Wettanbieter im Vergleich: Wer in der Schweiz tatsächlich spielen darf
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Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Spielbewilligungen der Gespa sowie die Spielregeln Sporttip Version 4.2 und die Online-Bedingungen von Swisslos.
Wer in der Schweiz eine Sportwette platzieren will, trifft zuerst auf eine Zahl: zwei. So viele Organisatoren sind zugelassen, mehr nicht. Diese Auswahl klingt eng, ist aber keine Verlegenheitslösung, sondern das Ergebnis einer bewussten regulatorischen Entscheidung: der Bund und die Kantone haben sich für ein gemeinwohlorientiertes Modell entschieden, nicht für einen offenen Markt. Der Rest des Feldes, jene Seiten, die im Internet als «die besten» beworben werden, arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Sie können genutzt werden, sie bringen aber weder Schutz durch die Gespa noch Zugang zum schweizweiten Sperrregister.
Die Tabelle «Die Rangliste: zehn Anbieter im direkten Vergleich» vergleicht beide zugelassenen Organisatoren und acht ausländische Anbieter nach denselben Kriterien: Bewilligung, Quoten, Limits, Auszahlung und Spielerschutz. Sie kürt keinen Gesamtsieger, denn ein einzelner Anbieter lässt sich in dieser Disziplin nicht dauerhaft vorne platzieren. Wer Quoten vergleicht, sieht täglich, wie Sporttip und die Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sich abwechseln. Was sich dauerhaft vergleicht, ist das, was eine Wette tatsächlich kostet: die eingebaute Marge des Anbieters, die Einsatzgrenzen und das, was mit einem Gewinn passiert.
Die Rangliste: zehn Anbieter im direkten Vergleich
Die Tabelle ordnet die Anbieter nach ihrer Bewilligungssituation und nennt den Träger bzw. die ausländische Lizenz, die in den jeweiligen AGB genannt wird. Wo keine Schweizer Bewilligung besteht, ist die ausländische Lizenz in der Schweiz ohne Wirkung.

| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Träger bzw. ausländische Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung) | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Betscore | Keine | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| BillyBets | Keine | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Betclic | Keine | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| IviBet | Keine | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Bettilt | Keine | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| BDMBet | Keine | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| MyStake | Keine | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Interwetten | Keine | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
Zwei Punkte fallen sofort auf. Erstens: Innerhalb der zugelassenen Anbieter entscheidet der Wohnsitz darüber, welcher Organisator überhaupt ein Konto eröffnen darf. Swisslos deckt die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein ab; Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Wer in Genf wohnt, kann sich nicht bei Swisslos registrieren, und umgekehrt. Zweitens: Die acht verbleibenden Anbieter stehen ohne Schweizer Bewilligung da und lassen sich rechtlich in eine Zeile zusammenfassen. Ihre wirtschaftlichen Unterschiede (Quoten, Bonusprogramme, Auszahlungszeiten) sind real, aber sie ersetzen keine fehlende Bewilligung. Wer dort spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg und keine Möglichkeit, eine Sperre über das schweizweite Register wirken zu lassen.
Was «Anbieter» in der Schweiz überhaupt bedeutet
Ein Anbieter im rechtlichen Sinne ist nicht einfach eine Webseite mit Quoten und einem Wettschein. Das Geldspielgesetz (BGS) verlangt eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine zusätzliche Spielbewilligung. Erst mit beiden darf schweizweit Sportwetten angeboten werden. Die Zahl der Bewilligungen ist gesetzlich auf zwei Organisatoren begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Jeder dritte Name, der bei einer Internetsuche nach «Wettanbieter Schweiz» auftaucht, fällt aus diesem Rahmen.
Die praktische Konsequenz: Wer eine Sportwette in der Schweiz platzieren will, hat die Wahl zwischen genau zwei Plattformen, deren Angebot durch die Gespa-Liste zugelassener Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten definiert ist. Diese Liste ist geschlossen, nicht offen. Wetten auf Ecken, Karten oder Esports-Events sind dort nicht vorgesehen. Das schränkt ein, schafft aber auch Klarheit: Was nicht auf der Liste steht, wird auch nicht angeboten, und kein Anbieter kann mit einem «grösseren Wettprogramm» werben, das er de jure nicht führen dürfte.
Ein weiterer Unterschied, der oft übersehen wird: Die beiden Organisatoren sind keine Privatunternehmen, sondern Genossenschaften bzw. Aktiengesellschaften mit gemeinwohlorientiertem Auftrag. Swisslos hat 2025 einen Reingewinn von 562 Mio. CHF ausgeschüttet, davon 506 Mio. CHF an kantonale Fonds und 56 Mio. CHF an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten allein stammten 109 Mio. CHF. Diese Struktur bedeutet: Es gibt keinen Anteilseigner, der eine Gewinnmaximierung verlangt, und es gibt keinen börsennotierten Mutterkonzern, der eine Margenoptimierung anordnet. Die Marge ist trotzdem da, aber sie fliesst in kantonale Fonds und nicht in eine Dividende.
Die Rechtslage: Wer eine Bewilligung hat, wer nicht
Das Geldspielgesetz unterscheidet klar zwischen Grossspielen und Geschicklichkeitsspielen, wobei Online-Sportwetten Grossspiele sind. Die Aufsicht liegt bei der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern), nicht bei der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz, was bedeutet, dass eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder einem anderen Land hier keine Wirkung entfaltet. Wer dort spielt, hat dementsprechend keine Möglichkeit, sich an eine Schweizer Behörde zu wenden, falls es zu Problemen kommt.

