1x2-Wette in der Schweiz: was die drei Ausgänge bedeuten und wer sie anbieten darf
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Aktualisiert am Oktober 19, 2026 · geprüft gegen die Spielregeln von Sporttip und das Reglement von Jouez Sport.
Die 1×2-Wette ist der einfachste Markt, den ein Buchmacher anbietet – und in der Schweiz gleichzeitig einer der am stärksten regulierten. Auf dem Wettschein stehen drei Zeichen für drei mögliche Ausgänge eines Spiels: «1» für den Heimsieg, «X» für das Unentschieden, «2» für den Auswärtssieg. Wer auf eines dieser Zeichen setzt, wettet darauf, dass am Ende der regulären Spielzeit genau dieser Ausgang feststeht. Die Quote, die der Anbieter jedem Zeichen gibt, entscheidet darüber, was ein gewonnener Tipp ausbezahlt – und was er den Buchmacher kostet, wenn er verliert.
Die 1×2-Wette ist die gängigste Form der Ergebniswette. Sie bedeutet, dass der Spielausgang nach der regulären Spielzeit gewettet wird: «1» für den Heimsieg, «X» für ein Remis, «2» für den Auswärtssieg. Hier erfahren Sie, wie sich die Quote berechnet, wo die Marge liegt und wie das Schweizer Glücksspielrecht die Auswahl der Wettanbieter und Wettbewerbe einschränkt. Der ehrliche Befund zum Start: Die Schweiz kennt nur zwei bewilligte Organisatoren – Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles andere spielt sich ausserhalb der Schweizer Bewilligung ab, ohne Schutz durch das Geldspielgesetz und ohne Anbindung an die Spielsperre.
Was die 1×2-Wette eigentlich ist – und was die Zeichen bedeuten
Eine 1×2-Wette ist eine Dreiwege-Wette auf den Ausgang eines Sportereignisses. Sie steht fast immer im Fussball, weil dort ein Unentschieden ein reguläres Ergebnis ist – im Tennis, im Basketball oder im Eishockey gibt es diesen Markt kaum, weil es dort nach regulärer Spielzeit keinen dritten Ausgang gibt. Die drei Zeichen auf dem Wettschein stehen für genau diese drei Möglichkeiten, wie ein Spiel enden kann:

- 1 steht für den Heimsieg. Das Heimteam gewinnt das Spiel.
- X steht für das Unentschieden. Nach regulärer Spielzeit steht es unentschieden.
- 2 steht für den Auswärtssieg. Das Auswärtsteam gewinnt das Spiel.
Wer auf «1» tippt, wettet darauf, dass die Heimmannschaft gewinnt. Wer auf «X» tippt, wettet auf ein Remis. Wer auf «2» tippt, setzt auf die Auswärtsmannschaft. Eine Wette auf eines der Zeichen gewinnt, wenn genau dieser Ausgang eintritt; sie verliert, wenn ein anderer eintritt. Es gibt keine weiteren Bedingungen – die 1×2-Wette ist die einfachste Form der Ergebniswette.
Die Schreibweise variiert. In der Schweiz steht auf vielen Wettscheinen «0» statt «X» für das Unentschieden, weil die Null in der Mitte der drei Zeichen den Mittelweg am klarsten markiert. Wer einen Wettschein von Sporttip oder Jouez Sport vor sich hat, sieht oft «1 / 0 / 2» – das ist dieselbe Wette, nur mit einer anderen Schreibweise des Unentschieden-Zeichens. Beide Bezeichnungen bezeichnen dasselbe Produkt.
Die reguläre Spielzeit – und was bei Verlängerung passiert
Eine 1×2-Wette zählt das Ergebnis nach der regulären Spielzeit, nicht das Ergebnis eines möglichen Penaltyschiessens. Bei einem Fussballspiel sind das 90 Minuten plus die Nachspielzeit, die der Schiedsrichter nachspielen lässt. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist – sonst ist Schluss nach 90 Minuten und Nachspielzeit. Das steht so in den Spielregeln von Sporttip und gilt entsprechend auch für die westschweizer Wettscheine. Wer auf «X» tippt und das Spiel geht in die Verlängerung, hat dann trotzdem nur dann gewonnen, wenn die reguläre Spielzeit unentschieden endete; ein Unentschieden nach 120 Minuten zählt nicht, wenn das Spiel schon nach 90 Minuten entschieden war.

Kombiwetten auf 1×2
Eine Kombiwette kombiniert mehrere 1×2-Wetten auf verschiedene Spiele zu einem Wettschein. Gewonnen ist die Kombi nur, wenn jede einzelne Voraussage eingeht. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten: Eine 1×2-Wette mit Quote 2.10 kombiniert mit einer zweiten mit Quote 1.80 ergibt eine Gesamtquote von 2.10 × 1.80 = 3.78. Wer mit einem Einsatz von CHF 10 setzt, gewinnt bei diesem Wettschein CHF 37.80 brutto, also CHF 27.80 Nettogewinn. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet – aus CHF 37.80 wird also CHF 37.80, weil 37.45 schon unterschritten wäre; das klingt klein, schluckt bei vielen Tipps über ein Jahr spürbar Rappen.
