Heinz-Sportwetten in der Schweiz – was hinter den 57 Einzelwetten steckt

Updated Oktober 2026
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Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Bleistift und einem Radiergummi auf einem hellen Holztisch im Tageslicht.

Eine Heinz-Wette gehört zu den Vollsystemwetten, die aus mehreren Auswahlen alle möglichen Mehrfachkombinationen bilden. Wer in der Schweiz eine Heinz-Wette platzieren will, hat nur zwei Anlaufstellen: Sporttip von Swisslos und Jouez Sport von der Loterie Romande. Beide decken das System in ihrem Wettprogramm ab, beide innerhalb kantonal unterschiedlich gesetzter Höchst­einsätze. Wer mit kleinerem Budget spielt oder einfach verstehen will, warum eine «Heinz» ausgerechnet 57 Einzelwetten ergibt, findet in den folgenden Abschnitten den Aufbau, die Rechenwege und die Spielregeln, die das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) und die Spielregeln der Veranstalterinnen vorgeben. Datenstand: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Spielregeln von Swisslos Sporttip (Version 4.2) und das Règlement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024).

Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf 6 Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht.

Aufbau der Heinz-Wette: sechs Auswahlen, 57 Einzelwetten

Was eine Heinz-Wette tatsächlich enthält

Der Name kommt nicht von einer Würzsosze. Er bezieht sich auf die 57 («57 Varieties») einzelnen Wetten, die aus sechs Auswahlen gebildet werden. Diese 57 setzen sich aus 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette zusammen. Einzelwetten auf eine der sechs Auswahlen sind nicht enthalten. Wer einen Tipp an die Wand spielen will, muss also einen anderen Faktor wählen.

Mathematisch folgt die Zahl 57 aus dem vollständigen Auswahlen über alle Mehrfachkombinationen ab der Grösse zwei. Eine Auswahl allein kann nicht gewinnen, zwei müssen es mindestens sein. Die Verteilung der 57 Wetten auf die Grössen folgt dem Binomialkoeffizienten «6 über k» für k = 2 bis 6, also 15 + 20 + 15 + 6 + 1 = 57. Das ist dieselbe Mechanik wie bei einer Toto-Variante mit Systemdeckung, nur dass die Quoten der einzelnen Wetten je nach Veranstalterin unterschiedlich hoch ausfallen.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Pfeilen und Kästchen liegt neben einer Kaffeetasse auf einem Schreibtisch am Fenster.
Die Super-Heinz-Wette erweitert das Prinzip auf 7 Auswahlen und umfasst 120 einzelne Wetten.

Wie sich der Einsatz verteilt

Der Einsatz wird pro Einzelwette eingesetzt, nicht pro Auswahl. Wer eine Heinz-Wette mit einem Einsatz von 1 CHF pro Linie abschliesst, zahlt insgesamt 57 CHF. Wer 10 Rappen pro Linie riskiert, kommt mit 5.70 CHF aus, solange die Veranstalterin einen so kleinen Linieneinsatz zulässt. Sporttip setzt die Untergrenze des Gesamteinsatzes über die Einzelwette, deren Mindesteinsatz 1 CHF beträgt; bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei 2 CHF, in Verkaufsstellen bei 3 CHF und für Multiples ebenfalls bei 2 CHF. Bei beiden Veranputen ist die Heinz-Wette also nur dann spielbar, wenn das Produkt aus Linien­einsatz und 57 grösser ist als der jeweilige Mindesteinsatz pro Wette.

Die Konsequenz: Die Heinz-Wette streut das Risiko, verschiebt es aber nicht. Eine Wette kann nicht teilweise gewinnen und teilweise verlieren — sie gewinnt als Ganzes, weil sie aus 57 einzelnen Wetten besteht. Von diesen 57 gewinnen einige, andere verlieren, und der Gewinn berechnet sich aus der Summe der gewonnenen Einzelwetten. Sind alle sechs Auswahlen richtig, gewinnen alle 57 Linien; sind nur zwei richtig, gewinnen nur die 15 Doppelwetten, die aus genau diesen beiden Auswahlen gebildet werden.

Mindestanzahl richtiger Auswahlen

Eine einzelne richtige Auswahl reicht nicht, weil keine Einzelwette Teil des Systems ist. Mindestens zwei Auswahlen müssen eintreffen, damit überhaupt ein Ertrag entsteht. Wer sechs Auswahlen mit niedrigen Quoten um 1.30 kombiniert, bekommt viele kleine Gewinne, die sich wegen der vielen falschen Linien kaum summieren. Wer umgekehrt sechs Aussenseiter um 7.00 nimmt, gewinnt mit der kleinsten richtigen Auswahl noch keinen Sechsfach, aber jeder richtige Tipp bringt eine Auszahlung über die entsprechende Mehrfachkombination. Die Mischung macht den Unterschied, nicht die Auswahl allein.

