Cricket wetten in der Schweiz – was wirklich erlaubt ist und wer was bietet

Updated Oktober 2026
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Ein ovales Cricketfeld mit gemähtem Rasen und hellem Mittelstreifen am frühen Morgen, Nebel zwischen den Bäumen am Rand

Wer in der Schweiz auf Cricket wetten will, landet zuerst bei einer rechtlichen Frage. Das Geldspielgesetz erlaubt Sportwetten nur zwei Veranstaltern: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide bedienen klar getrennte Kantone, beide führen eine geschlossene Liste bewilligter Sportarten, und ausländische Buchmacher besitzen in der Schweiz keine Bewilligung. Wer trotzdem bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, ist auf dessen Hausrecht verwiesen – die Gespa-Sperrliste, das Ausschlussregister und der Schweizer Rechtsweg greifen dort nicht. Cricket-Wettende haben die Wahl zwischen bewilligten Schweizer Angeboten und internationalen Buchmachern – dieser Überblick erklärt die Unterschiede bei der Sicherheit, die Wettformate wie Test oder T20 und die Bedeutung von Quoten und Margen.

Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber.

Stand: Oktober 19, 2026; geprüft gegen die Gespa-Bewilligungsliste und die Spielregeln von Swisslos Sporttip (Version 4.2).

Cricket als Wettformat: Spielpläne, Innings und Over

Cricket unterscheidet sich von den meisten europäischen Wettsportarten durch seine Spielstruktur, und genau diese Struktur bestimmt, welche Märkte überhaupt Sinn ergeben. Wer die Formate versteht, liest Quoten ruhiger, weil Überraschungen seltener werden.

Ein roter Lederball und ein Holzschläger liegen auf einer Rasenkante, dahinter ein unscharfer Zaun
Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen.

Spielformate und ihre Wettlogik

Ein Cricket-Spiel besteht aus zwei oder vier Innings, in denen jede Mannschaft abwechselnd schlägt und wirft. Ein einziges Over umfasst sechs reguläre Bälle. Drei Formate prägen den Spielplan:

Für die Wette zählt: Je länger das Spiel dauert, desto grösser ist die Zahl sinnvoller Märkte, aber desto grösser auch das Risiko, dass das Spiel wegen Regens nie zu Ende geht. Test-Matches enden ausserdem häufiger als Draw, also ohne Sieger, wenn die Zeit vor Ende aller Innings abläuft. Ein Tie, also ein Gleichstand nach vollständig gespielten Innings, gilt als sehr selten.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt auf einer Parkbank, dahinter ein Schweizer Dorf mit Kirchturm im Dunst
Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Rain Rules und die Duckworth-Lewis-Stern-Methode

Regenunterbrechungen gehören im Cricket zum Alltag und sind die häufigste Ursache für eine stornierte oder angepasste Wette. Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode (DLS) berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in Limited-Overs-Spielen, wenn Wetter den Spielverlauf verkürzt. Eingeführt wurde die Methode 1997 und 1999 vom International Cricket Council (ICC) offiziell übernommen; seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den vollständigen Namen.

Die Regel hat zwei harte Schwellen, die für die Wettauswertung entscheidend sind:

Die Folge für eine platzierte Wette: Ein Markt wie «Sieger nach DLS» wertet das Spiel anhand der berechneten Punktzahl, ein «Match Winner» mit minimaler Overs-Zahl wird dagegen hinfällig und erstattet in der Regel den Einsatz. Sporttip-Wetten stehen unter dem Vorbehalt, dass die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit umfasst; Verlängerungen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Cricket-Spiele kennen allerdings keine «Nachspielzeit» im fussballerischen Sinn – die Regel ist hier vor allem für Fussball formuliert und gilt analog für andere Sportarten, soweit das Wettprogramm keine eigene Regelung trifft.

Der Cricket-Spielplan bis 2026 und darüber hinaus

Die wichtigsten Turniere, an denen sich ein Schweizer Wett-Programm typischerweise ausrichtet, sind die Weltturniere des ICC. Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird seit 1987 mit 50 Overs pro Innings gespielt. Die erste Austragung war 1975 in England; Rekordsieger ist Australien mit sechs Titeln. Die Ausgabe 2023 gewann Australien in Indien, das berühmte Finale 2019 stand nach 50 Overs 241:241 und im Super Over 15:15 – England gewann anhand der Zahl der Boundaries, der am Spielfeldrand erzielten Punkte.