Quote und Marge – wie der Buchmacher an der 1×2-Wette verdient
Jedes Zeichen auf dem Wettschein hat eine Quote. Die Quote ist nichts anderes als der Multiplikator, mit dem der Einsatz multipliziert wird, wenn die Wette gewinnt. Eine Quote von 2.10 heisst: Wer CHF 10 setzt, gewinnt bei einem richtigen Tipp CHF 21.00 brutto zurück, also CHF 11.00 Nettogewinn. Eine Quote von 4.50 heisst: CHF 10 Einsatz werden zu CHF 45.00 brutto, also CHF 35.00 Nettogewinn.
Die Quote wird vom Buchmacher festgelegt – oder genauer: von einem Team, das die Quoten so kalibriert, dass der Buchmacher unabhängig vom Ausgang Geld verdient. Das Werkzeug dafür ist die Marge. Die Marge ist der Anteil jedes Einsatzes, den der Buchmacher im Schnitt einbehält – das Gegenstück zur Auszahlungsquote, die angibt, welcher Anteil an die Wettenden zurückfliesst. Eine Auszahlungsquote von 95 % bedeutet eine Marge von 5 %.
Wie das rechnerisch zusammenhängt, zeigt ein einfacher Markt mit zwei Ausgängen. Angenommen, ein Buchmacher bietet auf ein fiktives Spiel mit nur zwei möglichen Ausgängen (zum Beispiel ein Tennismatch ohne Unentschieden) Quoten von 1.90 und 1.90 an. Dann rechnet sich die Auszahlungsquote so: 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 ≈ 0.9502, also rund 95 %. Die Marge ist 100 % minus 95 %, also 5 % – das heisst: Von jedem Franken, der insgesamt auf diesen Markt gesetzt wird, wandert im langfristigen Schnitt rund 5 Rappen in die Kasse des Buchmachers und 95 Rappen an die Wettenden zurück.
Bei einer echten 1×2-Wette mit drei Ausgängen wird es etwas komplizierter, aber das Prinzip bleibt dasselbe. Für ein Fussballspiel mit ungefähr ausgeglichenen Kräftenverhältnissen könnte der Buchmacher etwa Quoten von 2.10 auf «1», 3.40 auf «X» und 3.60 auf «2» anbieten. Dann ergibt sich die Auszahlungsquote als 1 ÷ (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60) = 1 ÷ (0.4762 + 0.2941 + 0.2778) = 1 ÷ 1.0481 ≈ 0.9542 – rund 95.4 %. Die Marge liegt bei rund 4.6 %, also ungefähr 5 Rappen pro Franken Einsatz. Für ein stark favorisiertes Heimteam könnten die Quoten 1.45 / 1.7 / 2.6 sein und die Marge immer noch im Bereich von 5 bis 6 % liegen – je nachdem, wie der Buchmacher die Quoten kalibriert. Diese Bedingungen zeigen: Solange die Quoten in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen, liegt die Marge meistens in der Bandbreite von etwa 4 bis 7 %, mit einem Schwerpunkt knapp unter 5 % bei den grossen europäischen Fussballligen. Wer darauf achtet, vergleicht nicht die einzelne Quote, sondern die Marge des Marktes.
Warum die Quote nicht die Wahrscheinlichkeit ist
Eine Quote von 2.00 entspricht nicht einer 50-prozentigen Gewinnwahrscheinlichkeit – auch wenn das auf den ersten Blick so aussieht. Eine faire Wette mit 50 % Wahrscheinlichkeit hätte eine Quote von 2.00 plus Marge – also zum Beispiel 1.95. Eine Quote von 2.00 enthält bereits einen kleinen Puffer zugunsten des Buchmachers. Wer umrechnen will, was eine Quote «fair» macht, teilt 1 durch die Quote – eine Quote von 2.00 entspricht dann 50 %, eine Quote von 1.50 entspricht 66.7 %, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %. Das ist die implizite Wahrscheinlichkeit, die der Buchmacher dem Ausgang beimisst – und genau diese impliziten Wahrscheinlichkeiten addieren sich zu mehr als 100 %, weil die Marge eingepreist ist.
Was das in der Praxis heisst: Eine Quote von 2.10 auf den Heimsieg heisst nicht «der Heimsieg ist mit 47.6 % Wahrscheinlichkeit erwartet», sondern «der Buchmacher hält 47.6 % für angemessen und kassiert dafür eine Gebühr». Welche Gebühr das genau ist, hängt davon ab, wie hoch die Quoten der anderen Ausgänge sind – und genau deshalb muss man alle drei Quoten zusammen betrachten, um die Marge zu sehen.