Heinz-Wette im Vergleich zur Kombiwette und zu Super Heinz

Warum die Heinz-Wette keine Kombiwette ist

Eine gewöhnliche Kombiwette kombiniert alle Auswahlen zu einer einzigen Wette. Wer vier Auswahlen kombiniert, hat eine Vierfachwette, nicht 15 verschiedene Wetten. Die Kombiwette gewinnt nur, wenn alle Auswahlen richtig sind, und der Gewinn ist das Produkt der Einzelquoten. Bei einer Heinz-Wette verteilt sich der Einsatz auf 57 Linien, und der Ertrag setzt sich aus den Teilsauswerten zusammen. Wer alle sechs Auswahlen richtig tippt, gewinnt bei beiden Wettarten dasselbe; wer nur vier richtig hat, gewinnt bei der Kombiwette nichts und bei der Heinz-Wette die 15 Vierfachwetten, die aus genau diesen vier richtigen Auswahlen gebildet werden.

Der Vorteil der Heinz-Wette liegt also in der Absicherung gegen einen Teilverlust. Wer sich bei einer Auswahl unsicher ist, aber fünf andere als sicher ansieht, fängt mit der Heinz-Wette einen Teil des Risikos ab. Der Nachteil liegt im Einsatz: 57 Linien kosten 57 Mal so viel wie eine Einzelwette, und die Marge der Veranstitterin schlägt 57 Mal zu Buche. Wer mit einem kleinen Budget spielt, gibt dieses Budget bei einer Heinz-Wette schnell aus, ohne dasselbe Risiko zu tragen wie bei einer Kombiwette mit gleichem Gesamteinsatz.

Super Heinz: sieben Auswahlen, 120 Einzelwetten

Die Super-Heinz-Wette folgt demselben Prinzip, erweitert aber auf sieben Auswahlen. Die 120 Einzelwetten setzen sich aus 21 Doppel-, 35 Dreier-, 35 Vierfach-, 21 Fünffach-, 7 Sechsfach- und 1 Siebenfachwette zusammen. Der erforderliche Mindestertrag bleibt bei zwei richtigen Auswahlen. Der Linieneinsatz steigt entsprechend, der Gesamteinsatz bei 1 CHF pro Linie auf 120 CHF. Auch hier verteilt sich der Einsatz, und das Risiko wächst linear mit der Anzahl Auswahlen.

Bei Sporttip gilt für Systemwetten ein Höchsteinsatz von 10’000 CHF pro Wettschein. Eine Super-Heinz-Wette mit 1 CHF pro Linie liegt mit 120 CHF weit darunter, eine Super Heinz mit 100 CHF pro Linie kommt mit 12’000 CHF über die Limite und wird nicht angenommen. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen. Bei Jouez Sport darf ein Wettschein mit Multiples insgesamt höchstens 7’500 CHF Einsatz enthalten, das schliesst eine Heinz-Wette mit höherem Linieneinsatz rascher aus.

Goliath und Lucky: noch grössere Vollsysteme

Eine Stufe darüber liegt die Goliath-Wette mit acht Auswahlen und 247 Einzelwetten. Sie gehört zu den Full-Cover-Wetten, die sämtliche möglichen Mehrfachwetten über eine bestimmte Anzahl Auswahlen umfassen. Auch die Lucky-Versionen (15, 31 und 63 Wetten) folgen demselben Prinzip. Welche dieser Vollsysteme eine Veranstalterin konkret im Programm führt, ist ihrem Wettprogramm zu entnehmen, nicht dem Gesetz. Das BGS schreibt nur vor, dass das Angebot auf der Liste der Gespa stehen muss, nicht welche Systemgrössen zulässig sind.

Auszahlung, Quoten und Marge bei einer Heinz-Wette

Wie sich die Auszahlung zusammensetzt

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinn aus dem Produkt von Einsatz und Quote. Bei einer Einzelwette ist die Quote die vom Anbieter gesetzte Quote; bei einer Kombinationswette ist die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten. Bei einer Systemwette wie der Heinz-Wette gilt dasselbe für jede der 57 Linien: Der Gewinn pro Linie ist Linieneinsatz mal Quote der Linie, und der Gesamtgewinn ist die Summe der Gewinne aller gewonnenen Linien. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet, eine Eigenheit der Schweizer Rappenrundung.

Bei Jouez Sport wird die Gesamtquote einer Kombiwette aus dem Produkt der Einzelquoten gebildet, mit einer Untergrenze von 1.10 und einer Obergrenze von 100’000 für die Quote einer Einzel- oder Kombinationswette. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt 300’000 CHF, und alle Gewinne eines Multiples zusammen dürfen 1’000’000 CHF nicht übersteigen. Eine Heinz-Wette, deren 57 Linien alle gewinnen, fällt unter diese Obergrenze, sobald die kombinierte Auszahlung die Marke überschreitet.

Beispielrechnung mit Quoten 1.50, 2.00 und 2.50

Drei Auswahlen aus den folgenden Quoten ergeben — je nach Liniengrösse — die folgenden Quotenbilder:

Eine vollständige Heinz-Wette mit sechs Auswahlen richtig ergibt pro Linie bei der Quote 1.50 einen Wert von 10.13, bei 2.00 von 64.00 und bei 2.50 von 244.14 – das Ganze jeweils für 57 Linien.

