Snooker-Wetten in der Schweiz: was erlaubt ist und was es kostet
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Daten aktuell am Oktober 19, 2026; geprüft gegen die Gespa-Geldspielaufsicht und die Spielregeln von Swisslos Sporttip sowie Loterie Romande Jouez Sport.
Wer in der Schweiz online eine Wette auf einen Frame, einen Matchsieg oder den Weltmeister setzen will, hat genau zwei seriöse Adressen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles andere läuft ohne Bewilligung und damit ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens. Snooker als Wettsport zeichnet sich durch eigene Regeln aus, die Gespa-Liste begrenzt die Märkte, und auch Quoten und Turnierformate folgen eigenen Gesetzen. Wer Snooker wettet, trifft in der Schweiz auf zehn Anbieter – inklusive der acht ohne Bewilligung, die hier nur als Referenz dienen, weil sie im Alltag vorkommen.
Der Blickwinkel dieser Seite ist klar: Kosten. Was nimmt eine Snooker-Wette dem Spielenden wirklich ab, an Einsatzlimit, an Marge, an Mindestquote, an verpasstem Cash-Out, an ausbleibendem Schweizer Schutz? Marketingworte wie «risikofrei» oder «best quote» werden an konkreten Zahlen gemessen, die in den Spielregeln und im Bundesgesetz stehen.
Die zehn Anbieter im Überblick
Die Schweizer Gesetzgebung lässt an ein zentrales Faktum keinen Deut: Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten durchführen, Swisslos und Loterie Romande. Alles andere ist Snooker-Wetten ohne Bewilligung und fällt unter Art. 4 und Art. 130 BGS – es gilt keine Schweizer Veranstalterbewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Beschwerdestelle, dafür unter Umständen eine Sperrliste der Gespa, die den Domain-Zugang in der Schweiz kappt. Wer aus der Deutschschweiz, dem Tessin oder Liechtenstein spielt, landet bei Swisslos; wer aus der Romandie spielt, bei der Loterie Romande. Die acht weiteren Anbieter unten sind deshalb als Referenz aufgeführt, nicht als Auswahl, und sie ändern daran nichts.

| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / berichtete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande (Lausanne) |
| BillyBets | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, gilt nicht in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen |
| 1Bet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, gilt nicht in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen |
| BetPanda | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, gilt nicht in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen |
| Boomerang Bet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, gilt nicht in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen |
| Playzilla | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, gilt nicht in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen |
| BetAlright | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, gilt nicht in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, gilt nicht in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen |
| FortuneJack | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, gilt nicht in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen |
Die Spalte «Veranstalter / berichtete Lizenz» schreibt für die acht ausländischen Marken bewusst nur, was die Gespa-Praxis ergibt: Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft, die Plattformen können auf die DNS-Sperrliste gesetzt werden, und es greift weder das Schweizer Sperrregister noch eine Schweizer Beschwerdestelle. Für die acht Marken gilt zusätzlich der Vorbehalt, dass über sie auf dieser Seite nichts behauptet wird, was die Faktenlage nicht trägt – was sie konkret an Snooker-Quoten, Zahlungswegen oder Limits anbieten, liest ein Spieler direkt im Wettprogramm des Anbieters.
Was der Überblick dem Leser sagt
Die Tabelle trägt für einen ersten Blick drei Dinge zusammen, die der Marketing-Text eines Anbieters meist verschweigt: Erstens, ob eine Schweizer Bewilligung überhaupt vorliegt; zweitens, wer hinter dem Produkt steht; drittens, ob der Anbieter überhaupt Anspruch auf das Schweizer Schutzregime hat. Für einen Leser mit Wohnsitz in der Deutschschweiz heisst das: Snooker-Wetten legal sind nur über Sporttip möglich; für die Romandie ist es ausschliesslich Jouez Sport. Wer dennoch bei einem der acht anderen spielt, spielt ausserhalb der Schweizer Aufsicht, mit allen Konsequenzen, die das BGS an diese Konstellation knüpft – keine Verrechnungssteuer, dafür je nach Kanton eine andere Besteuerung der Gewinne, und keine Schweizer Spielsperre, die auf dem Sperrregister eingetragen würde.
Swisslos Sporttip
Swisslos ist einer der zwei Veranstalter, denen das Bundesgesetz die Sportwetten in der Schweiz anvertraut. Sitz der Genossenschaft ist Basel, das Sportwetten-Produkt heisst Sporttip und läuft in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt und volljährig ist, kann online ein Spielerkonto eröffnen; die Identität wird per Ausweis verifiziert, gegen Adressdatenbank geprüft, jede Person genau einmal registriert. Ohne Wohnsitz im Vertragsgebiet kein Konto.
Sporttip nimmt Snooker in das Wettprogramm auf, soweit die Gespa-Liste es zulässt. Die Spielregeln Version 4.2 regeln alles, was eine Wette kostet und was sie bringt: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombiwetten, CHF 10’000 für Systemwetten, jedes Limit kann von Swisslos ohne Angabe von Gründen geändert werden. Wer unter 21 ist, dem wird die Verlustlimite ohnehin enger geschnürt. Eine Wette über der Limite wird schlicht nicht angenommen. Der Gewinn ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen das Produkt der Einzelquoten, zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen abgerundet. Das klingt technisch, prägt aber, was am Ende auf dem Wettschein steht.
