Was es kostet, in der Schweiz auf die Serie A zu wetten

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball liegt auf dem Anstosspunkt eines leeren Rasenplatzes in der Abenddämmerung, dahinter leuchten Flutlichtmasten über einer Tribüne.

Wer in der Schweiz auf die Serie A wetten will, landet rasch bei zwei Namen: Sporttip von Swisslos und Jouez Sport von Loterie Romande. Nur diese beiden dürfen hier Sportwetten anbieten, und nur sie unterstehen der Aufsicht der Gespa. Alles andere – jede ausländische Plattform mit ihrem Werbeversprechen, jedem Bonuscode aus einer Push-Benachrichtigung – bewegt sich ausserhalb der Schweizer Bewilligung. Die Seite ordnet ein, was das für die Wette selbst bedeutet: welche Wettarten es gibt, wie die Quoten zustande kommen, was die eingebaute Marge kostet, welche Regeln vor der ersten Wette stehen und wo eine Wette von der Steuer betroffen ist. Stand: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen Sporttip (Version 4.2) sowie den aktuellen Stand der Gespa-Bewilligungen.

Die Serie A 2025/26 lief vom 23. August 2025 bis zum 24. Mai 2026; Meister wurde Inter Mailand mit 87 Punkten.

Spielerschutz zuerst: was vor der ersten Wette festgelegt sein muss

Bevor, bevor sie den ersten Tipp abgeben, müssen Spielende bei Sporttip drei Verlustlimiten setzen – für 1, 7 und 30 Tage. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite wird sofort wirksam, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; hinzu kommt die Möglichkeit einer freiwilligen Einzahlungslimite, ebenfalls auf 30 Tage bezogen. Wer diese Schritte nicht selbst geht, kann nicht wetten – das ist die Schutzlogik, die das Geldspielgesetz den Veranstaltern vorschreibt.

Bei Loterie Romande läuft das Schutzpaket vergleichbar. Eine Spielsperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst setzen, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Wer sich unbefristet sperrt, wird in ein schweizweites Register eingetragen, das auch für Casinos – einschliesslich Online-Casinos – und für das Fürstentum Liechtenstein gilt. Die kürzere Variante ist eine Pause; sie hilft, den Abstand zu finden, bevor aus dem Wettverhalten ein Problem wird. Eine Aufhebung der freiwilligen Sperre ist frühestens nach drei Monaten möglich, eine spezialisierte Stelle wird miteinbezogen. Minderjährige ist von der Teilnahme ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Ereignis beteiligt ist, darf auf dieses Ereignis nicht setzen.

Prognosen: warum eine gute Begründung trotzdem kein Einkommen ist

Wer sich mit Serie-A-Tipps beschäftigt, wägt Form, Tabellenstand, Verletzungen und die Tendenz der letzten Spiele ab. Daraus entsteht eine Einschätzung, die sich zwingend am Wettmarkt messen lassen muss: Die Quote ist die komprimierte Sicht aller Marktteilnehmer, und eine eigene Prognose ist nur dann etwas wert, wenn sie die Quote rechtfertigt. Die meisten Wetten verlieren, und eine informierte Wette verliert nicht weniger häufig als eine spontane – sie verliert nur bewusster.

Eine kleine Messingwaage steht auf einem Holzschreibtisch vor einem Fenster, durch das Licht in einen ruhigen Büroraum fällt.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Die populären Tipps-Seiten versprechen Gewinnquoten von 70 % oder mehr. Gemessen daran, dass selbst ein Buchmacher auf lange Sicht nur die Marge abschöpft, sind solche Zahlen mit keinem seriösen Modell erreichbar. Was bleibt, ist Handwerk: Wettende, die protokollieren, was sie getippt hatten, was die Quote war und was am Ende herauskam, sehen nach drei Monaten, ob ihr Modell trägt. Wer nach dieser Zeit keinen positiven Saldo vorweisen kann, hat kein Einkommen aus Wetten – nur ein Hobby mit Buchhaltung.