Bei einem Linieneinsatz von 1 CHF ergeben sich Bruttogewinne von rund 577 CHF, 1’825 CHF und 6’992 CHF. Wer zwei Auswahlen richtig hat (1.50, 2.00), gewinnt 15 Doppel zu 3.00, also 45 CHF brutto. Wer drei Auswahlen richtig hat (1.50, 2.00, 2.50), gewinnt 20 Dreierkombinationen, deren Quoten je nach Auswahlmix variieren; bei der Sortierung 1.50, 2.00, 2.50 mit einem Vielfachen aus den anderen drei Auswahlen ergeben sich Gewinne aus den 20 Dreiern.

Die Bandbreite ist gross. Der tatsächliche Gewinn hängt vom Mix der Auswahlquoten ab, und genau diese Streuung ist das Argument für die Heinz-Wette: Selbst bei zwei richtigen Auswahlen kommt ein Ertrag zurück, der den Linieneinsatz übersteigt.

Die Marge sitzt in jeder Quote

Die Veranstalterin kalkuliert die Quoten so, dass ein Teil der Einsätze als Marge bei ihr bleibt. Diese Marge wird als Quotenschlüssel oder Auszahlungsquote ausgedrückt, also dem Anteil der Einsätze, den ein Markt theoretisch zurückbezahlt. Eine Auszahlungsquote von 95 % entspricht einer Marge von 5 %. Bei einer Heinz-Wette wirkt die Marge nicht einmal, sondern 57 Mal: Jede der 57 Einzelwetten trägt ihren Anteil zur Marge der Veranstalterin, und die theoretische Rendite der gesamten Wette sinkt entsprechend.

Wer mit der Heinz-Wette spielt, akzeptiert diese Marge. Wer viele kleine Wetten mit hoher Quote kombiniert, gibt der Veranstalterin einen grösseren Hebel, weil die Quoten stärker von der wahren Wahrscheinlichkeit abweichen als bei Auswahlen mit tiefer Quote. Die Marge ist auf jeder Buchmachi-Seite dieselbe Diskussion; bei einer Systemwette ist sie aber sichtbarer, weil sie sich vervielfacht.

Heinz-Wetten in der Schweiz: was erlaubt ist und wer sie anbietet

Die Rechtslage in der Schweiz

Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) regelt seit 1. Januar 2019 die Glücksspiele in der Schweiz. Sportwetten sind ein Grossspiel und fallen unter die Aufsicht der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern), nicht der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Veranstalterin braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung, und die Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Ausländerbewilligungen — etwa aus Malta oder Curaçao — haben hier keine Kraft; eine ausländische Lizenz ist kein Ersatz für die Schweizer Bewilligung.

Ein Fussball liegt auf dem Rasen eines leeren Stadions am frühen Abend, dahinter erheben sich schneebedeckte Berge unter klarem Himmel.
Bei Sporttip beträgt der Höchsteinsatz für eine Systemwette CHF 10'000, für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sitz in Basel und die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne. Beide sind interkantonale Anbieterinnen, beide führen ihre Sportwetten unter eigenen Marken (Sporttip beziehungsweise Jouez Sport), und beide bedienen klar getrennte Vertragsgebiete. Es gibt keine weiteren lizenzierten Buchmacherinnen in der Schweiz; die Gespa veröffentlicht keine Liste weiterer lizenzierter Anbieterinnen, weil es keine gibt. Die Liste, die sie veröffentlicht, ist die Sperrliste: Domains ausländischer Anbieterinnen, die Schweizer Internetprovider per DNS blockieren.

Die beiden Veranstalterinnen und ihre Vertragsgebiete

Swisslos führt Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch. Wer in Genf, Waadt oder einem anderen Westschweizer Kanton wohnt, kann sich kein Sporttip-Konto eröffnen, sondern muss zur Loterie Romande. Die Loterie Romande führt Jouez Sport in den Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, also genau in den sechs Westschweizer Kantonen. Sie unterhält 2’350 Verkaufsstellen und zählt 221 Mitarbeitende; ihre Adresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne.

Die Trennung folgt der interkantonalen Vereinbarung, die die Geldspiele gemeinsam regelt. Wer im Wallis wohnt und ein Sporttip-Konto eröffnen will, scheitert an der Postleitzahlprüfung; wer in Zürich ein Jouez-Sport-Konto eröffnen will, scheitert ebenso. Wer in Liechtenstein wohnt, fällt in das Swisslos-Gebiet, nicht in das Loterie-Romande-Gebiet, weil das Fürstentum dem Swisslos-Vertrag angeschlossen ist. Eine Online-Registrierung setzt zudem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Was auf die Liste der Gespa kommt und was nicht

Das BGS schreibt vor, dass die Veranstalterinnen nur Wetten auf jene Sportereignisse anbieten dürfen, die auf der Liste der Gespa stehen. Diese Liste (Stand 10. September 2026) nennt erlaubte Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Qualifikationsrunden sind nur erlaubt, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe sind nur erlaubt, wenn sie auf der Liste stehen; Ranglistenwetten sind nur erlaubt, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind keine erlaubten Wettereignisse. Eckball- oder Kartenmärkte erscheinen nicht auf der Liste, ebenso kein Esports-Abschnitt.

