Online Golf Wetten in der Schweiz: Wer anbieten darf und was eine Quote wirklich kostet
Ladevorgang...
Stand: Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Gespa-Bewilligungsliste und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter. Wer in der Schweiz auf Golf wetten will, hat es mit einer ungewöhnlich kleinen, dafür klar geregelten Auswahl zu tun: zwei Veranstalter besitzen eine Bewilligung, und jede Quote, die auf ihrem Wettschein steht, trägt bereits einen Anteil für den Veranstalter in sich. Die folgende Analyse zeigt, was eine Quote tatsächlich auszahlt, wie das Margen-Beispiel mit zwei gleich grossen Preisen rechnerisch aussieht, was auf den vier Herren-Majors und dem Ryder Cup gespielt werden kann und welche Limits jeder Spieler vor der ersten Wette setzen muss.
Die zehn Anbieter im Vergleich
Die folgende Tabelle ordnet die Anbieter nach ihrer Bewilligungslage in der Schweiz. Bewilligte Veranstalter führen Sportwetten legal durch; Anbieter ohne Schweizer Bewilligung tun es nicht – ihre ausländische Lizenz hat hier keine Wirkung (Art. 4 BGS), und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen. Wer in der Schweiz wettet, sollte zuerst hier nachsehen, bevor er ein Konto eröffnet.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS) | Loterie Romande, Lausanne; Produkt Jouez Sport |
| WirWetten | keine | ausländisch; in der Schweiz nicht bewilligt |
| PowBet | keine | ausländisch; in der Schweiz nicht bewilligt |
| Betwinner | keine | ausländisch; in der Schweiz nicht bewilligt |
| Betovo | keine | ausländisch; in der Schweiz nicht bewilligt |
| Bahigo | keine | ausländisch; in der Schweiz nicht bewilligt |
| AmunRa | keine | ausländisch; in der Schweiz nicht bewilligt |
| FortuneJack | keine | ausländisch; in der Schweiz nicht bewilligt |
| Rainbet | keine | ausländisch; in der Schweiz nicht bewilligt |
Die Tabelle trennt zwei Welten: zwei bewilligte Veranstalter mit voller Schweizer Aufsicht und acht ausländische Marken ohne jede Wirkung in der Schweiz. Für den Rest der Seite gilt: Wo etwas zu Swisslos, Loterie Romande oder einer konkreten ausländischen Marke gesagt wird, steht es in den Spielregeln, der Gespa-Liste oder im Geschäftsbericht. Was dort nicht steht, wird auch hier nicht erfunden.

Was Golfwetten in der Schweiz überhaupt sind
Golf ist eine Sportart, die sich für Wettmärkte anders darstellt als Fussball oder Tennis. Ein einzelnes Loch entscheidet kein Turnier, ein Tag nicht vier – und ein Major wird nicht in 90 Minuten entschieden, sondern über vier Runden und bis zu 72 Löcher pro Spieler. Wer auf den Turniersieger wettet, wettet damit auf ein Ereignis, das sich über Donnerstag bis Sonntag erstreckt und in dem ein Feld von 70 bis 156 Spielern startet.
Spielplan, Par und Felder
Eine Golfrunde umfasst üblicherweise 9 oder 18 Spielbahnen; bei 18 Bahnen ergibt sich meist ein Par von 72 für die gesamte Runde. Birdie heisst ein Schlag unter Par, Eagle zwei Schläge unter Par und Bogey ein Schlag über Par. Pro Runde dürfen bis zu 14 Schläger mitgeführt werden. Beim Zählspiel werden die Schläge insgesamt gegen das gesamte Feld gezählt; beim Lochspiel gewinnt, wer mehr Löcher als der Gegner für sich entscheidet. Der Cut bezeichnet die Platzierung, die ein Spieler nach den ersten beiden Runden erreichen muss, um an den Finalrunden teilzunehmen; bei den meisten Turnieren mit Cut erhalten nur Spieler, die ihn schaffen, Preisgeld. Die Regeln werden gemeinsam vom R&A und der United States Golf Association herausgegeben; seit den Sommerspielen 2016 ist Golf nach 112 Jahren wieder olympisch.