Wie Quoten entstehen und was die Marge kostet

Eine Quote ist keine Prognose. Sie ist das Produkt aus Wahrscheinlichkeitseinschätzung und Marge. Was der Buchmacher hält, ist die Marge; was er auszahlt, ist der Rest.

Eine Espressotasse und ein Bleistift liegen auf einem Caféhaustisch neben einer gefalteten Stoffserviette im Licht der Morgensonne.
Die Serie A hat seit der Saison 2004/05 20 Vereine; jeder Verein bestreitet 38 Spieltage im Hin- und Rückspiel.

Vom Dreiweg zum Preis

Ein einzelner Spieltag bietet den Dreiweg 1 (Heimsieg) / X (Unentschieden) / 2 (Auswärtssieg). Drei Werte komponieren, was ein Spitzenmatch der Saison haben könnte: 2.10 für den Favoriten zu Hause, 3.40 für das Remis, 3.60 für den Auswärtssieg. Wer alle drei Ausgänge zu diesen Quoten setzt, bekommt auf einen Franken Einsatz nicht einen Franken zurück, sondern weniger – den Rest behält der Veranstalter.

Die Rechnung

Auszahlungsquote: 1 ÷ (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60) = 1 ÷ (0.4762 + 0.2941 + 0.2778) = 1 ÷ 1.0481 = 95,4 %. Die Marge dieses Marktes: 1 − 0’954 = 4,6 %. Auf lange Sicht kostet dieser Markt 4,6 Rappen pro gesetztem Franken – gleichgültig, wer gewinnt. Bei ausgeglicheneren Spielen, in denen alle drei Quoten näher beieinander liegen, steigt die Marge schnell auf 6 bis 8 %; bei klaren Favoritenwetten, wo der Heimsieg mit 1.40 quotiert wird, kann sie unter 3 % sinken.

Warum das den Wettenden interessiert

Die Marge ist nicht abstrakt. Wer 1’000 Francs im Monat auf Meisterschaftsspiele der Serie A setzt, verliert davon rechnerisch 46 bis 80 Francs allein an den Quoten – das ist die Gebühr, die im Preis steckt. Jede Wette, die nicht gewinnt, ist vollständig verloren; jede Wette, die gewinnt, trägt einen Teil dieser Marge bereits abgezogen. Wer die Quoten vergleicht, vergleicht darum vor allem Margen.

Wettarten: vom Einzeltipp zur Kombiwette

Einzel- und Kombiwetten

Die Einzelwette ist der einfachste Fall – ein Tipp auf ein Ereignis, ein Gewinn bei Quote × Einsatz oder ein Verlust des Einsatzes. Die Kombiwette multipliziert die Quoten mehrerer Einzeltipps; die Auszahlung ist Einsatz × Produkt der Quoten. Das Produkt ist verlockend, aus 14 Kombinationen wird schnell eine vierstellige Quote – aber die Wahrscheinlichkeit sinkt mit jedem Bein. Eine Vierer-Kombi mit Quote 2.00 auf jedem Bein zahlt 16.00, gewinnt aber nur in etwa einem von 16 Fällen.

Bei Sporttip gilt für den Kombiboost: mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von mindestens 1.50, online (Prematch, Live, System), pro Person nur einmal nutzbar. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, und ein Cash-Out vor Spielende lässt den Boost verfallen.

Systemwetten

Systemwetten sind das Gegenstück zur Kombi: nicht alle Beine müssen treffen, damit die Wette ausbezahlt wird. Wer eine Systemwette 3 aus 4 setzt, gewinnt bereits, wenn drei der vier Tipps stimmen – bezahlt wird dann allerdings nur der Anteil der passenden Kombinationen, nicht das volle System. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000, gegenüber CHF 1’000 für Einzel- und Kombiwetten; CHF 1 ist der Mindesteinsatz für alle drei Formen.

Langzeitwetten

Langzeitwetten zielen auf Saisondaten: Meister, Champions-League-Qualifikation, Torschützenkönig, erster Absteiger. Die Quote auf einen Spitzenfaktoren steht früh hoch und sinkt mit jedem Sieg; wer früh setzt, akzeptiert einen schlechteren Preis für eine Position, die später ohnehin Stand der Dinge ist. Bei Inter Mailand als Tabellenführer im November kann die Meisterquote noch bei 1.80 stehen, im März bei 1.15. Das ist nicht dasselbe Risiko – es sind zwei Wetten auf denselben Ausgang mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten.