Wetten, die nicht auf der Liste stehen, dürfen weder Sporttip noch Jouez Sport annehmen. Wer eine Heinz-Wette auf einen Esports-Wettbewerb bilden will, scheitert schon an der Auswahl, weil die zugrundeliegende Einzelwette nicht angeboten wird. Die Heinz-Wette selbst — eine Systemwette auf mehrere Auswahlen — ist nicht eigenshaft an eine Liste gebunden, sie folgt aus den erlaubten Einzelwetten. Wenn die Veranstalterin keine Einzelwette auf einen Markt anbietet, kann sie auch keine Heinz-Wette über diesen Markt bilden.

Warum ausländische Marken in der Übersicht auftauchen, aber keine Bewilligung haben

MyStake, HighFlyBet, Duelbits, Rollbit, Boomerang Bet, Unibet, Sportuna und Fezbet: Diese acht Marken erscheinen im selben Atemzug wie die Schweizer Veranstalterinnen, weil Schweizer Spielerinnen und Spieler ihnen im Internet begegnen. Keine dieser Marken hat eine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz — gleich aus welchem Land — hat hier keine Kraft, und eine Veranstalterin, die ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten in der Schweiz anbietet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis fünf Jahre.

Die Spielerin wird nicht bestraft. Wer bei MyStake oder Unibet eine Heinz-Wette platziert, begeht keine Straftat, aber die Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Anbieterin eingezogen werden. Es besteht kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg bei Streit. Die Gespa kann die Domains solcher Anbieterinnen auf die Sperrliste setzen; Schweizer Internetprovider blockieren sie per DNS. Wer die Sperre umgeht, hat weiterhin Zugang, aber die rechtliche Lage bleibt dieselbe: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Schutz.

Verantwortungsvolles Spielen: Heinz-Wette und Spielerschutz

Verlustlimiten vor der ersten Wette

Bevor eine Person bei Sporttip die erste Wette platziert, muss sie Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite beträgt 9’999 CHF; wer unter 21 Jahre alt ist, kann höchstens 1’000 CHF setzen. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Diese Limite ist keine eigene, die der Staat setzt — die Schweiz kennt keinen gesetzlichen Einzahlungs­deckel —, sondern eine eigene, die die Veranstalterin verlangt. Jouez Sport kennt eigene Limiten, die in ihrem Règlement stehen.

Bei einer Heinz-Wette steigt der Einsatz schneller als auf den ersten Blick. Wer alle sechs Auswahlen «sicher» tippt und die Linie mit 5 CHF besetzt, gibt 285 CHF aus. Wer alle Auswahlen mit hohem Linieneinsatz bespielt, kann mit einer einzigen Wette die Wochenlimite erreichen, ohne dass es sich für die Person so anfühlt. Die Verlustlimite setzt hier einen Rahmen, den die Wette selbst nicht setzt.

Spielsperre und Ausschlussregister

Wer sich selbst von Sporttip ausschliessen will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle. Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne; eine Auszahlung wird verweigert.

Die Spielsperre ist ein eigenständiges Instrument und nicht mit der Verlustlimite zu verwechseln. Wer merkt, dass die eigenen Wetten aus dem Ruder laufen, kann eine Spielsperre setzen; wer bloss einzelne Wetten begrenzen will, setzt eine Limite. Beide Instrumente stehen unabhängig voneinander zur Verfügung, und die Veranstalterinnen weisen beim Login auf beide hin.

Wer nicht mitwetten darf

Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — wer also Fussball spielt und auf das eigene Spiel wetten will, scheitert an der Spielregel. Bei der Online-Registrierung werden die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft; wer sich einmal registriert hat, kann sich nicht ein zweites Mal registrieren, auch nicht unter anderem Namen.

Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen getestet, wie oft Minderjährige eine Sportwette kaufen können. In 47.5 % von 200 Testfällen wurde die Wette verkauft. Das ist ein branchenweiter Befund und kein Vorwurf an eine einzelne Veranstalterin; er zeigt aber, dass der Schutz an Verkaufsstellen nicht so dicht ist wie online, wo die Registrierung die Identität prüft.

Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport im direkten Vergleich

Beide Schweizer Veranstalterinnen dürfen Sportwetten anbieten, beide haben eine Bewilligung der Gespa, beide führen die Heinz-Wette in ihrem Programm. Die Unterschiede liegen im Vertragsgebiet, in den Limiten, im Wettprogramm und in der Online-Erfahrung. Wer die Wahl hat, vergleicht auf diesen vier Achsen, nicht auf Werbeversprechen. Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Merkmale nebeneinander.