Wie eine Quote zustande kommt
Die Quote kommt nicht aus dem Bauch heraus. Ein Team von Personen, oft Quoten-Setzer oder Trader genannt, beobachtet das Spiel, die Aufstellung, die Form, die Verletzungen und passt die Quote an, sobald sich etwas ändert. Dabei orientieren sie sich an einem internen «fairen» Modell – einer Quote, die ohne Marge gelten würde – und schlagen die Marge drauf. Auf das «faire» Modell kommt es an: Wer ein gutes Modell hat, kann die Marge klein halten und trotzdem Gewinn machen, weil das Modell die echte Wahrscheinlichkeit besser trifft als das Modell der Konkurrenz.
In der Schweiz gibt es allerdings keine Konkurrenz bei den Buchmachern, weil nur zwei Organisatoren bewilligt sind. Das hat zwei Folgen: Erstens konkurrieren Swisslos und Loterie Romande nicht direkt um Margen, weil ihr gemeinsamer Markt territorial aufgeteilt ist – Sporttip bedient die Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein, Jouez Sport die Romandie. Zweitens bedeutet die fehlende Konkurrenz, dass der Anreiz für sehr knappe Margen kleiner ist als in Märkten mit zehn oder zwanzig Anbietern. Wer die Quote mit anderen europäischen Buchmachern vergleicht, sieht meist einen Unterschied – die Schweizer Quoten sind oft einen Tick schlechter, dafür läuft die Wette unter Schweizer Recht.
Die Schweizer Bewilligungslage – wer überhaupt wetten darf
In der Schweiz ist das Recht auf Sportwetten stark beschränkt. Das Geldspielgesetz (BGS) regelt seit dem 1. Januar 2019, wer in der Schweiz Sportwetten anbieten darf – und die Antwort lautet: nur zwei. Das sind die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip anbietet, und die Loterie Romande, die ihre Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport führt.
Die Gründe für diese Beschränkung liegen in der Geschichte des Schweizer Glücksspiels. Lotterien und Sportwetten galten lange als Mittel, um gemeinnützige Zwecke zu finanzieren – die Reinerträge der beiden Organisatoren fliessen in die AHV, in die Kantone und in zahlreiche gemeinnützige Projekte. Eine Öffnung des Marktes für ausländische Anbieter würde diese Mittel umleiten und gleichzeitig den Spielerschutz schwächen, weil ausländische Anbieter nicht an die Schweizer Spielsperre angeschlossen sind und keine Schweizer Bewilligung haben.
Die Aufsicht über die beiden Organisatoren führt die Gespa – die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Sie ist nicht zu verwechseln mit der ESBK, die nur für Casinos zuständig ist. Die Gespa prüft, ob die Spielregeln eingehalten werden, ob die Verlustlimiten funktionieren und ob die Liste der zugelassenen Sportarten und Wettbewerbe beachtet wird. Sie führt auch die Sperrliste – die Liste der ausländischen Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre blockieren.
Was bewilligt ist – und was nicht
Die Schweizer Bewilligung deckt nur die zwei Organisatoren ab. Eine ausländische Bewilligung – egal ob aus Malta, Curaçao, dem Vereinigten Königreich oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, tut das ohne Schweizer Bewilligung: ohne Spielsperre-Anschluss, ohne Schweizer Rechtsschutz, ohne die Möglichkeit, eine Beschwerde bei einer Schweizer Behörde einzulegen. Die Gespa kann die Domains ausländischer Anbieter auf die Sperrliste setzen – was in den letzten Jahren bei über 500 Domains passiert ist, mit aktualisierten Listen, weil die Anbieter ihre Domains regelmässig wechseln.
Was heisst das konkret für eine 1×2-Wette? Wer in der Schweiz auf ein Fussballspiel tippen will, hat die Wahl zwischen Sporttip (wenn er in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt) und Jouez Sport (wenn er in der Romandie wohnt). Wer bei einem anderen Anbieter wettet, wettet ohne Schweizer Bewilligung – was nicht verboten ist, aber auch nicht geschützt. Die Gewinne ausländischer Anbieter können zudem in einzelnen Kantonen wie Thurgau als Einkommen versteuert werden müssen.
Die Liste der zugelassenen Wettbewerbe
Nicht jedes Spiel darf in der Schweiz bewettet werden. Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten – eine geschlossene Liste, die festlegt, was überhaupt angeboten werden darf. Die Liste wird regelmässig aktualisiert; sie umfasst die grossen europäischen Fussballligen, die grossen Turniere (Champions League, WM, EM), die Schweizer Super League und die Swiss League im Eishockey, die NBA und weitere Profiligen. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht bewettet werden – auch wenn der gleiche Buchmacher das gleiche Spiel auf seiner Plattform anbietet.