Live-Wetten

Cash-Out bei Sporttip ist vollständig und ohne Teilauszahlung; möglich für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online. Der Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt zur Verfügung steht, besteht nicht. Wichtig: Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.

Die italienische Meisterschaft: Aufbau, Spielplan, Saison

20 Vereine, 38 Spieltage

Die Serie A umfasst seit der Saison 2004/05 20 Vereine, davor 18. Jeder Verein bestreitet 38 Spieltage im Hin- und Rückspiel. Die Saison läuft von Ende August bis Ende Mai. Der Spielplan ist damit eng: Während die Schweizer Super League im Juli in die Vorbereitung startet, läuft die Serie A bereits im Ligabetrieb.

Auf- und Abstieg

Die letzten drei Mannschaften steigen in die Serie B ab. Aufsteigen die beiden Besten der Serie B sowie der Sieger der Play-offs der Plätze 3 bis 6. Der Wettmarkt für Auf- und Abstieg ist deshalb gross: Sechs Mannschaften kämpfen um den Verbleib, vier um den Aufstieg.

Punktgleichheit und Meisterschaft

Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich; Entscheidungsspiele wurden bis zur Saison 2005/06 ausgetragen. In der Praxis wird der Meister in der italienischen Liga fast immer vor dem letzten Spieltag feststehen – Titelrennen mit einem Foto-Finish sind selten.

Historisches

Die erste italienische Meisterschaft wurde 1898 ausgetragen, den ersten Titel gewann der CFC Genua. Den Namen Serie A trägt die Liga seit der Reform von 1946, mit der die Lega Calcio entstand. Rekordmeister ist Juventus Turin mit 36 Titeln, gefolgt von Inter Mailand mit 21 und dem AC Mailand mit 19 Titeln.

Die abgeschlossene Saison 2025/26

Die Saison 2025/26 lief vom 23. August 2025 bis zum 24. Mai 2026. Meister wurde Inter Mailand mit 87 Punkten. Torschützenkönig wurde Lautaro Martínez von Inter Mailand mit 17 Toren. Abgestiegen sind US Cremonese (34 Punkte), Hellas Verona (21 Punkte) und Pisa SC (18 Punkte).

Bewilligte Veranstalter im Überblick

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Bewilligungsbasis
Sporttip (Swisslos) Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel (Vertragsgebiet: Deutschschweizer Kantone, Tessin, Liechtenstein)
Jouez Sport (Loterie Romande) Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung BGS Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne (Vertragsgebiet: FR, GE, JU, NE, VD, VS)

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto öffnet nur, wer im Vertragsgebiet wohnt; die Daten werden aus einem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Mindestalter ist 18 Jahre; jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Warum ausländische Anbieter hier kein Thema sind

Ausländische Plattformen – ob 22Bet, IviBet, BassBet, Sportuna, Rollbit, BillyBets, BetAlright oder myBet – haben keine Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Geltung. Es gilt: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Beschwerdestelle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren – Ende 2025 umfasste die Liste 671 Domains. Blockierte Domains tauchen unter neuen Adressen wieder auf; die Gespa nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping. Für Schweizer Spielende heisst das: Wer bei einem ausländischen Anbieter einzahlt, hat im Streitfall keinen Schweizerischen Rechtsschutz, Gewinne können im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und im Kanton Thurgau werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen als steuerbares Einkommen behandelt – unabhängig von der Höhe. Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist eine Widerhandlung im Verwaltungsstrafrecht; die Strafe kann bis zu CHF 500’000 betragen.

Sporttip im Detail

Sporttip ist das Sportwettenangebot von Swisslos und der einzige Anbieter, der in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein legal Sportwetten vermittelt. Die Plattform reicht von Einzelwetten ab CHF 1 bis zum Kombiboost mit bis zu 100 % Bonus auf den Nettogewinn.