Die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert. Dazwischen liegen Twenty20-Weltmeisterschaften und Test-Serien – also Formate mit unterschiedlicher Länge, unterschiedlichem Wetterrisiko und unterschiedlichen Marktangeboten.

Cricket-Quoten, Marge und das Rechnen hinter der Quote

Eine Quote ist nie der faire Preis eines Ereignisses. Sie enthält die Marge des Buchmachers, also den Anteil, den dieser von jedem gesetzten Franken einbehält. Wer Quoten vergleicht, vergleicht Margen.

Wie eine Quote entsteht

Eine faire Zweiwege-Wette ohne Marge würde beide Seiten auf Quote 2.00 setzen. In der Praxis liegen beide Seiten knapp darunter, etwa bei 1.90 zu 1.90. Der Grund: 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, also 95 %. Die fehlenden 5 % sind die Marge des Buchmachers. Bei einem Markt mit drei Ausgängen (Heimsieg, Auswärtssieg, Draw) verteilt sich die Marge auf drei Quoten, die Auszahlungsquote sinkt, und der Unterschied zwischen der scheinbar attraktiven Einzelquote und der wahren Auszahlung wird grösser.

Beispielrechnung: Marge einer fiktiven Zweiwege-Wette

Nehmen wir einen fiktiven Cricket-Markt mit zwei Ausgängen zu Quote 1.90 / 1.90. Die Auszahlungsquote beträgt:

1 / (1/1.90 + 1/1.90) = 1 / (0,5263 + 0,5263) = 1 / 1,0526 = 95,00 %

Die Marge ist damit 100 % − 95,00 % = 5,00 % – je ausgewogener die Quoten, desto näher liegt die Marge an der Hälfte der Differenz zwischen 100 % und der Auszahlungsquote. Bei Quoten von 1.80 / 2.00 verschiebt sich das Bild: Die Auszahlungsquote sinkt auf etwa 94,7 %, die Marge steigt leicht. Bei 1.70 / 2.20 erreicht die Auszahlungsquote nur noch rund 93,8 %. Diese Bandbreite von etwa 5 % bis 6,5 % Marge ist typisch für Cricket-Märkte bei grossen Ereignissen; Nischenmärkte oder Livewetten liegen regelmässig höher, zwischen 7 % und 10 %.

Was heisst das für die Wette? Bei einer Marge von 5 % verliert ein durchschnittlicher Wettender 5 Cent pro eingesetztem Franken allein an die Marge, bevor irgendetwas passiert. Eine Wette ist kein Investment, sondern ein Produkt mit eingebautem Nachteil.

Rechtliche Lage: Wer darf in der Schweiz Cricket-Wetten anbieten?

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) ordnet Sportwetten als Grossspiel ein und weist die Aufsicht der Gespa zu, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Die Bewilligung braucht es zwei Schritte: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Eine ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderer Staat – hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich strafbar: Bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Spieler werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Die zwei bewilligten Veranstalter

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Das ist die zentrale Aussage des Marktes, an der jeder Vergleich gemessen werden muss.

Swisslos Sporttip ist das Produkt der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Swisslos führt die Sportwetten in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch – zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Für das Geschäftsjahr 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von 562 Mio. CHF an die kantonalen Fonds und die Stiftung Sportförderung Schweiz; aus den Sportwetten stammten 109 Mio. CHF (2024: 122 Mio. CHF).

Loterie Romande Jouez Sport ist das Produkt der Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende; ihre Adresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne.

Beide Veranstalter führen Online-Konten ausschliesslich für Personen mit Wohnsitz im eigenen Vertragsgebiet und verlangen eine verifizierte Identität; jede Person darf sich nur einmal registrieren, Minderjährige sind ausgeschlossen.