Was bedeutet das für 1×2-Wetten konkret? Die grossen europäischen Fussballligen sind auf der Liste, also gibt es 1×2-Wetten auf Spiele der Bundesliga, der Premier League, der Serie A, der Ligue 1 und der spanischen La Liga. Auch für die Schweizer Super League gibt es 1×2-Wetten. Was nicht auf der Liste steht – etwa untere Ligen in südamerikanischen Ländern, Freundschaftsspiele ohne Wettbewerbscharakter oder Wettbewerbe mit überwiegend minderjährigen Teilnehmenden – darf nicht bewettet werden. Die Gespa-Liste kennt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine Esports; das sind alles Sachen, die bei ausländischen Anbietern selbstverständlich sind, in der Schweiz aber nicht angeboten werden dürfen.
Einsatzlimiten und Spielregeln bei Sporttip und Jouez Sport
Die beiden Schweizer Organisatoren haben unterschiedliche Limits und Regeln. Wer mit kleinerem Budget spielt, achtet auf den Mindesteinsatz; wer mit grösserem Einsatz spielt, achtet auf den Höchsteinsatz und die Gewinnobergrenze.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 (in den 2’350 Verkaufsstellen der Romandie CHF 3, für Multiples CHF 2) und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Die Gewinnobergrenzen unterscheiden sich ebenfalls. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen – das ist eine harte Grenze nach oben, die ein Ausreizen sehr hoher Quoten verhindert. Bei Sporttip ist die Gewinnobergrenze weniger prominent ausgewiesen; die massgebliche Grenze ist die Einsatzlimite. Was die Frage der Verlustlimite betrifft, sind die beiden Organisatoren vergleichbar.
Verlustlimiten und Spielsperre
Wer bei Sporttip oder Jouez Sport online mitspielen will, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten setzen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben (Art. 87 VGS): Die Anbieter müssen tägliche, wöchentliche oder monatliche Verlustlimiten verlangen. Bei Sporttip sind die Limiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen; die Obergrenze pro Periode beträgt CHF 9’999, für unter 21-Jährige CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – das verhindert, dass eine Person in einer emotionalen Phase die Limite hochsetzt und sofort mehr setzt, als sie sich leisten kann. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die Spielsperre funktioniert produktbezogen: Bei Swisslos lässt sich der Zugang für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist das, was die Spielsperre wirksam macht: Sie gilt nicht nur bei Sporttip, sondern bei allen bewilligten Schweizer Spielangeboten, einschliesslich der Casinos.
Was passiert, wenn ein Spiel abgesagt wird
Eine 1×2-Wette auf ein abgesagtes Spiel wird ungültig, wenn das Spiel nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt wird (oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt wird). Einzelwetten werden dann zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die abgesagte Voraussage die Quote 1.00. Das ist wichtig für die Rechnung: Eine Kombiwette mit fünf Voraussagen, von denen eine abgesagt wird, wird mit den anderen vier Voraussagen ausgewertet – die abgesagte Voraussage zählt als Quote 1.00 und verändert die Gesamtquote entsprechend.
Cash-Out und Livewetten
Cash-Out ist eine Funktion, mit der eine Wette vor dem Ende des Spiels ausgewertet werden kann. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live – aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht: Der Buchmacher kann Cash-Offer ablehnen, wenn er das Risiko zu hoch findet. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn – das ist die Marge, die der Buchmacher für das vorzeitige Auswerten nimmt.
Livewetten sind Wetten, die während des Spiels platziert werden. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das bedeutet: Wer nach einem Elfmeterpfiff noch schnell auf «2» tippt, kann sein Geld verlieren, weil die Wette als ungültig gewertet wird.
Verantwortung beim Wetten – Schutzmechanismen in der Schweiz
Das Schweizer System setzt auf Eigenverantwortung mit klaren Leitplanken. Wer in der Schweiz wettet, kann nicht so wetten, wie er will – und das ist Absicht. Die Schutzmechanismen kommen von drei Seiten: vom Gesetz, vom Anbieter und von der Person selbst.
Was das Gesetz verlangt
Das Geldspielgesetz verlangt von den Anbietern, dass sie eine oder mehrere maximale Verlustlimiten für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Eine Senkung der Limite gilt sofort; eine Erhöhung gilt nach 24 Stunden – die Schweizer Anbieter haben die Schwelle in ihren Bedingungen auf 72 Stunden erhöht, was sicherer ist als das gesetzliche Minimum. Es gibt keine staatlich festgelegte Einsatzobergrenze; das ist Sache der Person, die spielt.
Spielsperren werden im gemeinsamen Register der gesperrten Personen erfasst. Eine Spielsperre gilt für alle bewilligten Schweizer Anbieter – Swisslos, Loterie Romande, die Spielbanken und die Online-Casinos – und kann nur unter bestimmten Bedingungen und mit Einbezug einer Fachstelle aufgehoben werden. Eine freiwillige Sperre von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.
Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen – das gilt für alle bewilligten Anbieter. Bei Sporttip sind Personen unter 18 Jahren ausgeschlossen, und bei der Registrierung wird das Alter gegen den hochgewebten Ausweis geprüft. Wer als Wettkürchter an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten – das verhindert, dass ein Fussballprofi auf sein eigenes Spiel wettet.