Wettangebot und Quoten

Das Wettprogramm folgt der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Serie-A-Spiele sind dort gelistet, inklusive Hin- und Rückspiel, Meisterschaft, Top-Scorer und Auf- und Abstieg. Eckball-, Karten- und spezielle Spielermärkte erscheinen in der Liste nicht. Live-Wetten sind möglich; die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, werden mit Quote 1.00 gewertet; in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Schutzfunktionen

Die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage stehen vor der ersten Wette; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Spielsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich; eine unbefristete Sperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos.

Limits und Auszahlung

Mindesteinsatz CHF 1; Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombiwetten, CHF 10’000 für Systemwetten. Swisslos kann die Limits jederzeit ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Cash-Out ist nur online, nur vollständig, nur bei bestehendem Angebot – Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Verteilung und Förderung

Swisslos hat im Geschäftsjahr 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Millionen ausgeschüttet: CHF 506 Millionen an die kantonalen Fonds und CHF 56 Millionen an die Stiftung Sportförderung Schweiz – unter anderem für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Millionen, nach CHF 122 Millionen im Vorjahr.

Wertung für Schweizer Wettende, die in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnen: Sporttip ist die einzige legale Option, und das Schutzpaket ist substanziell. Wer auf Margen und Limits achtet, hat das vollständige Bild.

Jouez Sport im Detail

Jouez Sport ist das Pendant für die Romandie. Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende; die Adresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne.

Wettangebot und Quoten — Jouez Sport im Detail

Das Programm folgt derselben Gespa-Liste wie Sporttip. Wer in Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg, Jura oder Wallis wohnt, kann online ein Konto eröffnen; wer in einem Deutschschweizer Kanton wohnt, kann das nicht. Die Plattform bedient dieselben Wettarten, dieselben Märkte und dieselben Limits.

Schutzfunktionen und Limits

Die Schutzlogik ist identisch: Verlustlimiten vor der ersten Wette, freiwillige Einzahlungslimite, Spielsperre produktbezogen für 1 bis 180 Tage, unbefristete Sperre im schweizweiten Register. Limits und Höchsteinsätze bewegen sich in derselben Grössenordnung wie bei Sporttip.

Wertung für Westschweizer Wettende

Für Spielende in der Romandie ist Jouez Sport die einzige legale Adresse. Das Schutzpaket entspricht dem von Swisslos, das Wettangebot folgt der gleichen Liste. Wer in der Romandie wohnt und auf Sporttip spielen möchte, kann das nicht.

Was eine Wette kostet: Steuern und Freibeträge

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die Schwelle ist hoch: ab 1. Januar 2026 liegt sie bei CHF 1’071’000. Unterhalb davon fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an – die meisten Wettenden gewinnen weit unter dieser Grenze und haben deshalb keine Abrechnung mit dem Steueramt.

Liegt ein Gewinn über dem Freibetrag, behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Die Verrechnungssteuer wird zurückerstattet, wenn der Gewinn in der Steuererklärung deklariert wird. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich – «je nach Kanton» ist die ehrliche Formel. Wer unsicher ist, fragt die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater. Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, werden aber je nach Kanton als Einkommen behandelt; Thurgau besteuert sie unabhängig von der Höhe.

Steuern und ausländische Anbieter

Bei ausländischen Anbietern fehlt die Schweizer Verrechnungssteuer – aber es fehlt auch der Freibetrag. Die kantonale Praxis unterscheidet sich: Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen. Andere Kantone ziehen den Freibetrag ebenfalls nicht ab. Wer einen grösseren Gewinn aus einem ausländischen Angebot realisiert, sollte die kantonale Praxis vor der Deklaration prüfen.

Wettquoten und was die Regulierung kostet

Die Gespa-Liste der zugelassenen Wettbewerbe und Wettarten ist abschliessend. Was nicht in der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Das schränkt das Wettprogramm ein: keine Eckball- und Kartenmärkte, keine Esports-Sektion, keine Wetten auf Trainingsläufe, keine Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows. Wettende, die von internationalen Plattformen breitere Märkte gewohnt sind, finden bei Sporttip und Jouez Sport eine engere Auswahl – aber nur diese Auswahl ist hier legal.