Was darf gewettet werden – und was nicht

Das Schweizer Wettprogramm ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen (Stand 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Was nicht aufgeführt ist, darf nicht angeboten werden. Cricket erscheint dort nur, soweit die Gespa es führt – im Zweifel vor einer Wette prüfen, ob der gewünschte Cricket-Wettbewerb auf der Liste steht. Eckball- oder Kartenmärkte, wie sie im Fussball üblich sind, zeigt die Liste nicht; auch ein Esports-Bereich fehlt. Qualifikationsrunden sind nur bewilligt, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe dürfen nicht als Wette angeboten werden.

Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind im Schweizer Wettprogramm nicht erlaubt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Livewetten und Cash-Out

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält. Das BGS enthält keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, wertet Swisslos mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – etwa einem Elfmeter, einer Roten Karte, einer Videoschiedsrichter-Entscheidung – kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.

Cash-Out ist keine regulatorisch geregelte Funktion, sondern eine Eigenschaft jedes Anbieters. Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, sowohl vor Spielbeginn als auch live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist. Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Spielerschutz: Limiten, Spielsperre und Steuern

Sportwetten sind in der Schweiz ab 18 Jahren erlaubt (Art. 72 BGS). Der Spielerschutz ist im Geldspielgesetz detailliert geregelt; zwei Punkte betreffen Cricket-Wettende besonders, weil Cricket über mehrere Tage laufen kann.

Selbst gesetzte Limiten

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze für diese Limiten liegt bei 9’999 CHF (für unter 21-Jährige bei 1’000 CHF). Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Der Grund für die 72-Stunden-Frist: Sie schützt vor impulsivem Hochsetzen nach einer verlorenen Wette.

Eine gesetzliche Einzahlungs-Obergrenze wie in anderen Ländern kennt die Schweiz nicht. Die Limiten werden vom Spieler gesetzt, nicht vom Staat.

Spielsperre und Selbst-Ausschluss

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperren lässt, hat nach Art. 45 BGS keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Das Schweizer Recht kennt zudem eine Spielsperre für überschuldete oder spielsüchtige Personen (Art. 80–82 BGS). Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), mit Unterstützung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Der Anbieter muss eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten anbieten (Art. 89 VGS).

Die Gespa testet den Jugendschutz an Verkaufsstellen. Bei Testkäufen 2025 wurde in 47,5 % von 200 Fällen an Minderjährige verkauft – das ist ein Hinweis darauf, dass der Schutz an Verkaufsstellen nicht luftdicht ist, und kein Argument gegen die Lizenzierung selbst.

Steuern auf Wettgewinne

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bund setzt die Schwelle ab 1.1.2026 auf 1’071’000 CHF (2025: 1’070’400 CHF); die kantonale Schwelle weicht davon ab und ist je nach Kanton unterschiedlich – ein einzelner Kantonbetrag wäre irreführend. Liegt ein Gewinn über der Schwelle, zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die der Spielende über die Steuererklärung zurückholen kann. Bei einem typischen Wettgewinn, der die Schwelle nicht erreicht, fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis behandelt sie als voll steuerpflichtiges Einkommen – der Kanton Thurgau etwa besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz existiert nicht.

Anbieter im Vergleich: zehn Buchmacher, zwei Bewilligungen

Die folgende Einordnung vergleicht die zehn Anbieter, die für den Schweizer Markt von Bedeutung sind: die zwei bewilligten Schweizer Veranstalter sowie acht ausländische Marken, die in der Schweiz ohne Bewilligung operieren und auf der Gespa-Sperrliste landen können. Die Liste ist nach Veranstaltertyp geordnet, nicht nach Werbeauftritt.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (BGS) Loterie Romande, Lausanne
Betscore keine Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
22Bet keine Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
bet-at-home keine Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
Betify keine Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
ZotaBet keine Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
BetAlright keine Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
N1 Bet keine Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
BetFury keine Lizenz nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft

Diese Tabelle zeigt das Gerüst: Eine Schweizer Bewilligung besitzen nur Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport. Alle übrigen Marken können in der Schweiz jederzeit auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden, ihre Domains werden via DNS gesperrt, und ihre Lizenzen – wo vorhanden – entfalten hier keine Wirkung.

Die Tabelle gibt einen Überblick zur Bewilligungssituation; Details zu Einsatzlimiten, Boni oder dem spezifischen Cricket-Angebot einzelner Anbieter müssen vor der Anmeldung in den AGB geprüft werden.

