ob Curaçao, Malta, Deutschland, Kanada oder anderswo – hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS). Die Veranstalterin hat keine Schweizer Bewilligung, ist nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, und im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rechtsweg. Die Organisatorin solcher Wetten macht sich nach Art. 130 BGS strafbar; die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Anbieterin beschlagnahmt werden.

Was die ausländischen Marken bieten, ist eine breitere Palette an Sportarten, mehr Märkte, höhere Boni, schnellere Auszahlungen über internationale Zahlungswege. Was sie nicht bieten, ist Schweizer Aufsicht, Schweizer Schutz und Schweizer Rechtssicherheit. Wer dort spielt, hat keine Spielsperre, die in der Schweiz gilt, keine Schweizer Limiten, und im Konfliktfall einen Anbieter, der in einem anderen Rechtssystem verklagt werden muss – was die meisten Spieler weder wollen noch bezahlen sich leisten können.

Hinzu kommt: Werbung für diese Anbieter ist in der Schweiz nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet. Werbung im Inland kann theoretisch auch Spieler erreichen, die sich später fragen, warum die Seite gerade nicht mehr zugänglich ist – die Gespa-Sperrliste wird regelmässig aktualisiert und blockiert Domains, die vom DNS der Schweizer Provider gesperrt werden. Eine Seite, die heute erreichbar ist, kann morgen blockiert sein. Das ist die betriebswirtschaftliche Seite des «Schweiz-Markts» ausländischer Anbieterinnen.

Was eine Freiwette kostet, wenn man sie nicht versteht

Eine Freiwette kostet mehr, als sie bringt, wenn man sie auf den falschen Märkten oder unter falschen Erwartungen spielt. Drei typische Fehler:

Den Nennwert als Gewinn verstehen. Wer eine CHF-10-Freiwette zu einer Quote 1.50 gewinnt, erwartet CHF 15 und bekommt nur den Nettogewinn von CHF 5. Wer das nicht weiss, fühlt sich betrogen – obwohl die Mechanik korrekt ist.

Das Guthaben nicht vor Ablauf nutzen. Wer das Guthaben im Wallet lässt, bis die Gültigkeit abläuft, verliert es ersatzlos. Bei kleinen Beträgen ist das nicht schmerzhaft; bei grösseren Aktionsgewinnen ist es vermeidbar.

Die Aktion als Grund für eine Wette sehen. Wer wegen einer Aktion ein Ereignis wettet, das er ohne Aktion nicht wettet, zahlt dafür typischerweise einen Preis in Form einer schlechteren Quote und eines riskanteren Marktes. Die Aktion ist kein Grund, die eigene Wettstrategie zu ändern.

Das Kleingedruckte ist in der Schweiz besonders klar, weil die Aufsicht jede Promotion prüft. Aber «klar» heisst nicht «automatisch verstanden». Wer eine Aktion annimmt, sollte das Kleingedruckte lesen – Gültigkeit, was als Gewinn ausgezahlt wird, ob das Guthaben auszahlbar ist oder nicht.

Wer was bekommt – eine nüchterne Einordnung

Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt, kommt an Swisslos Sporttip nicht vorbei. Wer in der Romandie wohnt, kommt an die Loterie Romande. Beide haben ein sehr begrenztes Angebot an Freiwetten-Aktionen für Neukunden, und das Angebot ist nicht das, was internationale Vergleichsseiten mit «Freiwette» meinen: Es sind kleine Gratisspielguthaben unter Aufsicht, mit klaren Bedingungen, kurzen Fristen und dem ausdrücklichen Vermerk, dass das Guthaben selbst nicht auszahlbar ist. Wer eine breitere Auswahl an Sportarten, Märkten und Promotions sucht, findet sie auf ausländischen Seiten, akzeptiert dafür aber den Verlust des Schweizer Schutzes und das Risiko, dass die Seite in der Schweiz nicht zugänglich ist.

Wer das Gesamtbild will, behält im Kopf: Der Schweizer Markt ist klein, gut reguliert und für die meisten Vergleichsseiten uninteressant, weil er sich nicht für internationale Bonuslisten eignet. Wer hier spielt, spielt in einem Markt, in dem die Aufsicht jede Aktion prüft, die Veranstalterin das Limit setzt und die Auszahlung über das eigene Schweizer Konto läuft. Das ist nicht der grösste Markt der Welt, aber es ist einer, in dem die Bedingungen klar sind und das, was eine Freiwette ist, auch das ist, was eine Freiwette tut.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es in der Schweiz Freiwetten für Neukunden, und wer bietet sie an?

Freiwetten für Neukunden gibt es in der Schweiz nur als Gratisspielguthaben, und zwar ausschliesslich bei den beiden bewilligten Veranstalterinnen Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport. Beide brauchen für jede Aktion mit Gratisspielguthaben die vorgängige Zustimmung der Gespa. Die Aktionen sind klein, befristet und in der Regel an einen Aktionszeitraum gebunden; eine breite Auswahl wie auf ausländischen Vergleichsportalen gibt es hier nicht.

Welche Aktion der Loterie Romande lief zuletzt, und unter welchen Bedingungen wurde Spielguthaben gutgeschrieben?

Die jüngste dokumentierte Aktion war «JouezSport – Patinoires et Stades» vom 17. Dezember 2025 bis zum 10. März 2026 an 7 Aktionstagen. Wer den an den Stadien der National League verteilten Code innert 7 Tagen im verifizierten Konto eingab, erhielt CHF 10 Gratisspielguthaben, gültig 30 Tage, nicht auszahlbar; insgesamt 7’000 Stück.

Ab welchem Alter und mit welchem Wohnsitz ist ein Neukundenkonto möglich?

Ein Konto ist ab 18 Jahren möglich, mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin: Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein für Swisslos; sechs Westschweizer Kantone für die Loterie Romande. Die Identität wird gegen eine Adressdatenbank geprüft.

Ist eine Freiwette für Neukunden an eine Einzahlung gebunden?

Die Schweizer Aktionen mit Gratisspielguthaben sind in der Regel nicht an eine Einzahlung gebunden, sondern an eine Aktionsmechanik wie die Eingabe eines Codes innert einer Frist. Eine Einzahlung kann aber für die generelle Teilnahme am Spiel nötig sein, etwa wenn das Aktionsguthaben nur zusammen mit eigenem Spielguthaben eingesetzt werden kann.

Was bedeutet es, dass Boni für Neukunden nur mit vorgängiger Zustimmung der Gespa möglich sind?

Die Gespa prüft jede Aktion mit Gratisspielguthaben vorab. Sie achtet auf Marktverhältnisse, Spielerschutz und Werberegeln. Das ist der Grund, warum Schweizer Aktionen kleiner und seltener sind als auf ausländischen Märkten und warum hier nicht jede international bekannte Promotion stattfindet.

Inhalt erstellt vom Team «livewettench»