Warum ein grosses Feld die Quote drückt
Bei den vier Herren-Majors und auf den grossen Touren treten 70 bis 156 Spieler an. Eine Quote von 12.00 auf einen Aussenseiter bedeutet nicht, dass der Anbieter ihm diese Chance einräumt – sie ist die mathematische Folge daraus, dass zwölf, fünfzehn oder zwanzig weitere Spieler im selben Markt stehen. Auf dem Wettschein erscheint jeder Spieler mit eigener Quote, und alle Quoten zusammen ergeben erst den Markt. Was darin fehlt, ist die Marge des Veranstalters, und sie ist überall – nur nicht als eigene Zeile.
Die Rechtslage in der Schweiz
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Sie fallen unter das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Wer in der Schweiz eine Sportwette anbieten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS); die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Warum es nur zwei Veranstalter gibt
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos (Produkt Sporttip) und Loterie Romande (Produkt Jouez Sport). Swisslos führt Sporttip im Vertragsgebiet mit den Deutschschweizer Kantonen (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch; Sitz der Genossenschaft ist Basel. Loterie Romande führt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden. Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss im jeweiligen Vertragsgebiet wohnen.
Was bewilligt ist – und was nicht
Was überhaupt gewettet werden darf, steht auf einer geschlossenen Liste: der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Ranglistenwetten sind nur erlaubt, wenn sie dort ausdrücklich aufgeführt sind. Die Liste enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine Esports-Sektion; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind ausgeschlossen. Livewetten sind erlaubt, vor und während des Spiels, soweit der Veranstalter über die entsprechende Bewilligung verfügt. Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt – es ist eine Funktion, die jeder Veranstalter in seinen Spielregeln beschreibt (Sporttip: Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, nur vollständiges Cash-Out, keine Teilauszahlung, nicht für jeden Markt garantiert).
Wer ohne Bewilligung anbietet
Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar – bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blocken; Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste. Der Spielende wird in der Schweiz nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz, kein Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Wer bei einem Anbieter ohne Bewilligung wettet, hat am Ende nur dessen ausländisches Recht.
Spielerschutz, Limits und Spielsperre
Golfwetten ziehen sich über mehrere Tage. Eine Wette auf den Turniersieger beim US Masters steht vier Tage; auf eine Top-Platzierung noch länger, weil sie erst nach dem Sonntag ausgeht. Wer hier mitspielt, sollte vorher festgelegt haben, wie viel er in dieser Zeit verlieren will.
Die selbst gesetzten Verlustlimiten
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – Swisslos und Loterie Romande wenden die 72-Stunden-Frist in ihren Spielbedingungen an, obwohl das Gesetz nur 24 Stunden vorschreibt. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Die Schweiz kennt keinen gesetzlich fixierten Einsatz- oder Einzahlungsplafond; die Limite kommt vom Spieler selbst, und der Veranstalter muss sie überhaupt erst verlangen (Art. 87 VGS).
Spielsperre und Sperrregister
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich selbst sperren lässt, kann die Sperre frühestens nach drei Monaten von einer Fachstelle aufheben lassen (Art. 84 VGS); eine Selbstsperre von bis zu sechs Monaten muss der Veranstalter anbieten (Art. 89 VGS). Wer gesperrt ist oder das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Ausländische Anbieter sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen; eine Spielsperre bei Swisslos sperrt das Konto bei WirWetten nicht.
Werbung, Tests und Minderjährige
Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten und mit Busse bis zu CHF 500’000 strafbar (Art. 131 BGS). Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen getestet, ob Minderjährige eine Sportwette kaufen können: Bei 47.5 % von 200 Versuchen ist genau das gelungen. Wer auf Nummer sicher gehen will, geht nicht in die Verkaufsstelle, sondern ins Online-Konto – und das ist ab 18 Jahren nach Identitätsprüfung zugänglich.