1. Swisslos Sporttip

Swisslos Sporttip ist einer der zwei bewilligten Veranstalter in der Schweiz und bedient das Deutschschweizer Vertragsgebiet, das Tessin und Liechtenstein. Die Mindest- und Höchsteinsätze sind klar definiert: 1 CHF Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, 1’000 CHF Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombinationswette, 10’000 CHF pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Eine Wette auf das eigene Spiel ist untersagt – wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses nicht wetten.

Für die Wette selbst zählt: Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Urteil: Der einzige Anbieter in der Deutschschweiz mit Schweizer Bewilligung und mit dem vollständigen Schutz des BGS – einschliesslich Spielsperre, gesetzlicher Spielsuchtberatung und kantonales Renommee. Für Cricket-Wettende aus der Deutschschweiz, dem Tessin und Liechtenstein gibt es keine legale Alternative innerhalb des bewilligten Marktes.

2. Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande Jouez Sport ist das Pendant zu Sporttip in der Westschweiz und bedient die Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Online-Konten sind nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Vertragsgebiet zugänglich; Minderjährige sind ausgeschlossen. Wer aus der Deutschschweiz in die Westschweiz umzieht, muss das Konto wechseln – eine parallele Registrierung ist nicht möglich.

Das Wettprogramm richtet sich nach derselben Gespa-Liste wie bei Swisslos. Cricket-Wettbewerbe sind verfügbar, soweit die Liste sie führt; in Nischenmärkten kann das Angebot schmaler ausfallen als bei grossen internationalen Turnieren. Die kantonale Steuerpraxis auf Gewinne unterscheidet sich je nach Kanton; ein allfälliger Gewinn über dem kantonalen Steuerfreibetrag wird mit 35 % Verrechnungssteuer belastet, sofern der Bundesthreshold überschritten ist.

Urteil: Die einzige legale Wettadresse in der Westschweiz. Das gleiche Schutzniveau wie Sporttip, ein anderes Vertragsgebiet, ein anderes Publikum. Für Westschweizer Wettende die einzige bewilligte Wahl.

3. Betscore

Betscore besitzt keine Schweizer Bewilligung. Die Lizenz ist nicht festgestellt; eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Betscore ist nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, Schweizer Spieler haben keinen Schweizer Rechtsweg, und die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen, worauf Schweizer Telekomanbieter den Zugang via DNS blockieren.

Ob Betscore spezielle Cricket-Märkte führt, ist nicht belegt. Wer sich bei internationalen Anbietern anmeldet, muss mit dem fehlenden Zugang zum Schweizer Sperrregister und einem Rechtsweg ausserhalb der Schweiz rechnen.

Urteil: Ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Schutz, ohne Schweizer recourse. Wer auf der Plattform spielt, akzeptiert deren Hausrecht und die fehlende Schweizer Aufsicht – kein Vorteil gegenüber Sporttip oder Jouez Sport.

4. 22Bet

22Bet tritt international als Sportwettenanbieter auf, in der Schweiz ohne Bewilligung. Die Lizenz ist nicht festgestellt, eine Lizenz aus Curaçao oder einem anderen Staat hat hier keine Wirkung. Wie Betscore ist 22Bet nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen; die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen.

Informationen zum Cricket-Angebot von 22Bet fehlen, das internationale Wettangebot gilt als breit, aber die Bedingungen variieren je nach Lizenz und Region.

Urteil: Wie alle Marken ohne Schweizer Bewilligung – ein Angebot ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens, ohne die Schutzmechanismen, die das BGS vorsieht.

5. bet-at-home

bet-at-home gehört zu den international bekannteren Marken und wurde von der Gespa in früheren Sperrlisten-Updates namentlich genannt – die Gespa erwähnt Interwetten und bet-at-home als Beispiele für Domains, die ersatzweise wieder online kommen (Domain-Hopping). Die Lizenz ist nicht festgestellt; ohne Schweizer Bewilligung fehlt der Anschluss an das Sperrregister, und Schweizer Spieler haben keinen Rechtsweg in der Schweiz.

Cricket-Märkte führt bet-at-home international, im Schweizer Kontext ohne Bewilligung gilt: Wer dort spielt, spielt ohne die Spielerschutzregeln des BGS. Das schliesst die Spielsperre, die verifizierte Identität und die Beschränkung der Auszahlung auf das eigene Konto ein.