Was Sporttip an Belohnung drauflegt, ist eher nüchtern. Quotenboosts gelten nur online, nur auf Prematch-Einzelwetten, einmal pro Wettendem, in Einsatz und Erhöhung limitiert. Profitboosts funktionieren nach demselben Muster, nur als prozentuale Erhöhung eines definierten Nettogewinns. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost ersatzlos. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 und staffelt den Bonus von 5 % bei vier auf 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Bonus ist nicht gleich Gratiswette, und kein Boost dieser Liste nimmt das Risiko aus der Wette.
Verdikt: Sporttip ist die einzige seriöse Adresse in seinem Vertragsgebiet, mit klaren Regeln, klaren Limits und einem klaren Schutzregime. Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt, kommt an Snooker-Wetten ohne diesen Anbieter nicht legal heran. Wer grosse Einsätze oder höhere Limits sucht, wird bei Sporttip nicht bedient – das ist Absicht der Bauart, nicht ein Bonus-Versprechen, das nicht eingelöst wird.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande ist der zweite Veranstalter, den das Gesetz zulässt, mit Sitz in Lausanne und dem Produkt Jouez Sport für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer dort seinen Wohnsitz hat, kann online ein Konto eröffnen, das Schutzregime gilt, die Verlustlimite wird vor der ersten Wette gesetzt. Für Snooker gilt dasselbe wie bei Sporttip: Was auf der Gespa-Liste steht, darf angeboten werden, alles andere nicht. Eine Lizenz für Casinospiele, die der Anbieter vielleicht hat, gilt nicht automatisch für Sportwetten – die Bewilligungen sind getrennt.
Was Jouez Sport anders macht, ist weniger auf den ersten Blick sichtbar als auf den zweiten. Die Westschweizer Marke arbeitet über 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende, der Kontaktweg läuft über die Avenue de Provence in Lausanne. Wer aus dem deutschsprachigen Raum in den Ferien in der Romandie spielen will, sollte vor der Registrierung prüfen, ob der Kanton mitzieht – das Konto folgt dem Wohnsitz, nicht dem Aufenthaltsort.
Verdikt: Für die Romandie gibt es keine andere legale Adresse als Jouez Sport. Snooker ist auf der Gespa-Liste, also im Programm, sofern die Wettart aufgeführt ist. Wer Snooker in der Romandie spielen will, sollte prüfen, ob die Westschweizer Marke gerade das Turnier im Wettprogramm führt, das ihn interessiert – Triple-Crown-Events tauchen meist auf, kleinere Turniere nicht zwingend.
BillyBets, 1Bet, BetPanda, Boomerang Bet, Playzilla, BetAlright, BetFury und FortuneJack
Diese acht Anbieter teilen sich denselben Status: Sie haben keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Beschwerdestelle. Sie tauchen in dieser Übersicht auf, weil sie einem Schweizer Spieler im Alltag begegnen – auf Werbung in sozialen Medien, auf Affiliate-Seiten, in Bonus-Mails. Was diese Marken konkret an Snooker-Märkten, Limits, Zahlungswegen oder Auszahlungszeiten anbieten, ist hier nicht belegt und wird hier nicht behauptet.
Die Punkte, die für einen Spieler in der Schweiz zählen, sind für alle acht gleich: Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder anderswo hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Kraft. Die Anbieter können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden, was den Domain-Zugriff in der Schweiz über DNS blockiert. Die Schweizer Werbeaufsicht kann Werbung für diese Anbieter in der Schweiz mit Bussen bis CHF 500’000 ahnden (Art. 74 Abs. 3, Art. 131 BGS). Wer dort spielt, riskiert eine zivilrechtliche Einziehung im Verfahren gegen den Anbieter und hat im Streitfall kein Schweizer Behörden-Gegenüber.
Verdikt: Acht Mal dieselbe Antwort. Ohne Schweizer Bewilligung kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Spielsucht-Sperre, keine Schweizer Auszahlungsgarantie. Wer dennoch spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Folgen bei einer Auszahlungs-Streitigkeit, einer Kontosperrung oder einer Gespa-Sperrung im Ausland zu tragen sind.
Snooker als Sport verstehen – die Grundlage der Wette
Snooker ist nicht Fussball, nicht Tennis und nicht Pferderennen. Wer eine Snooker-Wette platziert, wettet auf eine Disziplin mit einer eigenen Punkt-Logik, einem eigenen Spielgerät und einem eigenen Turnierkalender. Wer das Spiel nicht kennt, schätzt Quoten falsch ein, weil er nicht weiss, was ein «Frame» ist, warum ein 147er Break das Maximum ist und warum ein Best-of-Format die Wahrscheinlichkeiten gegen Ende verschiebt.

22 Kugeln liegen auf dem Tisch: der weisse Spielball, fünfzehn rote Kugeln und je eine gelbe, grüne, braune, blaue, pinke und schwarze Kugel. Ein Punkt wird erzielt, indem der Spielball zuerst eine rote und danach in beliebiger Reihenfolge eine farbige Kugel versenkt; die farbige Kugel wird wieder auf ihre Marke gelegt, bis alle roten Kugeln vom Tisch sind, danach werden die Farben in aufsteigender Reihenfolge gelocht. Rot zählt einen Punkt, Gelb zwei, Grün drei, Braun vier, Blau fünf, Pink sechs und Schwarz sieben. Wer in einem einzigen Tischbesuch ab der Eröffnungsanspiel roten Ball 15 Punkte und danach alle sechs Farben locht, erzielt das maximale Break von 147 Punkten – das ist die Obergrenze der Sportart und gleichzeitig der Grund, warum Snooker-Quoten auf ein Maximum Break immer sehr lang sind.