Die Konsequenzen für Spielende sind konkret. Eine ausländische Lizenz bietet in der Schweiz keine Anonymität gegenüber dem Anbieter, denn die Identitätsprüfung findet durch den Anbieter statt, und keine Schweizer Aufsicht prüft, ob diese Prüfung den hiesigen Anforderungen genügt. Es gibt keinen Zugang zum schweizweiten Sperrregister über ausländische Anbieter; eine Sperre, die bei Sporttip oder in einem Schweizer Online-Casino gesetzt wird, wirkt dort nicht automatisch. Im Streitfall bleibt nur der Weg über die ausländische Aufsichtsbehörde, die wiederum keine Handhabe gegenüber einem Anbieter hat, der in seinem Sitzland gar nicht zugelassen ist. Schliesslich: Die Gespa kann ausländische Domains auf die Sperrliste setzen, was dazu führt, dass Schweizer Telekomanbieter diese Seiten via DNS blockieren. Die Liste wuchs bis Ende 2025 auf 671 Domains. Das ist kein Marketing-Show, sondern eine funktionierende Sperre, die allerdings von Anbietern durch «Domain-Hopping» umgangen werden kann.
Auf der anderen Seite steht ein vollständiges Schutzregime für lizenzierte Anbieter: Die Gespa beaufsichtigt die Einhaltung der Bewilligungsauflagen, prüft die Identitätsprüfung, kontrolliert die Einhaltung der Spielregeln und führt Testkäufe durch. Bei 200 Testkäufen an Verkaufsstellen im Jahr 2025 wurde in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Das ist kein Ruhmesblatt, zeigt aber, dass die Aufsicht tatsächlich misst und nicht nur plant.
Spielerschutz: Limiten, Sperren und die 18-Jährigen-Regel
Der Spielerschutz ist in der Schweiz nicht in den Anbieter-AGB versteckt, sondern im BGS verankert. Drei Mechanismen greifen ineinander.
Erstens: Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette selbst gesetzt werden, mit Obergrenzen für 1, 7 und 30 Tage. Bei Swisslos liegt die Oberlimite bei 9’999 CHF (für unter 21-Jährige bei 1’000 CHF), eine Senkung tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite, die ebenfalls für 30 Tage gilt. Wer diese Limiten nicht aktiv setzt, kann nicht spielen.
Zweitens: Die Spielsperre ist als schweizweites Register organisiert. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in das Register eingetragen und gilt auch für alle Schweizer Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Wer im Register steht, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Die Aufhebung einer freiwilligen Sperre ist frühestens nach drei Monaten möglich, mit Einbezug einer Fachstelle.
Drittens: Minderjährige sind ausgeschlossen. Die Registrierung bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre und Wohnsitz im Vertragsgebiet. Eine Spielsperre darf nicht bestehen, jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Identitätsprüfung erfolgt über einen hochgeladenen Ausweis, dessen Daten gegen Adressdatenbanken geprüft werden. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten; Sporttip setzt diese Regel explizit in den Spielregeln fest.
Was bei ausländischen Anbietern oft fehlt: die zentrale Sperre. Eine in der Schweiz gesetzte Sperre wirkt dort nicht automatisch. Wer von einer ausländischen Seite fernbleiben will, muss diese Sperre selbst bei jedem Anbieter setzen, oft über überhaupt keinen Mechanismus. Das ist ein konkreter Kostenpunkt, der über die Auszahlungszeiten oder Quotenmargen hinaus relevant wird.
Krypto, Anonymität und die Realität der Auszahlung
Kryptowährungen versprechen Anonymität, gerade bei Ein- und Auszahlungen. In der lizenzierten Schweizer Welt existiert diese Anonymität nicht. Spielguthaben und Gewinne werden ausschliesslich auf ein Konto im eigenen Namen ausbezahlt, sei es ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto. Das ist regulatorisch vorgeschrieben und gilt unabhängig davon, wie das Konto aufgeladen wurde. Krypto-Zahlungen sind zwar bei manchen ausländischen Anbietern möglich, aber sie umgehen weder die schweizerische Geldspielaufsicht noch die Geldwäschereivorschriften. Wer in Bitcoin einzahlt, hat dort einen zusätzlichen Risikohorizont: Wechselkursschwankungen, Wallet-Sicherheit und die Frage, ob der Anbieter tatsächlich auszahlt, wenn die Identität einmal verschleiert ist.
Ein zweiter Punkt, der oft übersehen wird: Gewinne bei Sporttip, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Bei einer Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist eine Frist von 10 Tagen ab Zustellung per eingeschriebenem Brief zu wahren. Diese Fristen sind regulatorisch verankert und existieren bei ausländischen Anbietern oft gar nicht, weil dort die Verjährung nach dem Sitzland des Anbieters läuft.
Boni und Gratiswetten: Was sie kosten, bevor sie etwas bringen
Im Ausland ist der «Willkommensbonus» ein Verkaufsargument erster Güte. In der Schweiz ist das Boniversprechen enger, weil das BGS Werbung für unzulässige Angebote verbietet und Gratisspiele oder Gratisguthaben der vorgängigen Einwilligung der Gespa bedürfen. Im Jahr 2025 erteilte die Gespa 24 Einwilligungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen kommen ausschliesslich aus den AGB der jeweiligen Anbieter.
Bei Sporttip gibt es drei Aktionsmechanismen, die im Regelwerk klar definiert sind:
- Der Kombiboost funktioniert online bei Prematch-, Live- und Systemwetten, verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50 und erhöht den Nettogewinn um 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
- Quotenboosts gelten nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Spielendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
- Eine Voraussage in einer Kombinationswette, deren Ereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt wird, erhält die Quote 1.00, womit das Risiko eines «Kombi-Totals» durch einzelne abgesagte Spiele abgefedert wird.