Urteil: Eine bekannte Marke, die in der Schweiz keine Bewilligung besitzt und auf der Sperrliste auftauchen kann. Für Schweizer Spieler ist die Plattform kein Ersatz für Swisslos oder Loterie Romande.

6. Betify

Betify ist ein weiterer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenz ist nicht festgestellt, die Marke ist nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen. Welche Cricket-Märkte die Plattform konkret führt, lässt sich aus der vorliegenden Recherche nicht seriös beantworten; generell gilt: Ohne Schweizer Bewilligung kein Schweizer Rechtsschutz, keine Spielsperre im Schweizer Register, keine Auszahlung auf ein Schweizer Konto mit denselben Garantien wie bei einem bewilligten Veranstalter.

Urteil: Wie Betscore, 22Bet und die übrigen Marken ohne Bewilligung – eine Wettmöglichkeit ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens.

7. ZotaBet

ZotaBet operiert ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenz ist nicht festgestellt, die Plattform ist nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen. Eine seriöse Bewertung der Quoten, Limits oder Märkte ist auf Basis der vorliegenden Recherche nicht möglich; generell gilt die fehlende Schweizer Aufsicht.

Urteil: Offshore, kein Schweizer Rechtsrahmen, kein Ersatz für Swisslos oder Loterie Romande.

8. BetAlright

Zu BetAlright sind keine spezifischen Fakten für den Schweizer Markt belegt.

Einstufung: Internationaler Anbieter ohne Schweizer Bewilligung; es fehlt der Anschluss an den Schweizer Spielerschutz.

9. N1 Bet

Ob N1 Bet Cricket-Märkte führt, lässt sich nicht verifizieren; eine Anmeldung bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung bedeutet stets den Verzicht auf den Schutz des BGS.

Bewertung: Kein Schweizer Angebot, keine Lizenz, kein Schutz durch das Geldspielgesetz.

10. BetFury

BetFury operiert ohne Schweizer Bewilligung. Lizenz nicht festgestellt, kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister. BetFury ist im weiteren Sinn auch als Casino-Plattform bekannt; für die Frage Cricket-Wetten gilt: ohne Schweizer Bewilligung fehlt der Schutz des BGS.

Urteil: Offshore, kein Schweizer Rechtsrahmen.

Was eine Cricket-Wette kostet – und was sie einbringt

Cricket-Wetten sind nicht fair. Die Marge gehört zum Geschäftsmodell, sie steckt in jeder Quote. Wer das versteht, geht mit anderen Erwartungen an den Wettschein.

Auszahlung bei einer Einzelwette

Eine Wette zu Quote 2.10 mit Einsatz 50 CHF zahlt im Erfolgsfall 50 × 2.10 = 105 CHF, davon 55 CHF Nettogewinn. Bei einer Quote von 1.50 sind es 75 CHF, davon 25 CHF Nettogewinn. So weit die Mechanik.

Auszahlung bei einer Kombiwette

Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine zu einer Gesamtquote. Drei Beine zu 1.80, 2.20 und 1.50 ergeben 1.80 × 2.20 × 1.50 = 5.94. Bei 20 CHF Einsatz zahlt das im Erfolgsfall 20 × 5.94 = 118.80 CHF. Die Kehrseite: Jedes Bein muss eintreffen, und die Marge jedes Beins multipliziert sich in die Gesamtquote hinein. Wer «nur» eine Marge von 5 % pro Bein ansetzt, landet bei drei Beinen effektiv bei etwa 14 % Margenbelastung. Kombiwetten sind deshalb lukrativer aussehen, als sie im Durchschnitt sind.

Quotenboosts und Profitboosts bei Sporttip

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Ein «Boost» verschiebt die Quote nach oben, lässt aber die Marge im grunde. Bei einem Boost von Quote 1.90 auf 2.20 wirkt das Angebot grosszügig, ändert aber nichts daran, dass der Buchmacher einen Anteil einbehält – der Anteil sinkt nicht, er bleibt im Preis versteckt.