Endet ein Frame punktgleich, wird die schwarze Kugel erneut auf ihren Platz gelegt, das «Re-spotted black». Der nächste Punktgewinn entscheidet den Frame. Diese Regel ist alt, aber entscheidend für Livewetten, denn ein Frame, der «unentschieden» steht, ist nicht offen für zwei Spieler, sondern für einen einzigen nächsten Ball.
Profiturniere werden im Best-of-Format über mehrere Frames gespielt. Wer Best of 19 spielt, gewinnt mit zehn Frames; Best of 35 heisst, der Spieler mit 18 Frames gewinnt. Professionell wird auf 12-Fuss-Tischen gespielt, mit einem Aussenmass von etwa 366 × 183 cm. Wer im Wohnzimmer Snooker spielt, hat einen 6- oder 7-Fuss-Tisch, und der Spielball reagiert anders, die Banden sind enger, die Geschwindigkeit etwas langsamer. Für die Wette zählt nur der Profiturnier-Tisch, nicht der zu Hause.
Snooker als Wettsport versteht – was ihn von anderen Disziplinen unterscheidet
Drei Eigenheiten machen Snooker zu einem Wettsport mit eigenen Gesetzen. Erstens, die Punktezählung ist deterministisch: Wer vorne liegt und am Tisch bleibt, bleibt fast immer vorne, weil das Lochen einer roten Kugel einen Punkt und einen Tausch auf die nächste Farbe gibt – Snooker ist nicht Bogenrumpf, wo ein einziger Pfeil das Spiel dreht. Zweitens, ein Frame dauert lang, eine Weltmeisterschaftsrunde dauert noch länger, und innerhalb eines Frames verschieben sich die Quoten mehrfach. Drittens, die Spielerprofile sind extrem ungleich verteilt: Ein Ronnie O’Sullivan, ein Mark Selby, ein Judd Trump stehen im Programm als Top-Spieler, gegen den ein Spieler der Top 32 einen klaren Nachteil hat. Wer als Snooker-Wettender nicht weiss, welche Spieler konstant tief scoren und welche Spieler bei Turnierstart nerven, schätzt die Quote falsch ein.
Diese Eigenheiten schlagen sich in den Wettmärkten nieder. Frame-Wetten reagieren auf eine einzige Aktion am Tisch; Match-Wetten laufen über Stunden; Turnierwetten laufen über Wochen. Ein Spieler, der versteht, dass ein 4-2-Vorsprung im Best of 9 noch nicht das Ende ist, dass ein Best of 35 ein Marathon ist, und dass ein Top-Setzer in Runde 1 gegen einen Qualifier trotzdem verlieren kann, schätzt die Quote anders ein als ein Spieler, der Snooker nur als Hallensport kennt. Die Gespa-Liste setzt dieser Vielfaust der Märkte einen engen Rahmen, und dieser Rahmen wird im folgenden Abschnitt auseinandergenommen.
Was die Gespa-Liste an Snooker-Wetten zulässt
In der Schweiz darf nur das angeboten werden, was auf der Gespa-Liste steht – einer geschlossenen Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Snooker erscheint auf der Liste, also darf in der Schweiz überhaupt auf Snooker gewettet werden; was genau, bestimmt die Liste. Was nicht auf der Liste steht, darf auch nicht angeboten werden – selbst wenn ein Anbieter mit Lizenz aus Malta, Malta das und damit juristisch anderswo bewilligt, den Markt in seinem Wettprogramm hat. Die Liste wird von der Gespa gepflegt und ist Version 10.09.2026 die aktuelle Referenz; was dort nicht steht, fällt durch.
Die Liste unterscheidet, was die Gespa als Wettart zulässt: Snooker-Wetten sind typischerweise auf den Turniersieger, den Matchsieger, einzelne Frames, ein Handicap oder ein Over/Under der Frames im Match möglich. Die Gespa-Liste zeigt keine Eckstoss- oder Karten-Märkte – solche Märkte gibt es im Snooker ohnehin nicht, aber das Beispiel zeigt, wie eng der Rahmen ist. E-Sports taucht in der Liste nicht auf, also kann in der Schweiz nicht auf Counter-Strike oder League-of-Leges gewettet werden, auch wenn ein Anbieter das anbieten würde. Die Liste ist abschliessend.
Was auf der Liste ebenfalls fehlt, sind Wetten auf das Wetter, auf politische Ereignisse oder auf TV-Shows. Wer bei einem Anbieter solche Märkte sieht, sieht einen Markt, der in der Schweiz nicht erlaubt ist – selbst wenn der Anbieter das Wort «Snooker» im Titel führt. Die Gespa-Liste ist also nicht nur eine Marktliste, sondern eine disziplinierende Funktion: Sie trennt die Sportwette vom Glücksspiel und schiebt alles, was nicht Sport ist, in eine andere Kategorie.
Snooker auf der Liste erlaubt, die Wettarten sind eng
In der Praxis bedeutet das: Ein Schweizer Spieler kann bei Sporttip oder Jouez Sport auf den Sieger des Weltmeisterschafts-Finals wetten, auf den Sieger eines Viertelfinal-Matches, auf den Sieger eines Frames, auf ein Handicap über Frames, auf die Anzahl Frames in einem Best-of-19-Match. Märkte, die nicht auf der Liste stehen, werden in der Schweiz nicht angeboten, auch wenn sie im Snooker-Wettprogramm anderer Länder selbstverständlich sind – etwa einzelne Loch-Events, der nächste 50+ Break, ein Highest-Break-Markt, der noch nicht offiziell von der Gespa aufgenommen ist. Wer einen Markt im Wettprogramm eines Schweizer Anbieters sieht, sieht einen Markt, der von der Liste gedeckt ist. Wer einen Markt dort nicht sieht, hat Pech – oder den Markt bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, mit allen Folgen, die das vorhin bedeutet hat.