Das klingt im ersten Moment grosszügig, ist aber eingebettet in zwei harte Rahmenbedingungen: Erstens sind Boost und Gratisguthaben keine echten Geschenke, sondern Marketing mit Quote multipliziert. Wer einen 100-%-Kombiboost auslösen will, muss dafür eine Wette mit fünfzehn Voraussagen und Mindestquoten von 1.50 platzieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Wette gewinnt, ist deutlich geringer als die einer Einzelwette mit gleicher Gesamtquote. Zweitens ist Gratisspielguthaben aus Promotionen nicht auszahlbar. Es verfällt oder wird für neue Wetten verwendet, lässt sich aber nicht einfach auf das Bankkonto überweisen. Bei jeder «kostenlosen» Wette steht die Frage, ob das Werbeversprechen tatsächlich eingelöst wird, oder ob die Auszahlungsbeschränkungen den materiellen Wert aufheben.
Wer bei einem ausländischen Anbieter einen Bonus annimmt, sollte auf mindestens drei Zahlen achten: den Umsatzfaktor (typisch 5x bis 10x), die Mindestquote für qualifizierende Wetten (typisch 1.50 bis 2.00) und die Frist, innert derer der Bonus umgesetzt werden muss (typisch 30 Tage). Diese Zahlen sind der Preis des Bonus, und sie stehen in der Regel nicht auf der Werbeseite, sondern in den Bonus-AGB, die viele Leser überspringen.
Zahlungsmittel und Auszahlungsgeschwindigkeit
Die Auszahlungswege lizenzierter Schweizer Anbieter sind klar geregelt. Bei Swisslos geschieht die Aufladung des Spielkontos per Online-Zahlungsmitteln oder Einzahlungsschein, mit einem Mindestbetrag von 20 CHF und einer 30-Tages-Obergrenze von 10’000 CHF. Der Wallet-Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben 9’999 CHF nicht übersteigt. PostFinance Pay ist als Auflademöglichkeit verfügbar, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance-App bestätigt wird.
Die Auszahlungsseite weist zwei Besonderheiten auf: Gewinne bis 1’000 CHF pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne darüber werden bei bekannter Zahlungsverbindung innerhalb von 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Innerhalb von 365 Tagen sind zwei Auszahlungen kostenlos, ab der dritten kann eine Kommission von 3 % erhoben werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Das ist im internationalen Vergleich langsam, aber nachvollziehbar: Jede Auszahlung läuft über ein reguliertes Bankkonto und unterliegt der Geldwäschereipflicht.
Bei ausländischen Anbietern ist die Auszahlungsgeschwindigkeit eines der wichtigsten Marketingargumente. «Innerhalb von 24 Stunden», «sofort», «in Minuten»: Diese Versprechen stehen in jeder zweiten Werbung. Was sie verschweigen: Die Geschwindigkeit gilt nur für den ersten Antrag, oft nur für verifizierte Konten mit bereits hinterlegter Auszahlungsmethode, und sie kann durch eine plötzliche «Sicherheitsprüfung» unterbrochen werden. Wer seinen Gewinn nach 14 Tagen immer noch nicht hat, hat keine Schweizer Anlaufstelle, sondern nur den internationalen Kundendienst.
Ein weiterer Punkt, der im Quellenstudium auffällt: Auszahlungen erfolgen nur auf das eigene Konto. Eine Auszahlung auf das Konto eines Familienmitglieds, eine Krypto-Wallet eines Dritten oder ein anderes Zahlungsmittel ist bei lizenzierten Schweizer Anbietern ausgeschlossen. Diese Regel ist nicht Schikane, sondern Geldwäschereibekämpfung. Wer trotzdem versucht, auf ein Konto im Namen einer anderen Person auszahlen zu lassen, hat ein handfestes Compliance-Problem.
Was die Marge tatsächlich kostet: Ein Rechenbeispiel
Die Marge eines Marktes ist der Anteil, den der Anbieter von jedem eingesetzten Franken einbehält. Sie ergibt sich rechnerisch aus den Quoten aller Ausgänge eines Marktes: Man teilt 1 durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten, und das Resultat (Auszahlungsquote) zeigt, wieviel von einem Franken Einsatz im Erfolgsfall durchschnittlich zurückfliesst. Die Differenz zu 100 % ist die Marge.
Betrachten wir einen Zweiwege-Markt mit beiden Quoten bei 1.90, ein Beispiel, das typisch für Handicap- oder Unentschieden-Wetten ist. Dann ergibt sich:
- Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 1 ÷ (0’526 + 0’526) ≈ 1 ÷ 1’053 ≈ 95 %.
- Marge = 100 % − 95 % = 5 %.
Das bedeutet: Bei einem hypothetisch perfekt fairen Markt mit 50/50-Wahrscheinlichkeit würde der Anbieter 5 % jedes Einsatzes als Marge einbehalten. Bei einer durchschnittlichen Wette über viele solcher Märkte hinweg verliert der Spielende 5 % pro Wette. Bei einer Quote von 1.85 auf beiden Seiten läge die Marge bereits bei etwa 8 %, bei 1.80 entsprechend höher. Die Faustregel: Je näher die Quoten an 2.00 für einen Zweiwege-Markt liegen, desto fairer der Markt; je weiter weg, desto grösser die Marge.