Gespa-Testkäufe 2025
Die Gespa führt regelmässig Testkäufe durch, um den Jugendschutz an Verkaufsstellen zu prüfen. 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Testfällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Diese Zahl zeigt, dass der Jugendschutz an Verkaufsstellen nicht streng durchgesetzt wird – was bei Online-Wetten anders ist, weil dort die Identitätsprüfung bei der Kontoeröffnung stattfindet. Wer in der Schweiz online wettet, ist in der Regel volljährig identifiziert.
Das eigene Verhalten
Die Schutzmechanismen schützen nicht vor allem. Eine Verlustlimite von CHF 100 pro Tag schützt nicht davor, die Limite jeden Tag auszureizen. Eine Spielsperre schützt nur, wenn sie auch eingelegt wird. Der wichtigste Schutz kommt von der Person selbst: Wer merkt, dass er mehr setzt, als er sich leisten kann, sollte die Verlustlimite senken oder eine Spielsperre beantragen. Hilfe bei Spielsucht bieten spezialisierte Fachstellen – die meisten Kantone haben eine Anlaufstelle, und die Gespa führt eine Liste von anerkannten Beratungsstellen.
Steuern auf Wettgewinne
Gewinne aus Schweizer bewilligten Sportwetten sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei. Der Bundessteuerfreibetrag beträgt seit dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000; bis Ende 2025 waren es CHF 1’070’400. Über dem Freibetrag behält der Anbieter 35 % Verrechnungssteuer ein, die durch die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich – das heisst: Was beim Bund steuerfrei ist, kann im Kanton steuerpflichtig sein, und umgekehrt. Die meisten Sportwetter gewinnen weit unter dem Freibetrag und müssen ihre Gewinne nicht versteuern. Gewinne aus ausländischen Anbietern werden in einigen Kantonen, etwa Thurgau, unabhängig von der Höhe als Einkommen besteuert – wer das wissen will, fragt den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Die Schweizer Anbieter im Vergleich
Wer in der Schweiz eine 1×2-Wette platzieren will, hat nur zwei Möglichkeiten, die innerhalb des Schweizer Bewilligets liegen: Sporttip von Swisslos und Jouez Sport von Loterie Romande. Beide sind offiziell bewilligt, beide unterstehen der Gespa, und beide bieten 1×2-Wetten auf die grossen europäischen Fussballligen an. Die Unterschiede liegen in den Limits, in den Zahlungswegen und in den Funktionen.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Organisator / Konzession |
|---|---|---|
| Sporttip (Swisslos) | Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Gespa-Aufsicht |
| Jouez Sport (Loterie Romande) | Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) | Société de la Loterie de la Suisse Romande; Gespa-Aufsicht |
Die Tabelle zeigt: Beide Anbieter haben dieselbe Bewilligungsform. Die Unterschiede liegen im Detail – der Mindesteinsatz, der Höchsteinsatz, die Gewinnobergrenze, die Verkaufsstellen. Wer eine sehr kleine Wette platzieren will (CHF 1 Mindesteinsatz), ist bei Sporttip richtig; wer eine mittlere Wette mit höherem Gewinnpotenzial wählt, ist bei Jouez Sport mit seinem Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Wette gut bedient. Wer auf eine sehr hohe Quote setzt, ist bei beiden Anbietern durch die maximale Gesamtquote begrenzt – bei Jouez Sport 100’000, was sehr hohe Kombiwetten verhindert.
Welche Anbieter keine Schweizer Bewilligung haben
Eine ganze Reihe von Anbietern, die in anderen europäischen Märkten aktiv sind, haben in der Schweiz keine Bewilligung. Dazu gehören Marken wie Boomerang Bet, BetLabel, BDMBet, Betify, Gamdom, Roobet, BC Game und Unibet. Diese Anbieter haben eine Bewilligung in anderen Ländern – Malta, Curaçao, das Vereinigte Königreich – aber keine Schweizer Bewilligung. In der Schweiz sind sie nicht zugelassen, ihre Domains können auf der Sperrliste landen, und Schweizer werben, die dort wetten, haben keinen Schweizer Rechtsschutz und keine Anbindung an die Schweizer Spielsperre.
Warum tauchen sie hier trotzdem auf? Weil Schweizer Werbende ihnen im Internet begegnen – auf Werbeplattformen, in sozialen Medien, über Affiliate-Links. Wer eine 1×2-Wette plattieren will, sollte wissen, dass diese Anbieter in der Schweiz nicht zugelassen sind und dass das Werkzeug, das bei lizenzierten Anbietern funktioniert, dort nicht greift. Es gibt keine Schweizer Bewilligung, der diese Marken schützt; es gibt keine Schweizer Spielsperre, die dort gilt; es gibt keine Schweizer Beschwerdestelle, die dort hilft.