Livewetten auf Frames – die Regel, die das Spiel entscheidet
Livewetten auf Snooker laufen nach den Regeln, die Sporttip in den Spielregeln Version 4.2 formuliert: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wer also wettet, ohne den Livestream zu sehen, wettet trotzdem auf den Frame. Wer eine Wette platziert, nachdem das Ergebnis bereits eingetreten ist – etwa, weil der Frame schon entschieden ist und die Wette erst danach durch das Wettprogramm rutscht –, sieht seine Wette mit Quote 1.00 abgerechnet. Das ist hart, aber es ist die Konsequenz daraus, dass das Wettprogramm den Zeitpunkt der Platzierung nicht immer trennscharf vom Zeitpunkt des Frame-Endes unterscheiden kann.
In spielentscheidenden Situationen – einem Elfmeter, einer Roten Karte, einer Videoschiedsrichter-Entscheidung – kann eine Wette mit Quote 1.00 gewertet werden. Im Snooker sind das die Frame-Entscheidungen: Der letzte Frame-Ball, das Re-spotted Black, der Frame, der durch eine Foul-Situation entschieden wird. Live-Wetten auf Snooker sind also keine Wette auf den «nächsten Ball», sondern eine Wette auf das Ende des Frames oder den nächsten Frame-Beginn, mit allen Unschärfen, die ein Programm in Sekundenbruchteilen mit sich bringt.
Cash-Out – was es kostet und was es bringt
Cash-Out heisst bei Sporttip: Eine Wette wird vor dem eigentlichen Ende vorzeitig abgerechnet, der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn bei natürlichem Ausgang, der Betrag hängt vom Stand des Spiels ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt anbieten. Das Cash-Out bei Sporttip gibt es nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, nur online, nur bei Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, und ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Quotenboosts und Profitboosts verfallen bei einem Cash-Out ersatzlos.
Im Snooker heisst das: Wer eine Wette auf den Matchsieger platziert hat, dass sein Spieler 5-2 führt im Best of 11, und das Cash-Out aktiviert, bekommt einen Betrag, der unter dem maximalen Gewinn bei 6-2 liegt, und das vor dem Frame, der den Match entscheidet. Wer eine Livewetten-Strategie verfolgt, die das Cash-Out systematisch einsetzt, muss verstehen, dass der Cash-Out-Betrag nicht garantiert ist und nicht transparent berechnet wird – die Spielregeln geben Swisslos das Recht, den Betrag jederzeit zu ändern. Cash-Out ist also keine Versicherung gegen Verlust, sondern eine vorzeitige Abrechnung mit Abschlag.
Bei-Builder und Kombinationen – wo die Abhängigkeit zur Ungültigkeit führt
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Was heisst das für den Snooker-Spieler? Eine Wette auf «Frame 1 an Spieler A» und «Match an Spieler A» ist nicht unabhängig: Wer Frame 1 gewinnt, hat noch keinen Match gewonnen; wer den Match gewinnt, hat zwangsläufig Frame 1 nicht verloren. Solche Wetten sind nur über die Bet-Builder-Funktion kombinierbar, nicht als gewöhnliche Kombiwette.
Das schützt den Spieler vor ungewollten Risiko-Aufschlägen, die ein Programm sonst draufschlägt, weil es die Abhängigkeit der Ereignisse nicht erkennt. Es schützt aber auch den Anbieter, der eine solche Kombination schlicht zurückweist, wenn sie nicht über die offizielle Funktion läuft. Wer also auf Snooker kombiniert wetten will, nutzt entweder den Bet-Builder oder lässt die Finger von kombinierten Wetten, die logisch voneinander abhängen.
Was eine Snooker-Wette wirklich kostet – die Marge als ständiger Begleiter
Eine Wette ist nie umsonst. Jede Quote, die ein Anbieter anbietet, enthält eine Marge – den Anteil, den der Anbieter von jedem Franken Einsatz einbehält, bevor er den Rest an die Wettenden als Gewinn auszahlt. Die Marge ist das, was Snooker-Wetten am Ende so teuer macht, auch wenn die Quote auf den ersten Blick gut aussieht. Wer nicht weiss, wie die Marge entsteht, schätzt Quoten falsch ein und wundert sich, warum langfristig weniger übrig bleibt, als die Quoten versprechen.
Die Quote eines Marktes entsteht so: Der Anbieter schätzt für jedes mögliche Ergebnis eine Wahrscheinlichkeit, drückt diese Wahrscheinlichkeit in eine Quote aus und kürzt diese Quote um einen Sicherheitsaufschlag – die Marge. Beispiel: Schätzt der Anbieter die Siegwahlen von Spieler A auf 50 % und Spieler B auf 50 %, wäre die «faire» Quote 2.00 auf A und 2.00 auf B, beide mit Auszahlungsquote 100 %. Mit einer Marge von 5 % sinken die Quoten auf etwa 1.90 auf A und 1.90 auf B; mit einer Marge von 10 % auf etwa 1.80 und 1.80. Die Auszahlungsquote, also der Anteil, den der Anieter tatsächlich auszahlt, ist 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) – bei zwei Ausgängen mit je 1.90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 94.7 %, bei zwei Ausgängen mit je 1.80 ergibt sich rund 90 %.