Anbieter Kurs Schweizer Bewilligung Veranstalterin / Bewilligungsgrundlage
Swisslos Sporttip Bewilligung als Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51) Ja SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Marke Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung als Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51) Ja Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne; Marke Jouez Sport
MyStake ohne Schweizer Bewilligung Nein Ausländische Lizenz, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain auf Gespa-Sperrliste möglich
HighFlyBet ohne Schweizer Bewilligung Nein Ausländische Lizenz, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain auf Gespa-Sperrliste möglich
Duelbits ohne Schweizer Bewilligung Nein Ausländische Lizenz, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain auf Gespa-Sperrliste möglich
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung Nein Ausländische Lizenz, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain auf Gespa-Sperrliste möglich
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung Nein Ausländische Lizenz, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain auf Gespa-Sperrliste möglich
Unibet ohne Schweizer Bewilligung Nein Ausländische Lizenz, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain auf Gespa-Sperrliste möglich
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung Nein Ausländische Lizenz, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain auf Gespa-Sperrliste möglich
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung Nein Ausländische Lizenz, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain auf Gespa-Sperrliste möglich

Swisslos Sporttip — was die Deutschschweizer Heinz-Wette prägt

Sporttip ist die Sportwette der Swisslos, betrieben von der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Die Marke wird seit Jahrzehnten geführt, die Spielregeln sind als Version 4.2 dokumentiert und stehen auf der Swisslos-Website zur Verfügung. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt 1 CHF, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette 1’000 CHF und für eine Systemwette 10’000 CHF. Wer also eine Heinz-Wette mit höherem Linieneinsatz spielen will, kommt hier weiter als bei der Westschweizer Konkurrentin.

Das Wettprogramm umfasst Prematch- und Livewetten, einen Kombiboost auf Mehrfachwetten mit vier bis fünfzehn Voraussagen, Quoten- und Profitboosts, Cash-Out als vollständige Auszahlung, Bet-Builder für abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung und Systemwetten wie die Heinz-Wette. Die Heinz-Wette wird im Wettschein als System ausgewiesen, mit klarer Aufteilung in die 57 Linien. Wer eine Heinz-Wette platziert, sieht den Gesamteinsatz, bevor er bestätigt; das hilft, das eigene Budget im Blick zu behalten.

Sporttip ist für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein zuständig. Wer dort wohnt, kann ein Konto eröffnen und online wetten. Wer in einem Westschweizer Kanton wohnt, kann zwar Sporttip am Schalter nutzen, aber kein Online-Konto eröffnen. Der Cash-Out bei Sporttip gilt für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird, besteht nicht.

Verdict: Für alle, die in der Deutschschweiz oder im Tessin leben und mit einer Heinz-Wette spielen wollen, ist Sporttip die naheliegende Wahl. Die Höchst­einsätze liegen über jenen von Jouez Sport, das Wettprogramm ist breit, Cash-Out ist verfügbar. Wer im Westschweizer Vertragsgebiet lebt, kann bei Sporttip nicht online registrieren.

Loterie Romande Jouez Sport — was die Westschweizer Heinz-Wette prägt

Jouez Sport ist die Sportwette der Loterie Romande, betrieben von der Société de la Loterie de la Suisse Romande mit Sitz in Lausanne. Sie bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, unterhält 2’350 Verkaufsstellen und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Das Règlement Jouez Sport in seiner 17. Ausgabe (September 2024) regelt das Angebot; es ist auf der Website von Jouez Sport dokumentiert.

Die Limite für die Heinz-Wette folgt aus zwei Schranken. Erstens: Der Mindesteinsatz online beträgt 2 CHF, in Verkaufsstellen 3 CHF, für Multiples ebenfalls 2 CHF. Zweitens: Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt 500 CHF, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens 7’500 CHF Einsatz enthalten. Eine Heinz-Wette mit 7’500 CHF Linieneinsatz ist also nicht möglich — das Produkt aus 57 Linien mal Linieneinsatz darf die Obergrenze nicht überschreiten. Bei 500 CHF Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette und 7’500 CHF für Multiples zusammen bleibt die Heinz-Wette unter dem Sporttip-Limit.

Jouez Sport bietet Kombiwetten mit 2 bis 10 Voraussagen an, mit einer Mindestquote von 1.10 und einer Höchstquote von 100’000. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt 300’000 CHF, und alle Gewinne eines Multiples zusammen dürfen 1’000’000 CHF nicht übersteigen. Eine vollständig richtige Heinz-Wette mit hohen Quoten kann diese Obergrenze erreichen; was darüber hinausginge, würde nicht ausgezahlt.