Was «ohne Schweizer Bewilligung» konkret heisst
Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung darf in der Schweiz keine Sportwetten anbieten. Das ist nicht nur eine Formalität: Wer bei einem solchen Anbieter wettet, wettet ohne den Schutz des Schweizer Rechts. Im Streitfall gibt es keine Schweizer Behörde, die hilft; im Fall einer ungerechtfertigten Kontosperrung gibt es keine Schweizer Beschwerdestelle; im Fall einer Insolvenz des Anbieters gibt es keinen Schweizer Anlegerenschutz. Die Gewinne sind in der Schweiz möglicherweise steuerpflichtig – und das unabhängig von der Höhe, weil die ausländischen Gewinne in einigen Kantonen als Einkommen gelten.
Ein weiterer Punkt: Die Spielsperre im Schweizer Register gilt nicht für ausländische Anbieter. Wer sich bei Swisslos selbst sperrt, ist dort ausgesperrt – aber nicht bei einem ausländischen Anbieter. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, hat keine Möglichkeit, sich in das Schweizer Sperrregister einzutragen, um sich umfassend zu schützen. Das ist ein echter Nachteil, der oft übersehen wird.
Die Sperrliste
Die Gespa führt eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre blockieren. Die Liste wird regelmässig aktualisiert; Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Die Anbieter wechseln ihre Domains regelmässig, um der Sperre zu entgehen – was die Gespa dazu bringt, die Liste immer wieder zu aktualisieren. Für den Endkunden heisst das: Eine Domain, die heute blockiert ist, kann morgen eine andere sein – aber der Versuch, die Sperre zu umgehen, ist selbst eine Stufe der künstlichen Beschäftigung, die Zeit kostet, die ein Schweizer besser nicht verbringen sollte.
Berechnung einer 1×2-Wette – vom Einsatz zum Gewinn
Die Rechnung hinter einer 1×2-Wette ist einfach. Der Gewinn ist Einsatz × Quote. Wer CHF 50 auf «1» mit Quote 2.10 setzt, gewinnt bei einem Heimsieg CHF 50 × 2.10 = CHF 105 brutto. Der Nettogewinn ist CHF 105 minus CHF 50 Einsatz = CHF 55. Wer auf «X» mit Quote 3.40 setzt, gewinnt bei einem Unentschieden CHF 50 × 3.40 = CHF 170, der Nettogewinn ist CHF 120.
Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten. Eine 1×2-Wette mit Quote 2.10 und eine zweite mit Quote 1.80 ergeben eine Gesamtquote von 2.10 × 1.80 = 3.78. Wer mit CHF 10 Einsatz spielt, gewinnt bei einem vollen Erfolg CHF 37.80 brutto, der Nettogewinn ist CHF 27.80. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet – CHF 37.80 bleibt CHF 37.80, weil 37.80 schon auf 5 Rappen genau liegt. Das ist die Mechanik, die dahinter steht.
Was kostet eine 1×2-Wette im Schnitt? Die Marge des Marktes ist der Preis, den der Wettende für die Möglichkeit zahlt, überhaupt zu wetten. Eine Marge von 5 % auf einem Markt heisst: Wer langfristig auf diesem Markt wettet, verliert im Schnitt 5 % seines Einsatzes. Das ist der statistische Preis des Wettens – kein einzelner Tipp verliert zwingend, aber das wiederholte Wetten auf einen Markt mit 5 % Marge kostet im Schnitt 5 % des Einsatzes pro Runde.
Wer das einmal konkret durchrechnet: Ein Wettender setzt pro Woche CHF 100 auf 1×2-Wetten mit einer durchschnittlichen Marge von 5 %. Über ein Jahr sind das CHF 5’200 Einsatz. Der erwartete Verlust ist 5 % von CHF 5’200 = CHF 260. Das ist der statistische Preis von 52 Wochen regelmässigen Wettens – ein konkretes Beispiel, keine Vorhersage. Es zeigt, was die Marge in der Praxis heisst, wenn man über die einzelne Wette hinausblickt.
Wie die Marge das Verhalten prägt
Die Marge ist der Grund, warum ein Buchmacher Gewinn macht, egal wer gewinnt. Wer die Marge eines Marktes kennt, kann verschiedene Märkte vergleichen – und tut gut daran, den Markt mit der kleinsten Marge zu wählen, wenn alle anderen Bedingungen identisch sind. Bei Fussballanlagen liegt die Marge in der Schweiz meistens zwischen 4 und 6 %; bei weniger populären Märkten kann sie auch 8 oder 10 % betragen. Wer eine 1×2-Wette auf einen grossen Fussballanlass platziert, zahlt im Schnitt weniger Marge als auf einen Nischensport.
Was die Marge nicht sagt: Sie sagt nichts über die faire Wahrscheinlichkeit. Eine 1×2-Wette auf ein Spiel mit Quoten 1.45 / 4.50 / 7.00 hat eine andere faire Wahrscheinlichkeit als eine auf ein Spiel mit Quoten 2.10 / 3.40 / 3.60 – aber beide können eine ähnliche Marge haben. Wer die faire Wahrscheinlichkeit schätzt – also was die «echte» Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs ist –, vergleicht die implizierte Wahrscheinlichkeit des Buchmachers mit seiner eigenen Schätzung. Eine Wette ist dann «wert», wenn die eigene Schätzung der Wahrscheinlichkeit höher ist als die implizierte Wahrscheinlichkeit des Buchmachers.