Die Marge selbst ergibt sich als 100 % minus Auszahlungsquote – bei 1.90 / 1.90 also rund 5.3 %, bei 1.80 / 1.80 rund 10 %. Im Snooker ist das ein relevantes Spektrum: Märkte auf den Matchsieger liegen oft in der Bandbreite 4 bis 7 %, Märkte auf einzelne Frames wegen der höheren Unberechenbarkeit eher 6 bis 10 %, Märkte auf Turniersieger über die gesamte Saison eher 15 bis 30 %, weil die Unwägbarkeiten über Monate wachsen.
Beispielrechnung: 1.90 / 1.90 auf einen Frame-Sieg
Ein illustrativer Zwei-Wege-Markt mit Quote 1.90 auf Spieler A und 1.90 auf Spieler B – ein typischer Snooker-Frame, bei dem beide Spieler nach Einschätzung des Anbieters gleich wahrscheinlich gewinnen. Die Auszahlungsquote ist 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 ≈ 0.95, also rund 95 %. Die Marge ist 100 % − 95 % = rund 5 %. Bei einem Einsatz von CHF 100 auf A gewinnt der Spieler CHF 90 Nettogewinn (CHF 190; – 100 Einsatz = CHF 90 Ertrag), wenn A den Frame gewinnt – von den CHF 100 Einsatz auf beiden Seiten nimmt der Anbieter rund CHF 5 ein, die anderen CHF 195 werden ausgeschüttet. Bei einem 1.80 / 1.80-Markt wäre die Marge rund 10 %, der Anbieter würde rund CHF 10 von CHF 200 einbehalten.
Diese Bandbreite ist nicht aus der Luft gegriffen. Snooker-Märkte auf grosse Triple-Crown-Turniere liegen erfahrungsgemäss in diesem Korridor; kleinere Turniere mit dünnerem Wettvolumen liegen eher am oberen Rand, Livewetten auf einzelne Frames eher am unteren Rand, weil der Anbieter sein Risiko kurzfristig anders steuert. Wer die Marge versteht, schaut nicht mehr auf die einzelne Quote, sondern auf die Auszahlungsquote des Marktes – und darauf, ob der Markt überhaupt wettbar ist.
Warum die Marge langfristig zählt, kurzfristig nicht
Wer eine Wette auf einen Frame platziert, gewinnt oder verliert, unabhängig von der Marge. Wer langfristig spielt, also viele Wetten auf viele Events platziert, zahlt die Marge mit jeder Wette. Beispiel: 100 Wetten à CHF 10 Einsatz bei einer Auszahlungsquote von 95 % bedeuten einen erwarteten Verlust von CHF 50 – 5 % von CHF 1’000 Einsatz. Bei einer Auszahlungsquote von 90 % sind es CHF 100, also doppelt so viel. Die Marge ist der stille Abzug, der sich nicht an einer einzelnen Wette zeigt, sondern an der Bilanz am Ende des Jahres. Wer das nicht weiss, wundert sich, warum die Quoten «gut» aussehen, aber das Konto trotzdem leerer wird.
Wettarten, Quoten und das Turnierprogramm im Snooker
Snooker bietet eine begrenzte, aber eigenständige Palette von Wettarten. Wer Snooker-Wetten versteht, versteht die Wettarten, die das Spiel hergibt – und die Wettarten, die das Spiel nicht hergibt. Wer Turnier-Snooker nur als «Wer gewinnt das Match» versteht, übersieht die Märkte, die dem Snooker seine Eigenheit geben.
Der Sieger eines Matches, also der erste Spieler, der die nötige Anzahl Frames für den Best-of-Modus erreicht hat, ist der klassische Markt. Im Best-of-9 gewinnt, wer fünf Frames holt; im Best-of-17 gewinnt, wer neun Frames holt; im Best-of-35, dem Modus des Weltmeisterschafts-Finals, gewinnt, wer 18 Frames holt. Wer auf den Matchsieger wettet, wettet auf eine Wahrscheinlichkeit, die sich über Stunden verschiebt. Wer auf den Framesieger wettet, wettet auf einen Punktestand, der sich innerhalb weniger Minuten verändern kann. Beide Märkte sind in der Schweiz auf der Gespa-Liste erlaubt.
Der Sieger eines Frames ist im Snooker eine Wette, die schneller ausgewertet wird als eine Matchwette, aber höhere Marge trägt, weil die Unberechenbarkeit pro Frame grösser ist. Wer auf den nächsten Frame-Sieger live wettet, sieht seine Quote sich mit jedem Ball verschieben – eine rote Kugel, die gelocht wird, ändert die Wahrscheinlichkeit für den Frame-Sieg des Spielers am Tisch. Der Anbieter rechnet diese Verschiebung mit einer höheren Marge ein, weil er das Risiko trägt, falsch zu liegen.
Frame-Handicap ist ein Markt, der die Asymmetrie der Spieler ausgleicht: Wer auf Spieler A mit +1.5 Frames wettet, gewinnt, wenn A den Match verliert, aber nicht mit mehr als 1 Frame Unterschied. Wer auf Spieler B mit -1.5 Frames wettet, gewinnt, wenn B mit mindestens 2 Frames Unterschied gewinnt. Solche Märkte sind im Snooker üblich, wenn ein klarer Favorit gegen einen Aussenseiter spielt; sie sind auf der Gespa-Liste erlaubt, sofern die Liste das Handicap als Wettart führt.