Verdict: Für Westschweizer Spielerinnen und Spieler ist Jouez Sport die einzige Anlaufstelle mit Schweizer Bewilligung. Die Limite liegt unter jener von Sporttip, das Verkaufsstellennetz ist dicht, das Online-Angebot ist verfügbar. Wer mit kleineren Linieneinsätzen spielt, kann die Heinz-Wette hier ohne Probleme platzieren; wer mit grossen Linieneinsätzen spielen will, stösst an die Multiples-Obergrenze von 7’500 CHF.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung

MyStake, HighFlyBet, Duelbits, Rollbit, Boomerang Bet, Unibet, Sportuna und Fezbet: Diese acht Marken haben keine Schweizer Bewilligung. Sie tauchen in der Übersicht auf, weil Schweizer Spielerinnen und Spieler ihnen online begegnen, und weil der Gespa-Vergleich eine vollständige Marktübersicht verlangt. Ausländische Lizenzen — gleich aus welchem Land — haben in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS); wer in der Schweiz wettet, ohne eine Schweizer Veranstalterin zu nutzen, spielt ohne Schweizer Schutz.

Die Konsequenzen: keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister, kein Schweizer Rechtsweg bei Streit, und die Möglichkeit, dass die Gespa die Domain auf die Sperrliste setzt. Schweizer Internetprovider blockieren die Domains per DNS, sodass ein direkter Aufruf nicht mehr funktioniert; VPN-Dienste und andere Umgehungen heben die Sperre auf, ändern aber die rechtliche Lage nicht. Die Gewinne aus solchen Wetten fallen je nach Kanton unter eine andere Steuerregel; im Kanton Thurgau etwa werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollkommen unabhängig von der Höhe besteuert.

Verdict: Ausländische Marken sind für Schweizer Spielerinnen und Spieler ohne Schweizer Schutz. Die Werbung wirbt mit «Risikofrei» und «Bonus», aber das sind keine Schweizer Werbeversprechen, sondern Angebote, die unter ausländischer Aufsicht stehen. Wer dort spielt, tut das auf eigenes Risiko und ohne die Schweizer Spielsucht­mechanismen. Die einzigen beiden Schweizer Anbieterinnen sind Sporttip und Jouez Sport.

Heinz-Wette platzieren: Schritt für Schritt

Auswahl der sechs Tipps

Wer eine Heinz-Wette platzieren will, wählt zunächst sechs Auswahlen aus dem Wettprogramm. Bei Sporttip und bei Jouez Sport sind das Prematch- oder Livewetten auf jene Sportereignisse, die auf der Liste der Gespa stehen. Die Auswahl kann aus derselben Sportart oder aus verschiedenen Sportarten stammen; die Heinz-Wette kombiniert sie unabhängig von der Sportart. Wer auf sechs Auswahlen aus sechs verschiedenen Fussliachen wettet, bildet eine Heinz-Wette über 57 Linien, die alle Kombinationen ab dem Doppel abdeckt.

Was nicht kombiniert werden darf, sind voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung ohne die Bet-Builder-Funktion. Bei Sporttip werden solche Kombinationen nur über den Bet-Builder zugelassen; nimmt die Veranstalterin irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer etwa auf «Tore über 2.5» und «Heimsieg» desselben Spiels setzt, muss den Bet-Builder nutzen, nicht die Heinz-Wette.

Einsatz festlegen

Der Linieneinsatz wird pro Linie gesetzt, nicht pro Auswahl. Bei einer Heinz-Wette mit 1 CHF pro Linie beträgt der Gesamteinsatz 57 CHF. Bei 2 CHF pro Linie sind es 114 CHF. Wer die Limite beachten will, rechnet vorab: Linieneinsatz mal 57 ist der Gesamteinsatz, und der muss unter dem Höchsteinsatz pro Systemwette (10’000 CHF bei Sporttip) und unter dem Höchsteinsatz pro Multiples-Wettschein (7’500 CHF bei Jouez Sport) bleiben.

Bei Sporttip wird die Heinz-Wette als Systemwette ausgewiesen, der Gesamteinsatz erscheint im Wettschein, und die Bestätigung verlangt eine zweite Zustimmung. Bei Jouez Sport ist die Logik ähnlich: Der Wettschein zeigt die 57 Linien und den Gesamteinsatz. Wer das Smartphone benutzt, kann beide Wetten vor Bestätigung noch einmal prüfen; ein unbestätigter Wettschein wird nicht angenommen.

Wette verfolgen

Nach der Bestätigung wird die Wette im Spielkonto angezeigt. Bei Sporttip ist die Heinz-Wette als Systemwette mit allen 57 Linien sichtbar; bei jeder Linie zeigt das Konto den Status (offen, gewonnen, verloren). Sobald die ersten Auswahlen ausgewertet sind, aktualisiert sich der voraussichtliche Gewinn. Cash-Out ist nur online und nur als vollständiges Cash-Out verfügbar; wer vor dem Ende aller Ereignisse aussteigen will, kann das tun, akzeptiert aber den tieferen Cash-Out-Betrag im Vergleich zum möglichen Endgewinn.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Bei einer Heinz-Wette mit einer abgesagten Auswahl fällt diese Auswahl aus den Mehrfachkombinationen, und die Wette reduziert sich faktisch auf die verbleibenden Auswahlen. Wer die Wette als Ganzes verloren gibt, verliert den Einsatz auf den Linien, die das abgesagte Ereignis enthalten.