Cash-Out als Mechanik

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der angebotene Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Der Charme von Cash-Out: Der Wettende kann ein laufendes Spiel «mit Gewinn» verlassen, ohne auf den Schlusspfiff zu warten. Der Pferdefuss: Der Buchmacher kalkuliert die Cash-Out-Quote so, dass er im Durchschnitt verdient. Wer Cash-Out nutzt, tauscht eine unsichere Endabrechnung gegen eine sichere, aber tendenziell kleinere Auszahlung. Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht – wer Cash-Out nutzt, sollte wissen, dass der Buchmacher diese Option ökonomisch nicht aus Grosszügigkeit anbietet.

Wichtige Punkte für die eigene Prüfung vor der Wette

Keine Recherche ersetzt den Blick in die aktuellen Spielregeln. Drei Bereiche bleiben offen und sind vor einer Wette vom Anbieter selbst zu prüfen.

Aktuelles Wettprogramm für Cricket: Welche Cricket-Wettbewerbe aktuell im Schweizer Wettprogramm stehen, regelt die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettbewerbe. Sie wird periodisch angepasst; ein Blick vor einer Wette in den aktuellen Wettprogramm-Aufzug von Sporttip oder Jouez Sport ist deshalb Pflicht.

Aktuelle Quoten und Margen: Die Margenrechnung in diesem Artikel arbeitet mit fiktiven Quoten. Die tatsächlichen Quoten variieren nach Markt, Sportereignis und Zeitpunkt; vor einer Wette den Wettschein prüfen und die eigene Marge überschlagen.

Aktuelle Boni und Aktionen: Boni und Aktionen werden in den AGB der Anbieter geregelt, ändern sich häufig und sind in der vorliegenden Recherche nicht erfasst. Für Schweizer bewilligte Veranstalter gilt: Gratisspielguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS) – im Jahr 2025 hat die Gespa 24 Einwilligungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt.

Häufige Fragen zu Cricket-Wetten in der Schweiz

Kann man in der Schweiz bei Swisslos oder Loterie Romande auf Cricket wetten?

Ja, sofern der gewünschte Cricket-Wettbewerb auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettbewerbe steht. Sporttip bedient die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, Jouez Sport die sechs Westschweizer Kantone; ein Online-Konto braucht Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet.

Was bedeuten Test-Match, One-Day-Spiel und Twenty20 für die Wettenauswahl?

Test-Matches laufen bis zu fünf Tage mit der Möglichkeit eines Draws, ODI-Spiele umfassen 50 Overs pro Innings, T20-Spiele 20 Overs pro Innings. Längere Formate bieten mehr Märkte, kürzere mehr Action und höhere Livewetten-Frequenz – dafür sind sie stärker von Wetterunterbrechungen betroffen.

Wie wirkt sich die Duckworth-Lewis-Stern-Methode bei Regenunterbrechungen auf eine Wette aus?

Im 50-Over-Spiel muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im T20 mindestens fünf, sonst wertet der Veranstalter das Spiel als «No Result». Bei ausreichend gespielten Overs berechnet die DLS-Methode ein Ziel für die zweite schlagende Mannschaft und das Spiel wird entsprechend gewertet.

Wie berechnet sich der Gewinn bei Cricket-Wetten aus Einsatz und Quote?

Bei einer Einzelwette ist die Auszahlung gleich Einsatz mal Quote; der Nettogewinn ist die Auszahlung minus Einsatz. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine zu einer Gesamtquote, und alle Beine müssen eintreffen.

Wie lässt sich die Marge in Cricket-Quoten abschätzen?

Die Auszahlungsquote eines Marktes ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten dieses Marktes. Die Marge ist 100 % minus diese Auszahlungsquote. Bei einer fiktiven Zweiwege-Wette zu 1.90 / 1.90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 95 % und damit eine Marge von etwa 5 %.

Wie werden Gewinne bei ausländischen Wettseiten im Vergleich zu Sporttip-Gewinnen besteuert?

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei (Bund ab 1.1.2026 1’071’000 CHF, Kanton je nach Kanton unterschiedlich). Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, sind aber je nach Kanton voll steuerpflichtig – etwa im Kanton Thurgau unabhängig von der Höhe.

Inhalt erstellt vom Team «livewettench»