Wettarten, Quoten und der Gewinn aus einer Wette
Wer bei Sporttip oder Jouez Sport einen Wettschein abgibt, wählt aus einer begrenzten Liste von Wettarten. Die häufigsten für Golfturniere sind Turniersieger, Top-Platzierungen (Top 5, Top 10, Top 20) und Duellwetten zweier Spieler über einander. Jede Wette zahlt sich nach demselben Grundsatz aus: Einsatz mal Quote.
Wie der Gewinn entsteht
Eine Wette von CHF 10 auf Quote 6.50 bringt bei einem Sieg des Spielers CHF 65 zurück, der Nettogewinn ist CHF 55. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einer Gesamtquote, und der Einsatz wird mit dieser Gesamtquote multipliziert. Das ist die Grundrechnung jeder Wette – alles andere sind Zuschläge, Boni oder Bedingungen, die auf den ersten Blick mehr versprechen, bei genauem Hinsehen aber einiges an Einsatz zurückverlangen.
Die Marge in jeder Quote
Jede Quote enthält einen Anteil für den Veranstalter, und diesen Anteil nennt man Marge. Sie ergibt sich aus dem Markt: Stehen bei einem Zwei-Wege-Markt beide Seiten bei Quote 1.90, addieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten 1/1.90 + 1/1.90 = 1,0526, also 105,26 % statt 100 %. Die Auszahlungsquote (Quotenschlüssel) ist 1/1.0526 = 95,00 %, und die Marge ist 5,00 %. Bei einem Drei-Wege-Markt (Sieger mit drei Spielern) oder einem ganzen Feld mit zwanzig Spielern liegen die Quoten zusammen weit über 100 %, und die Marge wächst entsprechend. Auf Turniersieger-Märkten mit 50 oder mehr Spielern ist eine Marge zwischen 6 % und 12 % üblich; exakte Werte hängen von Veranstalter, Markt und Zeitpunkt ab. Das Beispiel oben ist ein illustratives Zwei-Wege-Szenario, kein zitiertes Angebot: es zeigt, wie die Marge entsteht, nicht wie hoch sie bei einem konkreten Anbieter steht.
Warum ein Favorit nie ein sicherer Sieger ist
Auch ein Spieler mit Quote 4.00 hat nach der Marge noch eine implizite Wahrscheinlichkeit von 25 %, während die Quote 25 % vorspiegelt. Bei einem Feld mit zwanzig Spielern addieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten leicht auf 110 %, 120 % oder mehr – der Favorit hat dann vielleicht 18 %, der Aussenseiter 0,5 %, und alle anderen Quoten liegen dazwischen. Die Quote ist keine Vorhersage, sondern ein Preis, in dem das Risiko für den Veranstalter und sein Anteil daran schon eingepreist sind.
Boni, Boosts und Cash-Out
Die Veranstalter werben mit Quotenboosts, Profitboosts und einem Kombiboost, und sie bieten Cash-Out an. Hinter jeder dieser Funktionen steht eine Spielregel, die mehr verlangt, als die Werbung vermuten lässt.
Quotenboosts und Profitboosts
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein Boost, der nur einmal nutzbar ist, ist kein Vorteil, der sich über mehrere Wetten anrechnet – er ist ein einzelner Versuch.
Der Kombiboost
Der Sporttip-Kombiboost gilt online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Bei fünfzehn Voraussagen verlangt der Boost, dass jeder einzelne Tipp mit Quote 1.50 oder höher steht – schon ein Unentschieden mit Quote 1.20 fällt durch, und der ganze Bonus fällt weg.
Cash-Out
Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird, und Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Auf spielentscheidende Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.
Der Bet-Builder
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Bet-Builder ist also kein freies Kombinationswerkzeug, sondern ein vom Veranstalter definierter Korridor.
Die Turniere: Majors, Ryder Cup und die Touren
Die Wettmärkte folgen dem Turnierkalender. In Europa sind vor allem die Herren-Majors von Interesse; daneben spielen die PGA Tour, die DP World Tour (vormals European Tour), die LPGA Tour und der Ryder Cup eine Rolle.