Kombiboost, Quotenboost und weitere Sporttip-Features

Der Kombiboost im Detail

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50 pro Voraussage. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Eine Heinz-Wette hat sechs Voraussagen, fällt also zwischen 5 % (bei vier Voraussagen) und 20 % (bei sieben). Bei sechs Voraussagen beträgt der Bonus 20 %, wenn alle Voraussagen die Mindestquote von 1.50 erreichen.

Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Wer den vollen Bonus mitnimmt, gewinnt auf einem höheren Nettogewinn, aber die Auszahlung bleibt durch die Höchsteinsätze und Höchstgewinne gedeckelt. Wer eine Heinz-Wette mit niedrigeren Quoten spielt, verzichtet auf den Boost, weil die Voraussagen die Mindestquote nicht erreichen. Wer eine Heinz-Wette mit höheren Quoten spielt, bekommt den Boost, sofern alle Voraussagen über 1.50 liegen.

Quotenboosts und Profitboosts

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Beide Boosts sind also nicht direkt für eine Heinz-Wette nutzbar, weil sie nur auf Einzelwetten oder definierte Sportereignisse zielen. Wer eine Heinz-Wette bilden will, kann den Kombiboost nutzen, sofern die Voraussagen über 1.50 liegen. Wer eine Einzelwette boosten will, kann das, aber nicht im Rahmen einer Heinz-Wette.

Cash-Out bei Sporttip

Cash-Out ist nur online verfügbar, nur als vollständiges Cash-Out, ohne Teilauszahlung. Es gilt für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Für eine Heinz-Wette bedeutet das: Wer sechs Auswahlen platziert und nach drei richtigen Auswahlen aussteigen will, kann das tun. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Endgewinn, falls alle Auswahlen richtig wären, und kann sich während der Spiele ändern. Wer Cash-Out ausführt, kann es nicht rückgängig machen — die Wette ist beendet, der Betrag wird dem Spielkonto gutgeschrieben.

Was die Heinz-Wette kostet: Beispiele aus dem Wettprogramm

Heinz mit Favoriten: kleine Quoten, viele Linien

Eine Heinz-Wette aus sechs Favoriten mit Quoten um 1.30 ergibt selbst bei sechs richtigen Auswahlen nur einen Bruttogewinn, der den Einsatz knapp übersteigt. Bei 1.30 ergibt 1.30^6 rund 4.83, also einen Sechsfach von 4.83. Bei 57 Linien und 1 CHF pro Linie liegt der Bruttogewinn bei rund 275 CHF, der Einsatz bei 57 CHF. Wer nur zwei richtig hat (1.30^2 = 1.69), gewinnt 15 Doppel zu 1.69, also rund 25.35 CHF brutto, der Einsatz auf den falschen Linien geht verloren.

Die Frage ist, ob der Bruttogewinn von 275 CHF das Risiko von 57 CHF rechtfertigt. Bei sechs richtigen Auswahlen ist die Auszahlung knapp fünfmal so hoch wie der Einsatz — ein Faktor, der bei jeder anderen Wettart ähnlich ist. Wer eine Vierfachkette aus 1.30-Quoten spielt, gewinnt nur, wenn alle vier richtig sind, und bekommt 2.86 CHF pro 1 CHF Einsatz, also weniger als bei einer Heinz-Wette mit sechs richtigen Auswahlen.

Heinz mit Aussenseitern: hohe Quoten, weniger richtige Auswahlen

Eine Heinz-Wette aus sechs Aussenseitern mit Quoten um 7.00 ergibt bei sechs richtigen Auswahlen einen Bruttogewinn, der den Einsatz um ein Vielfaches übersteigt. Bei 7.00^6 = 117’649, also einen Sechsfach von rund 117’649. Bei 57 Linien und 1 CHF pro Linie liegt der Bruttogewinn bei rund 6.7 Millionen CHF, der Einsatz bei 57 CHF. Wer nur drei richtige Auswahlen hat, gewinnt 20 Dreierkombinationen, deren Quote 7.00^3 = 343 beträgt; 20 Linien mal 343 = 6’860 CHF brutto.

Aber die Wahrscheinlichkeit, sechs Aussenseiter richtig zu tippen, ist verschwindend klein. Wer sechs 7.00-Quoten richtig vorhersagt, hat eine Auszahlung, die in der Praxis durch die Höchstgewinne gedeckelt wird: Bei Jouez Sport ist der Höchstgewinn pro Multiples 1’000’000 CHF, was über dem Beispiel liegt, aber nicht unbegrenzt. Bei Sporttip ist der Höchsteinsatz pro Systemwette 10’000 CHF; bei höheren Quoten und damit höheren Auszahlungen greift die Wettgewinn­obergrenze, die in den Spielregeln steht.