Diese Rechnung gilt für einen einzelnen Markt, nicht für das Gesamtpaket eines Anbieters. Ein Anbieter mit 3 % Marge auf Fussball-1X2 kann auf anderen Märkten (Handicap, Ecken, Kombiwetten) durchaus 8 oder 10 % verlangen. Die «durchschnittliche Marge», die manche Vergleichsportale ausweisen, ist deshalb nur als grober Indikator brauchbar. Wer einzelne Wetten platziert, muss jede Quote für sich lesen.
Eine zweite Einschränkung: Die Marge sagt nichts darüber aus, ob der Ausgang tatsächlich eintritt. Auch ein fairer Markt kann von der falschen Seite gewonnen werden. Aber über genügend Wetten konvergiert der erwartete Verlust gegen die Marge. Wer langfristig spielt, «bezahlt» diese Marge, ob er gewinnt oder verliert. Sie ist der Preis, den jeder Franken Einsatz für die Dienstleistung des Anbieter kostet.
Mobile Nutzung und App-Sicherheit
Sporttip ist über die Webseite von Swisslos und die Sporttip-App (iOS und Android) erreichbar. In der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle spielen, was die hybride Nutzung aus Online und Verkaufsstelle ermöglicht. Die App übernimmt die Identitätsprüfung, zeigt die Quoten und verwaltet das Wallet, gleicht aber an den Online-Bedingungen aus: Wer unter 18 ist, kann sich nicht registrieren, wer im Sperrregister steht, wird abgewiesen.
Worauf bei einer Wettapp zu achten ist: Die App sollte die Identitätsprüfung klar kommunizieren (Ausweis-Upload, Adressverifikation), das Sperrregister oder einen Selbsttest-Link einbinden, und die Quoten in Echtzeit aktualisieren. Bei ausländischen Anbietern ist die App-Sicherheit ein zweischneidiges Thema: Die App kann besser sein als die Webseite, aber sie unterliegt keiner Schweizer Aufsicht. Daten, die in der App gespeichert werden, sind durch die Datenschutzgesetzgebung des jeweiligen Sitzlands geschützt, nicht durch das schweizerische DSG.
Ein konkreter Tipp: Bei jeder App-Installation lohnt sich ein Blick in die Berechtigungen. Eine Wettapp braucht Zugriff auf das Netzwerk, optional auf Push-Benachrichtigungen, aber sie braucht keinen Zugriff auf Kontakte, Kamera oder Standort. Wer Apps aus den offiziellen Stores (Apple App Store, Google Play) bezieht, vermeidet Fälschungen; wer eine APK-Datei aus anderer Quelle installiert, geht ein zusätzliches Sicherheitsrisiko ein.
Livewetten und Cash-Out: Was sie kosten
Livewetten sind Wetten, die während eines laufenden Ereignisses platziert werden. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Schiedsrichter-Entscheidung) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Diese letzte Klausel ist zentral: Wer nach dem Elfmeterpfiff noch schnell auf das Resultat wettet, wird nicht ausbezahlt. Die Spiellogik akzeptiert die Wette, wertet sie aber als null.
Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer (Fussball etwa 90 Minuten) plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer eine Wette auf «nächste Halbzeit» platziert, sollte wissen, dass Halbzeitpause und zweite Halbzeit verschiedene Wettobjekte sind.
Cash-Out funktioniert bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche volle Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann vom Anbieter jederzeit geändert werden.
Hier liegt die zentrale Kostenstelle: Cash-Out verspricht dem Spielenden, einen Gewinn zu sichern oder einen Verlust zu begrenzen, ist aber selbst eine Wette des Spielenden gegen den Anbieter. Der Cash-Out-Betrag ist so kalkuliert, dass er für den Anbieter profitabel ist. Wer in der 80. Minute seines Teams mit 2:1 führt und cashed out, bevor das Gegentor fällt, hat eine Wette «gewonnen», aber der Gewinn ist kleiner als bei voller Auszahlung nach Spielende. Wer cashed out, um einen Verlust zu begrenzen, akzeptiert ebenfalls einen Verlust. Cash-Out ist kein Geschenk, sondern eine zusätzliche Wette mit eingebauter Anbietermarge.
Wettarten und Quotenberechnung
Vier Wettarten prägen den Schweizer Markt: Einzelwette, Kombinationswette, Systemwette und Livewette. Die Einzelwette ist die einfachste Form: Eine Voraussage, ein Einsatz, eine Quote. Der mögliche Gewinn ist Einsatz × Quote. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet, was bei kleinen Einsätzen einen Rundungsverlust von bis zu 5 Rappen pro Wette bedeutet.
Die Kombinationswette multipliziert die Einzelquoten zu einer Gesamtquote. Bei drei Voraussagen mit Quoten 1.80, 2.10 und 1.95 ergibt sich eine Gesamtquote von etwa 7.37. Der Einsatz wird mit dieser Gesamtquote multipliziert. Der Haken: Sobald eine Voraussage falsch ist, ist die gesamte Wette verloren. Bei Sporttip gibt es den im Abschnitt «Boni und Gratiswetten» beschriebenen Kombiboost als Ausgleich für höhere Risiken, aber er verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquoten und ist in der Gewinnhöhe begrenzt.
Die Systemwette fasst mehrere Kombinationswetten aus einem Pool von Voraussagen zusammen. Bei drei Voraussagen können 3 Kombinationen zu je 2 Voraussagen gebildet werden, bei vier Voraussagen 6 Kombinationen zu je 2, 4 Kombinationen zu je 3 sowie eine Kombination zu 4. Der maximale Einsatz pro Systemwette liegt bei Swisslos bei 10’000 CHF (im Vergleich zu 1’000 CHF bei Einzel- und Kombinationswetten). Diese Differenz erklärt sich durch die Vielzahl der Teilwetten, die ein Systemwettschein enthält.