Die Schweizer Anbieter im Detail
Sporttip von Swisslos
Sporttip ist die Sportwette von Swisslos, betrieben von der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen von 2019. Die Online-Teilnahme ist möglich offen für Personen in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer in Genf sitzt oder in der Romandie, kann sich nicht online bei Sporttip registrieren – dafür ist Jouez Sport zuständig.
Die Limits bei Sporttip sind eng, aber transparent: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1’000 und für Systemwetten CHF 10’000. Die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind vom Spielenden selbst zu setzen; die Obergrenze ist CHF 9’999 (für unter 21-Jährige CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Das Cash-Out ist verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live – aber nur als vollständiges Cash-Out. Sporttip bietet einen Kombiboost (5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn – jeweils mit Mindestquote 1.50 je Voraussage) und Quotenboosts auf Prematch-Einzelwetten. Das sind die internen Werkzeuge, die Sporttip zur Verfügung stellt.
Was Sporttip gut macht: die Schweizer Bewilligung, die Verlustlimiten, die Spielsperre, die Anbindung an das Schweizer Sperrregister. Wer in der Deutschschweits spielt, hat hier die zukunftsumfassend legale Option. Was weniger gut ist: die Höchsteinsatzlimite von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette ist für harte Engs nicht hoch genug – wer mit grösserem Budget spielen will, stösst an die Limite. Die Gewinnlimits sind weniger hart, aber wer sehr hohe Quoten kombiniert, kann an die obere Limite stossen. Für 1×2-Wetten auf grosse Fussballspiele ist Sporttip gut aufgestellt.
Jouez Sport von Loterie Romande
Jouez Sport ist die Sportwette der Loterie Romande, betrieben von der Société de la Loterie de la Suisse Romande. Sie ist möglich für Personen in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande hat ihren Sitz in Lausanne (Avenue de Provence 14) und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Romandie sowie 221 Mitarbeitende.
Die Limits bei Jouez Sport sind etwas anders: Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000; für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Das ist eine hohe Obergrenze, die für die meisten Spielenden mehr als genug ist.
Was Jouez Sport gut macht: die Schweizer Bewilligung, die relativ hohen Gewinnobergrenzen (CHF 300’000 pro Einzelwette), die starke Präsenz in der Romandie mit 2’350 Verkaufsstellen, die mehrere Zahlungswege. Was weniger gut ist: der höhere Mindesteinsatz (CHF 2 statt CHF 1) und der tiefere Höchsteinsatz (CHF 500 statt CHF 1’000). Für Spielende mit kleinerem Einsatz ist Sporttip die bessere Wahl; für Spielende mit grösserem Gewinnpotenzial und höherer Gewinnobergrenze ist Jouez Sport die bessere Wahl. Wer in der Romandie spielt, hat keine andere legale Option.
Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Eine Reihe von Anbietern haben keine Schweizer Bewilligung: Boomerang Bet, BetLabel, BDMBet, Betify, Gamdom, Roobet, BC Game, Unibet. Diese Anbieter haben Bewilligungen in anderen Ländern – meist Malta oder Curaçao –, aber in der Schweiz gilt eine ausländische Bewilligung nicht (Art. 4 BGS). Sie sind in der Schweiz nicht zugelassen, ihre Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen, und sie haben keinen Anschluss an die Schweizer Spielsperre.
Wer dort wettet, wettet ohne Schweizer Bewilligung – das ist kein Delikt, aber es bedeutet: keine Anbindung an die Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Beschwerdestelle, keine Schweizer Spielerschutzregeln. Die Gewinne sind in einigen Kantonen als Einkommen steuerpflichtig, unabhängig von der Höhe. Die Marge kann besser sein als bei Schweizer Anbietern, weil die Konkurrenz grösser ist; aber der fehlende Schutz unter Schweizer Recht wiegt schwer. Wer ein Konto bei einem ausländischen Anbieter eröffnet, sollte sich bewusst sein, dass er den Schutz des Schweizer Rechts aufgibt.
Wie eine 1×2-Wette konkret platziert wird
Die Platzierung einer 1×2-Wette folgt bei beiden Schweizer Anbietern einem ähnlichen Muster. Wer online spielt, loggt sich in sein Spielerkonto ein, sucht das gewünschte Spiel, klickt auf eines der drei Zeichen («1», «X» oder «2»), gibt den Einsatz ein und bestätigt die Wette. Bei Sporttip und Jouez Sport ist der Mindesteinsatz unterschiedlich hoch, und die Wette wird nur angenommen, wenn der Einsatz innerhalb der gesetzten Verlustlimite liegt. Wer die Verlustlimite überschreitet, bekommt die Wette nicht angenommen – das System verhindert es automatisch.