Die vier Herren-Majors
Die vier Herren-Majors sind das US Masters (in Augusta, Georgia, seit 1934, im April), die PGA Championship (seit 1916, im Mai), die U.S. Open (seit 1895, im Juni) und The Open Championship (seit 1860, im Juli, im Vereinigten Königreich). Jedes dieser Turniere zieht ein volles Feld an, das Cut fällt nach zwei Runden, und der Turniersieger steht am Sonntagabend fest. Wer auf den Sieger wettet, wettet auf den Sonntag – nicht auf Donnerstag, nicht auf den Cut.
Der Ryder Cup
Der Ryder Cup ist ein Teamwettbewerb zwischen den USA und Europa, der alle zwei Jahre mit 12 Spielern pro Team im Lochspiel ausgetragen wird. Beim Lochspiel gewinnt, wer mehr Löcher als der Gegner für sich entscheidet. Da der Ryder Cup kein Einzelsieger-Turnier ist, sind die üblichen Wettmärkte Tagessiege, Gesamtsieg und Duellwetten zwischen den Spielern – nicht Turniersieger im klassischen Sinn.
Wettmärkte und ihre Spielregeln
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Golf heisst das: Eine Wette auf den Turniersieger steht vier Tage, eine Wette auf eine Top-Platzierung ebenso, und eine Wette auf den Cut hängt an den ersten beiden Runden. Was vor und nach der Runde passiert, ist Wettprogramm-Sache – und wer sich nicht am Programm orientiert, wettet am Markt vorbei.
Die beiden bewilligten Veranstalter im Detail
Beide Veranstalter bieten Sportwetten an, sind aber organisatorisch und sprachlich klar getrennt.
Swisslos Sporttip
Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe); aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Der Mindesteinsatz bei Sporttip beträgt für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Für Golfturniere heisst das: Wer auf dem Platz steht, ist auf dem Wettschein nicht zugelassen. Der Cash-Out ist online, vollständig und nicht garantiert. Die Verlustlimiten sind vor der ersten Wette zu setzen, mit Obergrenze CHF 9’999 (CHF 1’000 unter 21 Jahren). Die Auszahlung erfolgt auf ein Konto im eigenen Namen; anonym oder in Kryptowährungen gibt es nicht.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande führt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie ist nach demselben BGS-Regime bewilligt wie Swisslos, mit Veranstalter- und Spielbewilligung unter Aufsicht der Gespa. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann online ein Konto eröffnen, sofern die Identität verifiziert ist. Das Wettprogramm ist auf das beschränkt, was die Gespa-Liste erlaubt, und der Marktaufbau entspricht dem von Sporttip. Anbieter-spezifische Bonusregelungen sind in den eigenen Spielregeln der Loterie Romande beschrieben; wer dort wettet, sollte sie vor der ersten Wette lesen.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Die folgenden Marken tauchen in der deutschen Suche nach «Golf Wetten» regelmässig auf. Sie haben in der Schweiz keine Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen; gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, was die Sperre nie vollständig macht, aber ihre Reichweite einschränkt.
WirWetten, PowBet, Betwinner, Betovo, Bahigo, AmunRa, FortuneJack, Rainbet
Diese acht Anbieter teilen sich ein Profil: kein Schweizer Bewilligungsstatus, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS), keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister, kein Schweizer Rechtsweg. Über ihr Golf-Angebot, ihre Limits, Quotenmarge oder Auszahlungszeit trägt das verfügbare Material nichts zusammen, was ein Leser für eine Bewertung braucht. Wer dort ein Konto eröffnet, tut es im Rechtsraum des Anbieters – nicht im schweizerischen, und mit dem Risiko, dass Einsätze und Gewinne in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden können. Für Schweizer Spielende bedeutet das: kein Schutz bei Streit, keine Spielsperre, die ins schweizweite Register eingetragen wird, und keine kantonale Steuerpraxis, die Gewinne aus ausländischen Grossspielen gleich behandelt wie Gewinne aus bewilligten Schweizer Veranstaltern. Das Thurgauer Steuerrecht behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Wer aus den genannten Marken spielt, sollte das mitbedenken.
Steuern auf Gewinne
Wer bei Sporttip oder Jouez Sport gewinnt, fragt sich, was davon beim Finanzamt ankommt. Die Antwort hängt vom Betrag und vom Kanton ab.