Schliesslich die Livewette, deren Mechanik oben beschrieben ist. Was sie für die Quotenberechnung bedeutet: Die Quote ändert sich während des Spiels in Sekundenbruchteilen. Wer eine Livewette platziert, akzeptiert die Quote zum Zeitpunkt der Annahme, nicht zum Zeitpunkt der Überlegung. Bei Sporttip gilt zudem: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung können nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Andere Kombinationen werden entweder abgelehnt oder im Fehlerfall als ganz ungültig zurückerstattet.
Sportarten und Wettbewerbe: Was die Gespa-Liste erlaubt
Die Gespa führt eine Liste zugelassener Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Diese Liste ist geschlossen; was nicht auf ihr steht, darf nicht angeboten werden. Sie zeigt im aktuellen Stand (Version 10.09.2026) eine breite Abdeckung im Fussball (Bundesliga, Super League, Champions League, internationale Wettbewerbe), Tennis (Grand Slams, ATP, WTA), Eishockey (National League, NHL, internationale Wettbewerbe), Basketball, Handball, Volleyball und weitere olympische Sportarten. Was fehlt: Ecken- und Kartenmärkte, Esports, Wetten auf Trainingseinheiten oder TV-Shows.
Die Beschränkung dient mehreren Zwecken: Sie verhindert, dass auf Ereignisse mit Minderjährigen gewettet wird (Art. 25 Abs. 2 BGS), sie schafft Vorhersehbarkeit für die Aufsicht, und sie begrenzt das Angebot auf Sportarten, deren Integrität überprüfbar ist. Für die Wetten-Praxis heisst das: Fussball, Tennis und Eishockey dominieren das Programm, während E-Sports-Spieler und Anhänger anderer Nischen-Sportarten bei lizenzierten Schweizer Anbietern nicht fündig werden.
Das führt zu einer interessanten Asymmetrie: Ausländische Anbieter bewerben E-Sports, UFC und Spezialmärkte, die bei Sporttip und Jouez Sport nicht verfügbar sind. Wer diese Märkte sucht, hat bei lizenzierten Anbietern keine Auswahl. Die Frage ist, ob die Marktattraktivität oder die regulatorische Klarheit wichtiger ist. Für die grosse Mehrheit der Wetten, die klassisch auf Fussball, Tennis und Eishockey laufen, decken die lizenzierten Anbieter das Spektrum ab.
Neue Anbieter: Warum die Auswahl so klein bleibt
Wer «neue Wettanbieter Schweiz» googelt, findet jeden Monat neue Domains, neue Logos, neue Bonusversprechen. Was nicht erwähnt wird: Diese «neuen» Anbieter sind mehrheitlich keine neuen Schweizer Anbieter. Sie sitzen in Curaçao, Malta oder einer anderen Jurisdiktion und haben keine Schweizer Bewilligung. Ihre «Neuheit» bezieht sich auf ihren Marktauftritt, nicht auf ihren Markteintritt in die Schweiz, der mangels Möglichkeit gar nicht stattfindet.
Für die Schweiz bleibt das Bild stabil: zwei Organisatoren, und das wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern. Die IKV 2020 (Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019) hat die Zahl der zugelassenen Organisatoren auf zwei begrenzt. Eine Öffnung wäre eine politische Entscheidung der Kantone, nicht der Anbieter oder der Aufsicht.
Wer bei einem «neuen Anbieter» spielt, betritt denselben Raum wie bei einem alten Anbieter ohne Schweizer Bewilligung: kein Schutz, keine Sperre, keine Schweizer Anlaufstelle. Die Gespa-Sperrliste wächst, Domain-Hopping verkürzt die Wirkung jeder neuen Sperrung, und die Anbieter passen sich an.
Swisslos Sporttip: Bewilligung und Spielpraxis
Swisslos Sporttip ist einer der beiden lizenzierten Organisatoren, mit Sitz in Basel und einer Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS unter Aufsicht der Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), das Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein. Wer in Genf wohnt, kann hier kein Konto eröffnen, und wer im Register steht, wird abgewiesen.
Die Spielpraxis bei Sporttip folgt klaren, im Regelwerk Version 4.2 dokumentierten Regeln: Mindesteinsatz 1 CHF für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz 1’000 CHF für Einzel- oder Kombinationswette, 10’000 CHF für Systemwette. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Swisslos kann die Limiten jederzeit ändern, ohne Angabe von Gründen. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage werden vor der ersten Wette selbst gesetzt, Oberlimite 9’999 CHF (unter 21 Jahren 1’000 CHF).
Die Auszahlung an Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonten erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, Gewinne bis 1’000 CHF automatisch auf das Wallet. Zwei Auszahlungen pro Jahr sind kostenlos, ab der dritten wird eine Kommission von 3 % erhoben. Die 26-Wochen-Frist für die Geltendmachung von Gewinnen gilt für jede Wette.
Sporttip ist die richtige Wahl für alle, die im Vertragsgebiet wohnen und einen Anbieter mit Schweizer Bewilligung, klaren Regeln und Auszahlung auf ein Bankkonto im eigenen Namen suchen. Die Marge ist eingebaut, sie fliesst aber in kantonale Fonds und Sportförderung. Wer bereit ist, mit dem vorgegebenen Wettprogramm zu arbeiten und auf den geschlossenen Markt zu setzen, findet hier einen verlässlichen Rahmen.