Total Frames Over/Under ist ein Markt auf die Anzahl Frames in einem Match: Über 16.5 Frames im Best of 19 heisst, das Match geht über die volle Distanz oder knapp drüber; unter 16.5 heisst, das Match endet früh. Solche Märkte sind auf der Gespa-Liste üblich und bei Sporttip sowie Jouez Sport im Programm.
Turniersieger und Langzeitwetten – was die Marge treibt
Wer auf den Sieger der Weltmeisterschaft vor Turnierbeginn wettet, wettet auf eine Quote, die mit 15 bis 30 % Marge belegt ist – nicht, weil der Anbieter gierig ist, sondern weil das Risiko, über Wochen eine Position falsch einzuschätzen, gross ist. Wer erst im Viertelfinale wettet, sieht eine niedrigere Marge, weil das Turnierfeld kleiner geworden ist. Wer im Halbfinale wettet, sieht eine noch engere Marge, weil nur noch zwei Matches ausstehen. Wer im Finale wettet, sieht eine Marge, die der Match-Marge ähnelt.
Diese Mechanik ist nicht snooker-spezifisch, aber im Snooker besonders ausgeprägt, weil die Saison lang ist, die Spielerprofile sich über Monate verschieben und die Setzliste der WPBSA die Wahrscheinlichkeiten mitprägt. Wer als Snooker-Wettender die Marge nicht versteht, wettet auf einen Turniersieger und wundert sich, warum die Quote «50.0» auf einen Aussenseiter trotzdem zu hoch war, um profitabel zu sein.
Was die Turniersaison hergibt – die Triple Crown und darüber hinaus
Das Snooker-Turnierjahr folgt einem klaren Rhythmus. Die World Snooker Tour, kommerzielle Tochter der 1968 gegründeten WPBSA, organisiert die Profiturniere; zur Triple Crown zählen die Weltmeisterschaft, die UK Championship und das Masters. Die Endrunde der Weltmeisterschaft findet seit 1977 ab Ende April über 17 Tage im Crucible Theatre in Sheffield statt, vertraglich bis 2045 gesichert. An der Endrunde nehmen 32 Spieler teil, inklusive Qualifikation sind es 144; das Finale wird im Modus Best of 35 Frames gespielt.
Diese Daten sind nicht dekorativ. Wer auf das Weltmeisterschafts-Finale wettet, wettet auf einen Best-of-35-Frame-Match, der sich über zwei Tage erstreckt – das ist ein anderer Rhythmus als ein Best-of-9-Match am Nachmittag. Wer auf den Weltmeister wettet, wettet auf ein Turnier, das 17 Tage dauert und in dem die Formkurve der Spieler sich verschieben kann. Wer auf die UK Championship wettet, wettet auf ein Turnier, das in einem anderen Format und an einem anderen Ort stattfindet. Wer auf das Masters wettet, wettet auf eine Einladungs-Veranstaltung mit den Top 16 der Welt.
Qualifikation, Setzliste und ihre Auswirkung auf die Quote
Die Setzliste der Weltmeisterschaft ist nicht zufällig: Die Top 32 der Weltrangliste sind gesetzt, die Qualifikation füllt die weiteren 112 Plätze auf 144. Wer auf einen gesetzten Spieler in Runde 1 wettet, wettet auf einen Spieler mit Weltranglisten-Vorteil gegen einen Qualifier – eine Quote, die entsprechend kurz ist. Wer auf einen Qualifier wettet, wettet auf einen Spieler, der gerade eine Qualifikationsrunde überlebt hat und gegen einen gesetzten Spieler antritt – eine Quote, die entsprechend lang ist. Wer als Snooker-Wettender die Weltrangliste und die Setzliste ignoriert, schätzt die Quoten falsch ein.
Diese Mechanik ist nicht snooker-spezifisch, aber im Snooker besonders relevant, weil die Weltrangliste die Setzliste direkt bestimmt und weil die Qualifikationsrunden öffentlich weniger sichtbar sind als die Hauptrunde. Wer die Weltrangliste verfolgt, sieht, welcher Spieler in Form ist und welcher nicht; wer nur die Hauptrunde sieht, sieht das Endprodukt eines Prozesses, der über die Qualifikation entschieden wurde.
Verantwortungsvolles Spielen – Limiten, Sperren und die Schweizer Aufsicht
Snooker-Wetten sind Sportwetten, und Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel, kein Glücksspiel im engeren Sinne – aber das Schutzregime ist dasselbe. Wer in der Schweiz legal auf Snooker wettet, ist in das Schutzregime eingebunden, das die Gespa und das BGS vorsehen: Verlustlimiten, die der Spieler selbst setzt, Pausen und Sperren, die der Spieler selbst auslösen kann, und ein Sperrregister, das schweizweit gilt, einschliesslich Casinos und Liechtenstein.
Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen – die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – das ist eine Schutzfunktion, die verhindert, dass ein Spieler in einer Verlustphase die Limite hochsetzt und weiter spielt. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich; wer sie setzt, kann den Einzahlungsfluss drosseln, ohne die Verlustlimite zu verändern. Die Loterie Romande folgt einer analogen Logik, mit kantonalspezifischen Details, die im Konto spielen.
Die Spielsperre bei Swisslos ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich, ohne Aufhebung vor Fristablauf – wer also eine Sperre setzt, bleibt drin, bis die Frist abläuft. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist die Funktionsweise des Sperrregisters: Einmal eingetragen, gilt die Sperre schweizweit, und der Spieler wird nicht in ein anderes Produkt ausweichen können.