Der Steuerfreibetrag und die Verrechnungssteuer
Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen (das ESTV nennt ausdrücklich Sportwetten) sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; die bundesrechtliche Schwelle liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400). Die kantonale Schwelle weicht davon ab – sie ist «je nach Kanton» anders, und ein typischer Wettgewinn liegt weit darunter. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz – wer eine Wette platziert, zahlt darauf keine separate Abgabe.
Gewinne aus ausländischen Anbietern
Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, weil kein Schweizer Veranstalter sie einbehält. Die kantonale Steuerpraxis ist uneinheitlich: Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Andere Kantone handhaben es anders. Wer aus einem ausländischen Anbieter gewinnt, fragt beim Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung nach.
Kostenbeispiel: Was die Marge in zwei gleich grossen Quoten kostet
Eine illustratives Beispiel mit zwei gleich grossen Quoten zeigt die Rechnung: Stehen beide Seiten eines Zwei-Wege-Marktes bei 1.90, ergibt sich eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 95,00 %, also eine Marge von 5,00 %. Wer CHF 100 auf jede Seite setzt, riskiert CHF 200, um im Erfolgsfall CHF 190 zurückzubekommen – ein erwarteter Verlust von CHF 10 bei einem Markt, der nach ausgeglichenen Quoten aussieht. Die Marge ist die stille Gebühr, die in jeder Wette steckt; sie ist über denselben Markt beim selben Anbieter immer dieselbe, unabhängig davon, auf welche Seite der Spielende setzt. Auf einem Turniersieger-Markt mit zwanzig oder mehr Spielern liegt die Marge höher – die impliziten Wahrscheinlichkeiten addieren sich auf mehr als 100 %, und der Anteil des Veranstalters wächst mit jedem weiteren Feldteilnehmer.
Was es kostet, ein Konto zu führen
Ein Konto bei Sporttip ist kostenlos, aber an Bedingungen geknüpft: mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, nur eine Registrierung pro Person. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind vor der ersten Wette zu setzen – sie sind keine Pflicht des Veranstalters, sondern ein Werkzeug des Spielenden. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000.
Häufig gestellte Fragen
Dürfen Schweizer Veranstalter auf Golfturniere wetten lassen?
Ja, aber nur Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport besitzen eine Schweizer Bewilligung für Sportwetten. Was sie anbieten dürfen, steht auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten; nur was dort steht, ist zugelassen, und Golfturniere sind dort aufgeführt.
Wie liest sich eine Quote auf den Turniersieger bei einem grossen Feld?
Bei fünfzig oder mehr Spielern addieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Quoten weit über 100 % – die Marge des Veranstalters steckt in dieser Summe. Eine Quote von 25.00 auf einen Aussenseiter heisst nicht, dass der Anbieter ihm 4 % Chance gibt, sondern 4 % minus seines Anteils.
Wie wird der Gewinn bei einer Golfwette berechnet?
Einsatz mal Quote ergibt die Brutto-Rückzahlung; der Nettogewinn ist die Rückzahlung minus Einsatz. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zur Gesamtquote, die dann mit dem Einsatz multipliziert wird.
Was bedeutet die Marge in den Quoten?
Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter pro eingesetztem Franken einbehält. Sie ergibt sich aus der Summe der reziproken Quoten aller Marktbeteiligten minus 100 %. Eine Marge von 5 % heisst, dass 95 % der Einsätze als Gewinne ausgezahlt werden, 5 % beim Veranstalter bleiben.
Welche Verlustlimiten gelten und wie wird eine Spielsperre beantragt?
Bei Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Wette zu setzen, maximal CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen CHF 1’000. Eine Selbstsperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage setzen; eine unbefristete Spielsperre wird ins schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein.
Wie werden Gewinne besteuert, und was gilt beim kantonalen Freibetrag?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, der kantonale Freibetrag weicht ab. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung rückforderbar sind. Bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern fehlt die Verrechnungssteuer, und die kantonale Praxis ist uneinheitlich.
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Inhalt erstellt vom Team «livewettench»