Die Marge ist im Vergleich zu internationalen Top-Plattformen moderatisch. Sporttip arbeitet mit einer Gesamtquote – der Auszahlungsquote, die alle drei Wege eines 1X2-Marktes abdeckt – von rund 95 %, was einer Marge von etwa 5 % entspricht. Das ist konkurrenzialig zu den grossen europäischen Buchmachern und besser als viele ausländische Angebote.

Kontoeröffnung und Verifikation

Wer ein Online-Konto bei Sporttip oder Jouez Sport eröffnen will, muss volljährig sein, im Vertragsgebiet wohnen und sich identifizieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Jede Person darf sich nur einmal registrieren; eine zweite Anmeldung wird gesperrt.

Die Verifikation ist kein Hindernis – sie ist Teil des Schutzes. Wer nicht im Vertragsgebiet wohnt, kann kein Konto eröffnen; wer minderjährig ist, kann nicht spielen; wer gesperrt ist, hat keinen Zugang. Dieses Verfahren ist die Grundlage dafür, dass Gewinne tatsächlich ausgezahlt werden, dass das Schutzpaket funktioniert und dass die Aufsicht weiss, wer wettet.

Live-Wetten und Cash-Out

Live-Wetten und Spielverlauf

Live-Wetten bei Sporttip sind Teil des Programms. Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird; wer nach dem Ausgang platziert, spielt mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, VAR – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten, wenn die Quote vor dem Spielausgang noch nicht erfasst war. Wer live spielt, sollte die Quote sehen, bevor er setzt.

Cash-Out

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live. Das Angebot ist nur online verfügbar, nur vollständig (kein Teilauszahlung), und Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt anbieten. Der Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.

Langzeit- und Meisterschaftswetten

Die Meisterschaftswette auf Inter Mailand, Juventus oder den AC Mailand ist die klassische Langzeitwette auf die Serie A. Wer auf den Meister setzt, akzeptiert eine niedrige Quote, wenn der Favorit vorne liegt, und eine hohe Quote, wenn er früh in der Saison schwächelt. Die Quote auf einen Top-Verein liegt zu Saisonbeginn zwischen 3.50 und 8.00, bei klarer Tabellenführung sinkt sie unter 1.50.

Die Torschützenkönig-Wette wird vor allem von Wettenden platziert, die einen Stürmer über Monate verfolgen. Die Quote auf einen etablierten Torschützenhäss liegt früh bei 5.00 bis 15.00, spät in der Saison bei 1.50 bis 3.00, wenn der Vorsprung gross ist. Eine Wette auf einen unbekannten Stürmer, der in die Bresche springt, ist eine Wette auf den Formanstieg – eine Wette mit hoher Quote und niedriger Wahrscheinlichkeit.

Bet Builder und Kombinationen

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer mehrere Märkte desselben Spiels kombinieren will, nutzt den Bet Builder – die separate Funktion im Wettschein.

Der Kombiboost erfordert mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von mindestens 1.50 und ist nur online verfügbar. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich nach Anzahl der Voraussagen: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Was die Wettbörsen im Ausland anders machen

Im Ausland sind Wettbörsen wie Betfair oder Smarkets üblich – Wettende handeln gegeneinander, der Anbieter nimmt nur eine Kommission. Diese Modelle sind in der Gespa-Liste nicht vorgesehen; was bei Sporttip und Jouez Sport läuft, ist klassisches Buchmachermodell mit festen Quoten. Schweizer Wettende, die das Börsenmodell gewohnt sind, finden bei Sporttip ein anderes Preis-Leistungs-Verhältnis: keine gegenseitigen Wetten, keine Kommission, dafür Quoten mit eingebauter Marge.

Was kostet eine Wette konkret?