Loterie Romande Jouez Sport: Das Pendant für die Westschweiz
Loterie Romande ist das Gegenstück zu Swisslos für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz der Loterie Romande ist Lausanne, mit 221 Mitarbeitenden und 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Die Online-Plattform heisst Jouez Sport und läuft unter derselben regulatorischen Konstruktion: Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht durch die Gespa, gemeinwohlorientierte Ausschüttung.
Wer in Genf wohnt und dort ein Online-Konto eröffnen will, kommt an Jouez Sport nicht vorbei. Wer auf Deutschschweizer Boden lebt, hat hier kein Konto. Die regionale Aufteilung ist hart: kein Übertritt, kein gemeinsames Wallet, kein gemeinsames Sperrregister über die Kantonsgrenzen hinweg. Das ist eine politische Entscheidung, die mit der Kantonsautonomie und der IKV 2020 begründet wird.
Jouez Sport eignet sich für Westschweizer Spielende, die einen lizenzierten Anbieter in ihrer Sprache und mit ihrer Verkaufsstellen-Infrastruktur suchen. Wer mit den Einschränkungen der geschlossenen Wettliste leben kann, findet hier ein stabiles Angebot mit Auszahlung auf das eigene Konto.
Betscore: Offshore, ohne Schweizer Bewilligung
Betscore ist einer der acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, die in dieser Übersicht auftauchen. Die Lizenz, die auf der Webseite genannt wird, hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer dort spielt, hat keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, keinen Rechtsweg über die Gespa und keine Garantie, dass eine Sperre, die bei Swisslos oder Loterie Romande gesetzt wurde, hier wirkt.
Konkret heisst das: Ein Konflikt mit Betscore muss über die ausländische Aufsichtsbehörde des Sitzlandes geklärt werden, soweit dort eine Anerkennung besteht. In der Regel ist dieser Weg lang und unsicher. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen; Schweizer Telekomanbieter blockieren den Zugang via DNS. Betscore kann die Domain wechseln, was als Domain-Hopping bezeichnet wird und die Wirkung jeder neuen Sperrung auf Stunden reduziert. Spielende in der Schweiz, die die Sperre umgehen wollen, müssen selbst die jeweils aktuelle Domain suchen.
Für Leserinnen und Leser, die mit Betscore oder einem anderen Offshore-Anbieter liebäugeln, ist die Frage nicht, ob die Quote besser ist (sie ist oft ähnlich), sondern was im Streitfall passiert. Bei einem lizenzierten Anbieter gibt es eine Aufsicht, einen Rechtsweg und eine Sperre über das Register. Bei einem Offshore-Anbieter gibt es im besten Fall einen freundlichen Kundendienst und im schlimmsten Fall eine Auszahlung, die nie kommt. Wer diesen Unterschied akzeptiert, findet bei Betscore ein internationales Wettprogramm mit möglicherweise breiterer Auswahl. Wer ihn nicht akzeptiert, hat bei Swisslos und Loterie Romande ein engeres, aber verlässlicheres Angebot.
BillyBets: Ein weiterer Offshore-Anbieter
BillyBets folgt demselben Muster wie Betscore: keine Schweizer Bewilligung, Lizenz im Ausland, kein Zugang zum schweizerischen Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht. Für die Analyse ändert sich im Vergleich zu Betscore wenig; die Frage bleibt dieselbe. Was bei BillyBets konkret verfügbar ist (Sportarten, Bonusprogramme, Auszahlungszeiten), hängt von den eigenen AGB ab, die jede Leserin und jeder Leser vor der Anmeldung prüfen sollte.
Im wirtschaftlichen Sinn unterscheidet sich BillyBets von Betscore durch andere Quoten, andere Boni, andere Zahlungsmittel. Diese Unterschiede sind real, aber sie liegen innerhalb derselben Risikoklasse: ausländische Lizenz, kein Schweizer Schutz. Wer die Offshore-Welt betritt, akzeptiert diese Rahmenbedingung, und die Frage ist nicht welcher Offshore-Anbieter, sondern ob Offshore überhaupt.
Betclic: Marktbekannt, aber offshore
Betclic ist einer der bekannteren Namen im europäischen Wettgeschäft, mit starker Marktpräsenz in Frankreich, Portugal und weiteren Ländern. In der Schweiz bleibt er ohne Bewilligung, und das ändert sich auch durch den Markennamen nicht. Die Spielregeln, das Wettprogramm und die Bonusmechanik sind französisch geprägt; für deutschsprachige Spielende ist die Oberfläche entsprechend zweisprachig.
Der Vorteil von Marken wie Betclic liegt in der Bekanntheit und einer oft besseren Quotenpflege in gefragten Märkten. Der Nachteil in der Schweiz bleibt derselbe: keine Anbindung an die Gespa, keine Sperre über das schweizerische Register, Auszahlung an Schweizer Konten nicht garantiert. Wer von Frankreich oder Portugal aus auf Betclic zugegriffen hat, weiss, womit er rechnet; wer aus der Schweiz neu einsteigt, sollte sich bewusst sein, dass die Lizenz ausserhalb der Schweiz keine Wirkung entfaltet.
IviBet: Nischenangebot aus dem Ausland
IviBet gehört zu den kleineren Offshore-Marken, deren Verbreitung in der Schweiz gering ist. Wer dort ein Konto eröffnet, folgt dem üblichen Offshore-Pfad: AGB des Sitzlandes akzeptieren, Auszahlungsweg wählen, mit der Möglichkeit, dass die Gespa die Domain sperrt oder dass eine Bonusaktion an Umsatzbedingungen geknüpft ist, die das Bonusgeld am Ende zum Marketing-Versprechen werden lassen.