Bei einer Verkaufsstelle ist der Vorgang physisch. Man geht zu einer Verkaufsstelle, füllt einen Wettschein aus (oder lässt sich von der einen Person beteiligen), gibt das Spiel, die Wettart (1, X oder 2) und den Einsatz an, und erhält eine gedruckte Quittung. Die Quittung ist der Nachweis für die Wette; wer die Quittung verliert, hat im Streitfall einen schweren Stand.
Was vor der ersten Wette zu tun ist
Wer zum ersten Mal bei Sporttip oder Jouez Sport online mitspielen will, muss ein Konto eröffnen. Die Registrierung verlangt einen Ausweis (Identitas oder Pass), eine Adresse in der Schweiz (im jeweiligen Vertragsgebiet) und eine Bestätigung, dass man volljährig ist (mindestens 18 Jahre alt). Die Identität wird gegen Datenbanken geprüft – wer eine falsche Adresse angibt, fliegt bei der Prüfung auf. Jede Person darf sich nur einmal registrieren; ein zweites Konto wird gesperrt.
Vor der ersten Wetzung müssen die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer das nicht tut, kann nicht spielen. Eine Erhöhung der Limite gilt erst nach 72 Stunden; eine Senkung sofort. Das verhindert, dass eine Person in einer emotionalen Phase die Limite hochsetzt und sofort mehr spielt, als sie sich leisten kann.
Wie die Auszahlung funktioniert
Wer eine Wette gewinnt, bekommt den Gewinn auf das Spielerkonto eingezahlt. Bei Sporttip kann das Spielguthaben auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausgezahlt werden – die ersten zwei Auszahlungen pro Jahr sind kostenlos, ab der dritten kann eine Kommission von 3 % erhoben werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Bei einer Auszahlung an eine Verkaufsstelle wird der Gewinn gegen Vorlage der Quittung ausbezahlt; die Frist für die Geltendmachung beträgt 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung.
Bei ausländischen Anbietern funktioniert die Auszahlung nach deren Regeln – oft per Banküberweisung, manchmal mit Krypto-Währungen. Die Bedingungen sind Anbieter-spezifisch und sollten vor der Kontoeröffnung gelesen werden.
Häufige Fragen zur 1×2-Wette
Was heisst 1×2 bei Sportwetten?
Die 1×2-Wette ist die klassische Dreiwege-Wette auf den Ausgang eines Fussballspiels. «1» steht für den Heimsieg, «X» für das Unentschieden, «2» für den Auswärtssieg. Wer auf eines dieser Zeichen setzt, wettet darauf, dass genau dieser Ausgang eintritt – nach der regulären Spielzeit, also 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist.
Wofür stehen die Zeichen 1, X und 2 auf dem Wettschein?
«1» steht für den Heimsieg (das Heimteam gewinnt), «X» für das Unentschieden (keines der beiden Teams gewinnt) und «2» für den Auswärtssieg (das Auswärtsteam gewinnt). In der Schweiz steht auf manchen Wettscheinen «0» statt «X», weil die Null den Mittelweg markiert. Die Bedeutung ist dieselbe.
Was bedeutet 1×2 bei Sportwetten im Unterschied zur Doppelten Chance?
Die Doppelte Chance ist eine Wette auf zwei Ausgänge gleichzeitig: 1X deckt Heimsieg und Unentschieden ab, X2 deckt Unentschieden und Auswärtssieg ab, 12 deckt Heimsieg und Auswärtssieg ab. Die Quote ist entsprechend tiefer, weil die Gewinnwahrscheinlichkeit höher ist. Die 1×2-Wette deckt dagegen nur einen einzigen Ausgang ab.
Zählt bei einer Dreiweg-Wette auf Fussball die Verlängerung oder nur die reguläre Spielzeit?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (90 Minuten) plus die Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf «X» tippt, gewinnt also nur bei einem Remis nach 90 Minuten plus Nachspielzeit.
Wie wird der Gewinn einer 1×2-Wette aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinn ist Einsatz × Quote. Wer CHF 50 auf Quote 2.10 setzt, gewinnt bei einem Heimsieg CHF 105 brutto; der Nettogewinn ist CHF 55. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zur Gesamtquote; Gewinn ist Einsatz × Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet.
Welche Anbieter dürfen 1×2-Wetten in der Schweiz anbieten, und was steht auf der Liste der zugelassenen Wettbewerbe?
In der Schweiz dürfen nur Swisslos (mit Sporttip) und Loterie Romande (mit Jouez Sport) Sportwetten anbieten – alle anderen Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung. Was bewettet werden darf, regelt die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Die Liste umfasst die grossen europäischen Fussballligen, die Champions League, WM und EM, die Schweizer Super League und weitere grosse Wettbewerbe; was nicht auf der Liste steht, darf nicht bewettet werden – etwa Freundschaftsspiele oder untere Ligen ohne Listeneintrag.
Wettarten – livewettench
Inhalt erstellt vom Team «livewettench»