Eine Wette von CHF 50 auf Quote 2.10 zahlt bei Gewinn CHF 105 – Einsatz CHF 50 plus Reingewinn CHF 55. Eine Wette von CHF 50 auf Quote 1.50 zahlt CHF 75. Eine Wette von CHF 50 auf Quote 3.40 zahlt CHF 170. Eine Kombiwette von CHF 20 mit vier Beinen à Quote 2.00 zahlt bei Gewinn CHF 320 – Einsatz CHF 20 plus Reingewer CHF 300.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wette gewinnt, ist eine andere Zahl als die Quote. Eine Quote von 2.10 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 47,6 %, eine Quote von 3.40 von 29,4 %, eine Quote von 1.50 von 66,7 %. Auf lange Sicht gewinnt die Minderheit der Wetten, und die Marge des Buchmachers wird zum Ertrag des Anbieters.

Wer ausländische Anbieter nutzt, sollte wissen

Wer ausländische Plattformen nutzt – 22Bet, IviBet, BassBet, Sportuna, Rollbit, BillyBets, BetAlright oder myBet –, verlässt den Schutzrahmen der Schweiz. Die Plattformen haben keine Schweizer Bewilligung, sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen und bieten keine Schweizer Beschwerdestelle. Werbeanzeigen für diese Anbieter können auf das Schweizer Compliance-Radargerät kommen, weil Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel eine Widerhandlung ist. Schweizerische Steuerpraxis: Gewinne aus diesen Anbietern sind im Kanton Thurgau vollständig steuerbar; andere Kantone ziehen den Freibetrag nicht ab.

Für Wettende in der Schweiz heisst das: Wer einen ausländischen Anbieter nutzt, hat mehr Wettmärkte, mehr Boni, mehr Zahlungsmethoden – aber keinen Schweizer Schutz. Wer in der Schweiz wettet, bleibt bei Sporttip oder Jouez Sport; wer einen ausländischen Anbieter wählt, hat die Konsequenzen zu tragen.

Häufig gestellte Fragen

Nur Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen hier Sportwetteninhalte anbieten. Beide haben die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz; die Aufsicht führt die Gespa. Ausländische Lizenzen – aus Malta, Curaçao, Deutschland oder anderen Ländern – haben in der Schweiz keine Geltung.

Sind Wetten auf italienischen Fussball von der Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten gedeckt?

Ja. Die Serie A steht auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettbewerbe. Was nicht gedeckt ist: Wetten auf Trainingsläufe, Eckball- und Kartenmärkte, Esports, Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows. Wettende, die diese Märkte suchen, finden sie bei Schweizer Anbietern nicht.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette auf einen Spieltag aus Einsatz und Quote?

Eine Wette von CHF 50 auf Quote 2.10 zahlt bei Gewinn CHF 105. Eine Wette von CHF 20 auf Quote 1.50 zahlt CHF 30. Der Einsatz wird bei der Auszahlung mit dem Gewinn zurückerstattet; der Reingewinn ist Auszahlung minus Einsatz.

Was bedeutet die Marge in den Quoten für Meister- und Langzeitwetten?

Die Marge ist der Anteil, den der Buchmacher vom Umsatz behält. Eine Auszahlungsquote von 95 % – typisch für Schweizer Anbieter – bedeutet eine Marge von 5 %. Auf eine Wette von CHF 100 kostet die Marge 5 CHF, gleichgültig bis die Wette gewinnt oder verliert. Bei Langzeitwetten ist die Marge oft höher, weil die Quoten weiter auseinander liegen und die Buchmacher mehr Spielraum haben.

Was gehört bei Fussballwetten zur regulären Spielzeit, und zählt die Nachspielzeit mit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die normale Spieldauer – beim Fussball 90 Minuten – plus die Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf das Ergebnis nach 90 Minuten plus Nachspielzeit ist die Standardwettung; eine Wette auf das Ergebnis nach Verlängerung ist eine separate Wette.

Ab welchem Betrag wird ein Gewinn aus Sporttip oder Jouez Sport besteuert, und was gilt je nach Kanton?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die Schwelle ist hoch: ab 1. Januar 2026 liegt sie bei CHF 1’071’000. Oberhalb dieses Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die zurückerstattet wird, wenn der Gewinn in der Steuererklärung deklariert wird. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich – «je nach Kanton». Wer unsicher ist, fragen die kantonale Steuerverwaltung.

Inhalt erstellt vom Team «livewettench»