Bei den acht Anbietern ohne Schweizer Bewilligung gilt keine dieser Spiele – wer dort spielt, hat keinen Schweizer Sperrregister-Eintrag, keine Schweizer Verlustlimite, kein Schweizer Spielerschutz-Regime. Die Anbieter haben ihre eigenen Schutzfunktionen, die hier nicht bewertet werden, weil sie nicht in der Faktenlage stehen. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, sollte sich bewusst sein, dass er sich ausserhalb des Schweizer Schutzregimes bewegt.
Wer die Schutzfunktion kennt, schützt sich selbst
Verlustlimit, Einzahlungslimite, Spielsperre, Pause – das sind die vier Werkzeuge, die ein Spieler in der Schweiz hat. Wer sie nicht nutzt, hat ein Spielerkonto mit demselben Standard-Limit wie jeder andere, was nicht heisst, dass das Standard-Limit «gut» ist, sondern dass es das ist, was der Anbieter als Minimum vorsieht. Wer ein höheres Limit setzen will, kann das tun – bei Swisslos mit einer Wartezeit von 72 Stunden, was die Schutzfunktion ist. Wer eine kürzere Wartezeit will, muss den Anbieter wechseln, was in der Schweiz nur zwischen Sporttip und Rolerie Romande möglich ist – und auch da nur, wenn der Wohnsitz passt.
Die Gespa testet den Jugendschutz: Bei Verkaufsstellen wurde 2025 in 47.5 % von 200 Testfällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft – ein hoher Wert, der zeigt, dass der Schutz an der Verkaufsstelle nicht immer greift. Online ist der Schutz enger, weil die Registrierung eine Ausweis-Verifikation verlangt und die Verlustlimite vor der ersten Wette gesetzt werden muss. Wer im Online-Kanal spielt, ist besser geschützt als an der Verkaufsstelle – was die Schutzfunktion nicht ersetzt, sondern ergänzt.
Boni, Boosts und Gratiswetten – was die Werbung kostet
Snooker-Wetten in der Schweiz sind kein Markt für üppige Boni. Das BGS und die Gespa regulieren Boni eng: Werbung darf nicht irreführend sein, Free Games und Free Credits brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa, und in der Praxis sind die Boni, die Sporttip und Rolerie Romande anbieten, klein, an Bedingungen geknüpft und oft nur einmal pro Wettendem nutzbar.
Der Quotenboost gilt nur online, nur auf Prematch-Einzelwetten, einmal pro Wettendem, in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; dasselbe gilt für die Limite und für die Cash-Out-Folge. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 und staffelt den Bonus auf den Nettogewinn: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Bei fünfzehn Voraussagen mit Mindestquote 1.15 verdoppelt sich der Nettogewinn – was nach viel klingt, aber nur auf dem Nettogewinn, nicht auf dem Einsatz, und nur bei fünfzehn Voraussagen, die alle treffen müssen.
Die Bonus-Mechanik ist im Snooker nicht speziell – sie gilt für alle Sportarten. Aber sie hat zwei Effekte, die für Snooker-Wettende relevant sind: Erstens, die Boosts verleiten zu Wetten, die der Wettende ohne Boost nicht platziert hätte – etwa eine 15-fach-Kombination, die ohne Boost nicht wertbar wäre. Zweitens, die Boosts sind an Quoten gebunden, was die Marge mitverändert: Wer eine Mindestquote von 1.50 einhalten muss, sucht sich tendenziell die kurzen Quoten, weil die leichter zu erreichen sind, was die durchschnittliche Marge des Wettenden in Richtung der kurzen Quote verschiebt – was gut für den Anbieter ist, nicht für den Wettenden.
Was ein Bonus 0 € kostet, ist die Frage
Ein Bonus, der den Nettogewinn einer Wette erhöht, kostet den Anbieter einen Teil seiner Marge. Bei einem Kombiboost von 5 % auf vier Voraussagen mit Mindestquote 1.15 verliert der Anbieter 5 % seines erwarteten Gewinns auf dieser Wette – das ist wenig. Bei einem Kombiboost von 100 % auf fünfzehn Voraussagen verliert der Anbieter die Hälfte – das ist viel. In der Praxis gibt es den 100 %-Boost nur, weil fünfzehn Voraussagen alle treffen müssen, was selten genug ist, um die Statistik zu retten.
Wer einen Bonus annimmt, ohne die Mechanik zu kennen, wettet anders, als er ohne Bonus wetten würde. Das ist der Punkt, an dem die Werbung ins Spiel kommt: Sie verspricht einen Bonus, der die Wette «besser» macht, und liefert eine Wette, die der Wettende ohne den Bonus nicht platziert hätte. Ob der Bonus den Einsatz «wert» ist, hängt davon ab, ob der Wettende die Wette auch ohne Bonus platziert hätte. In den meisten Fällen ist die Antwort nein – und dann ist der Bonus keine Belohnung, sondern eine Verführung.
Auszahlung, Steuern und die Frage, was am Ende übrig bleibt
Eine Wette, die gewinnt, zahlt den Gewinn aus – bei Sporttip nach Einsatz mal Quote, bei einer Kombination nach dem Produkt der Einzelquoten, auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen abgerundet. Wer eine Einzelwette zu CHF 100 auf Quote 2.10 platziert, sieht CHF 210 ausgeschüttet, davon CHF 110 Nettogewinn. Bei einer Kombination mit vier Voraussagen zu je 2.10 ist die Gesamtquote 2.10^4 = rund 19.45, der Gewinn CHF 1’945, davon CHF 1’845 Nettogewinn – auf fünf Rappen abgerundet, falls die Quote Nachkommastellen mit sich bringt, die nicht auf fünf Rappen enden.