Für die Bewertung zählt: Lizenz und Schutzrahmen sind offshore. Alles, was IviBet darüber hinaus bietet (Quoten, Bonus, Auszahlungsdauer), ist für die Schweizer Seite zweitrangig, weil es die fehlende Schweizer Bewilligung nicht kompensiert. Wer diese Schwelle akzeptiert, kann IviBet nutzen, aber er sollte die Spielregeln lesen, bevor er einzahlt.
Bettilt: Offshore mit Esports-Schwerpunkt
Bettilt gehört zu den Offshore-Anbietern, die im E-Sports- und Casino-Bereich stärker aufgestellt sind als im klassischen Sportwetten-Segment. Für die Schweiz ist das uninteressant, weil die Gespa-Liste E-Sports nicht enthält und lizenzierte Schweizer Anbieter entsprechend keine E-Sports-Wetten anbieten. Bei Offshore-Anbietern ist diese Unterscheidung obsolet, sie können anbieten, was sie wollen, solange ihr Sitzland es erlaubt.
Wer also E-Sports bei einem Schweizer Anbieter sucht, geht leer aus. Wer E-Sports Offshore spielt, akzeptiert die fehlende Schweizer Bewilligung und die fehlende Sperre über das Register. Bettilt positioniert sich in dieser Nische und ist deshalb nicht «besser» oder «schlechter» als andere Offshore-Marken, sondern einfach anders aufgestellt. Für die Bewertung in dieser Übersicht zählt allein die Lizenzkategorie, und die ist offshore.
BDMBet: Ein weiterer Offshore-Vertreter
BDMBet reiht sich in das Muster der Offshore-Anbieter ein: keine Schweizer Bewilligung, Lizenz im Ausland, kein Zugang zum schweizerischen Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht. Die wirtschaftlichen Eckwerte (Quoten, Limits, Bonusstruktur) folgen den üblichen Offshore-Konventionen und sind für die Übersicht nur insoweit relevant, als sie die fehlende Schweizer Bewilligung nicht ausgleichen.
Wer BDMBet nutzt, sollte mindestens drei Dinge prüfen: die Lizenz, die im Impressum oder in den AGB genannte Aufsichtsbehörde des Sitzlands; die Auszahlungsfristen und -bedingungen, insbesondere ob die Auszahlung auf ein Schweizer Bankkonto ohne Komplikationen funktioniert; und die Bedingungen für Bonusangebote, weil diese oft der teuerste Teil des Angebots sind.
MyStake: Hybrid aus Sport und Casino
MyStake ist ein weiterer Offshore-Anbieter, dessen Plattform sowohl Sportwetten als auch Casino-Spiele abdeckt. Beide Bereiche sind unabhängig von einer Schweizer Bewilligung und liegen vollständig in der ausländischen Lizenz. Die Trennung zwischen Sportwetten und Casino ist regulatorisch zentral, denn die Gespa beaufsichtigt Sportwetten über die Interkantonale Geldspielaufsicht, während Casinos unter die ESBK fallen und eigene Regeln haben. Bei Offshore-Anbietern verschwimmt diese Trennung oft, weil beide Bereiche unter derselben Lizenz laufen.
Die Spielenden in der Schweiz, die bei MyStake spielen, sollten sich bewusst sein, dass sie den Casino-Bereich genauso wie den Sportwetten-Bereich ohne Schweizer Aufsicht nutzen. Eine Sperre im Casino-Bereich wirkt nicht automatisch im Sportwetten-Bereich und umgekehrt. Wer eine umfassende Sperre sucht, ist bei einem lizenzierten Anbieter besser aufgehoben, wo das schweizerische Sperrregister diese Trennung überbrückt.
Interwetten: Klassischer Name, offshore Status
Interwetten ist einer der ältesten Namen im europäischen Wettgeschäft, gegründet in den 1990er-Jahren in Österreich. In der Schweiz bleibt Interwetten ohne Bewilligung, und die Gespa hat die Domain bereits einmal explizit auf die Sperrliste gesetzt (im Kontext von Domain-Hopping-Berichten). Diese Sperrung kann angepasst werden, wenn Interwetten die Domain wechselt, was als Hinweis auf die Dynamik der Liste gilt.
Für die Schweiz bleibt das Bild stabil: Interwetten ist ein Offshore-Anbieter mit langer Geschichte, aber ohne Schweizer Schutzrahmen. Wer dort spielt, weiss um die Lizenzsituation und akzeptiert sie. Die wirtschaftlichen Unterschiede zu anderen Offshore-Marken sind real, aber sie liegen innerhalb derselben Risikoklasse und ändern nichts an der fehlenden Bewilligung.
Die Frage der Quotenqualität: Wer hat die besten?
Eine der häufigsten Fragen ist, welcher Anbieter die besten Quoten hat. Die ehrliche Antwort: keine, dauerhaft. Quoten ändern sich stündlich, je nach Markt, je nach Spiel, je nach verbleibender Zeit bis zum Anpfiff. Am Montag kann Sporttip die beste Quote auf ein Bundesligaspiel haben, am Freitag ist ein Offshore-Anbieter 5 Rappen besser, am Samstag wieder Sporttip. Wer jeden Morgen die Quoten vergleicht, findet täglich einen anderen «Tagessieger».