Die mittlere Lage: ausgewogene Quoten

Die mittlere Heinz-Wette kombiniert Favoriten und Aussenseiter: drei Auswahlen um 1.50, zwei um 2.00 und eine um 2.50. Der Schritt einer dieser Wette liegt im Bereich dessen, was erfahrene Wettende als «Standard-Form» betrachten. Die Quoten sind nicht extrem, die Auswahl ist nicht trivial, und der Bruttogewinn ist im sechsstelligen Bereich bei 1 CHF pro Linie und sechs richtigen Auswahlen.

Wichtig ist die Verteilung der Gewinne auf die Liniengrössen. Bei sechs richtigen Auswahlen gewinnen alle 57 Linien, und der Bruttogewinn ist das Produkt aus Linieneinsatz und Summe der Quoten über alle Linien. Bei fünf richtigen Auswahlen fallen die 6 Sechsfachwetten weg, und der Gewinn reduziert sich auf die 51 anderen Linien. Bei vier richtigen Auswahlen fallen zusätzlich die 6 Fünffachwetten weg, und der Gewinn reduziert sich weiter.

Häufig gestellte Fragen zur Heinz-Wette

Wie funktioniert eine Heinz-Wette und aus welchen Einzelwetten besteht sie?

Eine Heinz-Wette kombiniert sechs Auswahlen zu allen möglichen Mehrfachwetten ab der Grösse zwei. Sie besteht aus 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette, also insgesamt 57 Einzelwetten. Der Einsatz wird pro Linie gesetzt; bei 1 CHF pro Linie beträgt der Gesamteinsatz 57 CHF. Eine richtige Auswahl allein reicht nicht, mindestens zwei Auswahlen müssen eintreffen, damit die Wette einen Ertrag abwirft.

Was unterscheidet eine Heinz-Wette von einer normalen Kombiwette?

Eine Kombiwette kombiniert alle Auswahlen zu einer einzigen Wette und gewinnt nur, wenn alle Auswahlen richtig sind. Eine Heinz-Wette verteilt den Einsatz auf 57 Linien und gewinnt auch dann teilweise, wenn nicht alle Auswahlen richtig sind — vorausgesetzt, mindestens zwei Auswahlen treffen ein. Der Gesamteinsatz einer Heinz-Wette ist deutlich höher als bei einer Kombiwette, dafür ist die Wette gegen einen Teilverlust abgesichert. Die Marge der Veranstalterin schlägt bei der Heinz-Wette 57 Mal zu Buche, bei der Kombiwette nur einmal.

Wie hoch ist der Gesamteinsatz, wenn jede Einzelwette denselben Betrag kostet?

Der Gesamteinsatz ergibt sich aus dem Linieneinsatz mal 57. Bei 1 CHF pro Linie sind es 57 CHF, bei 2 CHF pro Linie 114 CHF, bei 5 CHF pro Linie 285 CHF. Bei Sporttip darf der Gesamteinsatz einer Systemwette 10’000 CHF nicht übersteigen, bei Jouez Sport darf ein Wettschein mit Multiples insgesamt höchstens 7’500 CHF Einsatz enthalten. Der Linieneinsatz ist also durch die Obergrenze der Veranstalterin und durch die eigene Verlustlimite gedeckelt.

Was ist der Unterschied zwischen einer Heinz-Wette und einer Super-Heinz-Wette?

Die Super-Heinz-Wette folgt demselben Prinzip, erweitert aber auf sieben Auswahlen und umfasst 120 Einzelwetten: 21 Doppel-, 35 Dreier-, 35 Vierfach-, 21 Fünffach-, 7 Sechsfach- und 1 Siebenfachwette. Der Mindestertrag bleibt bei zwei richtigen Auswahlen, der Linieneinsatz steigt entsprechend, und der Gesamteinsatz bei 1 CHF pro Linie beträgt 120 CHF. Die Super-Heinz-Wette ist also eine grössere Version der Heinz-Wette mit höherem Risiko und höherem Maximalertrag.

Dürfen in der Schweiz nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten?

Ja. Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) und die interkantonale Vereinbarung begrenzen die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei: Swisslos mit der Marke Sporttip und die Loterie Romande mit der Marke Jouez Sport. Beide brauchen eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung der Gespa. Ausländische Marken wie MyStake, Unibet oder Fezbet haben keine Schweizer Bewilligung; eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Wer dort spielt, tut das ohne Schweizer Schutz und ohne Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister.

Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote, und wo steckt die Marge des Anbieters?

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinn pro Linie aus dem Linieneinsatz mal der Quote der Linie; bei einer Kombiwette ist die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten. Der Gesamtgewinn einer Heinz-Wette ist die Summe der Gewinne aller 57 Linien, die gewonnen haben. Die Marge der Veranstalterin sitzt in jeder Quote und wirkt bei einer Heinz-Wette 57 Mal. Eine Auszahlungsquote von 95 % auf einem Markt entspricht einer Marge von 5 %. Die Veranstalterin kalkuliert die Quoten so, dass sie auf jedem Markt im Durchschnitt einen Anteil der Einsätze behält.

Inhalt erstellt vom Team «livewettench»