Die Auszahlung läuft in der Schweiz über ein Konto im eigenen Namen – Art. 50 Abs. 2 VGS verlangt das. Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen gibt es bei lizenzierten Schweizer Anbietern nicht; wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, kann diese Funktionsweise nicht voraussetzen. Die Auszahlung auf das eigene Konto ist eine Funktion, die das BGS vorschreibt, nicht eine Funktion, die der Anbieter freiwillig anbietet.
Steuerlich sind Gewinne aus Schweizer Sportwetten bis zum Steuerfreibetrag einkommensteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt seit dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die der Spieler über die Steuererklärung zurückfordern kann. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich je nach Kanton – was die ESTV als Bundes-Freibetrag nennt, ist nicht das, was der Kanton Freiburg oder der Kanton Genf als Freibetrag anwendet. Wer in der Schweiz wettet und einen grossen Gewinn erzielt, fragt den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Bei Gewinnen aus Anbietern ohne Schweizer Bewilligung gilt keine Verrechnungssteuer – der Anbieter behält keine Schweizer Quellensteuer ein. Die kantonale Steuerpraxis ist uneinheitlich: Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Andere Kantone haben andere Praktiken. Wer im Ausland spielt und einen Gewinn erzielt, fragt ebenfalls den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung. Die Antwort ist nicht einheitlich.
Was am Ende übrig bleibt – die Bilanz einer Snooker-Saison
Wer eine Snooker-Saison aktiv wettet, sieht am Ende eine Bilanz, die sich aus mehreren Faktoren zusammensetzt: Anzahl Wetten, durchschnittliche Marge der gewetteten Märkte, Trefferquote, Boosts und Boni, Auszahlungs-Verzögerungen, eventuelle Spielsperren, die das Spiel einschränken. Wer die Marge nicht kennt, sieht am Ende eine negative Bilanz und sucht die Schuld bei den Quoten oder der Mechanik. Das ist der Punkt, an dem das Wettverhalten sich ändert: Wer die Marge versteht, wettet weniger und seltener, mit klareren Märkten und ohne Boosts, die das Verhalten verzerren.
Snooker ist kein Sport, der Wettende reich macht. Snooker ist ein Sport, der Wettende unterhält, wenn sie die Mechanik verstehen und die Limits respektieren. Wer das nicht versteht, verliert, und die Marge ist der Grund, nicht die Quote.
Häufig gestellte Fragen
Wo darf in der Schweiz legal auf Snooker gewettet werden?
In der Schweiz dürfen ausschliesslich Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport Sportwetten anbieten – das ergibt sich aus der interkantonalen Vereinbarung und dem Geldspielgesetz (BGS). Swisslos bedient die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein; die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone. Wer ausserhalb dieser Veranstalter spielt, spielt ohne Schweizer Bewilligung und ohne Schweizer Schutzregime.
Ist Snooker auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten aufgeführt?
Ja, Snooker erscheint auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026). Welche Wettarten genau angeboten werden, hängt vom Eintrag in der Liste ab – typischerweise Matchsieger, Framesieger, Handicap und Total Frames Over/Under. Märkte, die nicht auf der Liste stehen, dürfen in der Schweiz nicht angeboten werden, auch wenn sie anderswo selbstverständlich sind.
Wie gross ist die Marge in Snooker-Quoten, und wie wirkt sie sich auf die Auszahlung aus?
Die Marge in Snooker-Märkten liegt je nach Markt und Anbieter zwischen rund 4 % bei grossen Triple-Crown-Turnieren und rund 30 % bei Turniersieger-Märkten vor Turnierbeginn. Eine Marge von 5 % auf einem 1.90/1.90-Markt bedeutet, dass der Anbieter rund fünf Rappen von jedem Franken Einsatz einbehält; eine Marge von 10 % bedeutet rund zehn Rappen. Wer langfristig spielt, zahlt die Marge mit jeder Wette, was die Bilanz am Ende der Saison spürbar macht.
Wie wird der Gewinn bei einer Wette auf einen Frame- oder Matchsieger aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinn ist Einsatz mal Quote; bei einer Einzelwette auf den Frame- oder Matchsieger zu CHF 100 Einsatz und Quote 2.10 beträgt der Bruttogewinn CHF 210, der Nettogewinn CHF 110. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote; eine Vierer-Kombi zu je 2.10 hat die Gesamtquote rund 19.45, der Nettogewinn bei CHF 100 Einsatz rund CHF 1’845. Sporttip rundet den Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen und dann auf fünf Rappen ab.
Wie werden Livewetten auf einzelne Frames abgerechnet, und was gilt bei zu spät platzierten Wetten?
Livewetten bei Sporttip werden unabhängig davon abgerechnet, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintritt des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 – das gilt auch für Snooker-Frames, deren Ergebnis bereits feststeht. In spielentscheidenden Situationen, etwa beim Re-spotted Black, kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live auf Snooker wettet, sollte die Sekunden zwischen Frame-Ende und Wettannahme im Auge behalten.
Wie werden Gewinne von Anbietern ohne Schweizer Bewilligung steuerlich behandelt?
Gewinne von Anbietern ohne Schweizer Bewilligung unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer – der Anbieter behält keine Schweizer Quellensteuer ein. Die kantonale Praxis ist uneinheitlich: Thurgau behandelt solche Gewinne als voll steuerbares Einkommen, andere Kantone haben andere Regeln. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt und einen Gewinn erzielt, fragt den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung nach der im Wohnsitzkanton geltenden Praxis.
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Inhalt erstellt vom Team «livewettench»