Was sich vergleicht, ist die Marge, und zwar pro Markt und pro Anbieter. Ein Anbieter mit konstant tiefer Marge über alle wichtigen Märkte ist «fairer» als einer mit schwankender Marge. Bei Sporttip liegt die Marge in gefragten Fussballmärkten typisch bei 4 bis 6 %, in Nischenmärkten (Eishockey-Tiebreak, Handball-Tore) höher. Offshore-Anbieter werben mit «95 % Quoten» oder höher; was sie verschweigen, sind die Einschränkungen (Mindestquoten für Bonus, Auszahlungslimits auf den Gewinn, höhere Margen in schwächer bespielten Märkten).
Eine praktische Empfehlung: Wer aktiv Wetten platziert, sollte einen Anbieter mit tiefer Marge auf den bevorzugten Märkten wählen und konsequent dort spielen. Ein konstanter Anbieter ermöglicht auch eine bessere Selbstkontrolle, weil das Wettverhalten konsistent messbar bleibt. Wer zwischen vielen Anbietern springt, verliert leicht den Überblick über das eigene Spielverhalten.
Die Steuerfrage: Wer zahlt, wer nicht
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zur Steuerfreibetragsgrenze einkommensteuerfrei. Der Bund hat die Grenze auf 1’071’000 CHF ab dem 1. Januar 2026 festgesetzt (zuvor 1’070’400 CHF). Oberhalb dieser Grenze wird vom Organisator 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Kantonal können die Grenzen tiefer liegen, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» gilt.
Für die allermeisten Spielenden ist diese Grenze irrelevant, weil die kumulierten Gewinne eines Jahres selten über 1’000 CHF liegen. Wer aber tatsächlich hohe Gewinne erzielt, sollte die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater konsultieren, weil die Freibeträge und Verrechnungssteuer-Regeln je nach Kanton variieren. Eine pauschale Antwort «in der Schweiz sind Wettgewinne steuerfrei» wäre irreführend, weil sie die Obergrenze unterschlägt.
Gewinne von Offshore-Anbietern werden in der Schweiz anders behandelt: Sie unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis kann diese Gewinne als steuerbares Einkommen behandeln, unabhängig von der Höhe. Der Kanton Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen. Wer in einem Kanton mit dieser Praxis spielt, sollte die Gewinne in der Steuererklärung deklarieren, auch wenn keine Verrechnungssteuer erhoben wurde.
Die Frage der «Wettsteuer» auf den Einsatz, wie sie in Deutschland oder Österreich erhoben wird, existiert in der Schweiz nicht. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer. Was es gibt, ist die Marge, die der Anbieter einbehält, und sie ist über alle Wettarten hinweg eingebaut, ohne separate Besteuerung des Einsatzes.
Häufige Fragen
Welche Wettanbieter sind in der Schweiz erlaubt, und wer vergibt die Bewilligung?
In der Schweiz sind nur zwei Organisatoren zugelassen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, und Loterie Romande mit Jouez Sport für die Westschweiz. Die Bewilligungen (Veranstalter- und Spielbewilligung) werden von der Gespa nach dem Geldspielgesetz erteilt und sind nicht übertragbar.
Wie viele Wettanbieter für Sportwetten gibt es in der Schweiz tatsächlich?
Zwei. Die Zahl ist gesetzlich auf zwei Organisatoren begrenzt und wird durch die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 abgesichert. Jeder weitere Anbieter arbeitet ohne Schweizer Bewilligung und hat in der Schweiz keine rechtliche Grundlage.
Was bedeutet es für Spielende, wenn ein Anbieter nur eine Lizenz aus dem Ausland besitzt?
Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung. Das bedeutet konkret: keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, keine Schweizer Aufsichtsbehörde als Anlaufstelle, keine garantierte Auszahlung auf ein Schweizer Bankkonto, und mögliche strafrechtliche Folgen für den Anbieter selbst (bis zu 5 Jahren für kommerzielle Organisation), aber nicht für die Spielenden.
Welcher Wettanbieter hat die besten Quoten, und weshalb lässt sich das nicht dauerhaft festlegen?
Die besten Quoten wechseln stündlich, je nach Markt und Anbieter. Was sich vergleicht, ist die Marge pro Markt, und sie schwankt zwischen 4 % und 10 % je nach Sportart und Wettart. Eine dauerhafte «beste Quote» gibt es nicht, weil Anbieter ihre Quoten in Echtzeit anpassen, um das eigene Risiko zu steuern und die Marge zu sichern.
Wohin werden Gewinne ausgezahlt, und warum nur auf ein Konto im eigenen Namen?
Bei lizenzierten Schweizer Anbietern erfolgt die Auszahlung auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto auf den Namen des Kontoinhabers. Das ist regulatorisch vorgeschrieben (Art. 50 VGS) und dient der Geldwäschereibekämpfung. Wer auf ein Konto im Namen einer anderen Person auszahlen lassen will, kann das nicht, und der Versuch wäre Compliance-relevant. Diese Regel gilt unabhängig vom Auszahlungsbetrag.
Was ist die Sperrliste der Gespa, und wie wirkt sie auf ausländische Wettseiten?
Die Sperrliste ist ein Verzeichnis ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter via DNS blockieren. Sie umfasste Ende 2025 671 Domains und wird von der Gespa laufend aktualisiert. Die Wirkung ist real, aber durch Domain-Hopping begrenzt: Sobald ein Anbieter eine neue Domain registriert, kann er für Stunden wieder erreichbar sein, bis die Liste angepasst wird. Die Sperrliste ersetzt keine individuelle Sperre und keine Selbstkontrolle.
Vergleich – livewettench
Inhalt erstellt vom Team «livewettench»
