Wetten auf Favoriten – was die niedrige Quote wirklich bedeutet

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball liegt auf dem Anstosspunkt eines leeren Rasenplatzes im dichten Morgennebel.

Wer auf den Favoriten setzt, wettet auf das, was alle sehen – und kassiert eine Quote, die das auch weiss. Die Quote 1.50 auf einen klaren Sieger ist kein Schnäppchen, sondern das Eingeständnis des Marktes, dass dieses Ergebnis wahrscheinlich ist. Was der Buchmacher nicht offen ausspricht: Von dieser Wahrscheinlichkeit hält er seinen Anteil ab, bevor die Rechnung beim Wettenden ankommt. Die folgenden Abschnitte erklären, wie Favoritenwetten in der Schweiz funktionieren, was die Quote tatsächlich über Wahrscheinlichkeit aussagt, welche Anbieter hierfür bewilligt sind und welche Limits dabei zu beachten sind.

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300'000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1'000'000.

Stand: Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Spielregeln von Swisslos Sporttip und die Bewilligungspraxis der Gespa.

Was eine Favoritenwette ausmacht – und warum die Quote keine Garantie ist

Eine Favoritenwette setzt auf das Ereignis, das der Markt für am wahrscheinlichsten hält. Die Quote drückt diese Wahrscheinlichkeit aus – je tiefer die Quote, desto höher die eingeschätzte Wahrscheinlichkeit, desto tiefer aber auch der mögliche Gewinn. Eine Quote von 1.20 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von rund 83 Prozent, eine Quote von 1.50 etwa 67 Prozent, eine Quote von 2.00 etwa 50 Prozent. Das ist keine Prophezeiung, sondern eine Schätzung des Buchmachers, die aus Form, Direktduellen, Verletzungen und Heimvorteil gespeist wird.

Eine leere Tartanbahn einer Leichtathletikanlage am frühen Morgen, Tau auf den Rasenflächen daneben und tiefstehende Sonne.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Das Entscheidende fehlt in dieser Rechnung: die Marge. Der Buchmacher baut in jede Quote einen Aufschlag ein, der ihm gehört, egal wie das Spiel ausgeht. Eine faire Wette ohne Marge würde auf einen Favoriten mit 70 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Quote von etwa 1.43 ergeben. Steht der Favorit bei 1.35, ist der Unterschied nicht nur Pech – es ist der Preis, den der Wettende für die Dienstleistung des Buchmachers bezahlt. Wer Favoriten spielt, spielt genau dort, wo die Marge den grössten Teil der Quote auffrisst.

Drei Punkte, die eine Favoritenwette von anderen Märkten unterscheiden:

Beispielrechnung für eine Einzelwette zu 1.50 mit Einsatz 20 Franken: Gewinn = 20 × 1.50 = 30 Franken, Reingewinn 10 Franken. Bei einer fairen Quote von 1.43 wäre der Reingewinn 8.60 Franken. Die Differenz von 1.40 Franken ist der Preis der Marge – bei jeder einzelnen Wette.

Die Marge im Zweier-Markt: was sie kostet

Die Berechnung der Marge braucht nur ein Beispiel. Für eine faire Wette, bei der der Buchmacher nichts verdient, müsste die Summe der Kehrwerte aller Quoten genau 1.00 ergeben. Liegt sie darüber, hält der Buchmacher die Differenz.

Eine Steintreppe mit Geländer führt zu einer hohen Holztür eines alten Gebäudes, Herbstlaub liegt auf den Stufen.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Nehmen wir einen Markt mit zwei möglichen Ausgängen, beide zu Quote 1.90 – das ist kein echter Favorit, sondern ein Beispiel für die Mechanik. Die Summe der Kehrwerte: 1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90 ≈ 0.5263 + 0.5263 ≈ 1.0526. Die Auszahlungsquote – der Anteil, den der Markt an die Wettenden zurückgibt – ist 1 ÷ 1.0526 ≈ 95 Prozent. Die Marge des Buchmachers liegt bei rund 5 Prozent, je nach Marktauf. Auf einem Favoritenmarkt mit Quoten um 1.30 und 4.50 sieht die Rechnung ähnlich aus, mit dem Unterschied, dass die Marge beim niedrigen Ausgang stärker zu Buche schlägt.

In der Praxis schwankt die Marge je nach Sport, Markt und Anbieter. Bei Top-Fussball-Ligen liegt sie typischerweise zwischen 3 und 8 Prozent, bei Randmärkten und Livewetten oft darüber. Wer auf Favoriten setzt, sollte die Marge kennen – sie ist der einzige Preis, den jeder Wettende bezahlt, ob die Wette gewinnt oder verliert.

Strategien rund um Favoriten – was Statistik kann und was sie nicht kann

Form, Direktduelle und Verletzungen sind die Bausteine, mit denen Buchmacher und Wettende Favoriten einschätzen. Sie sind nützlich, aber sie haben Grenzen.

Form sagt, wie ein Team in den letzten Wochen gespielt hat. Fünf Siege in Folge sind ein stärkeres Signal als drei, aber die Buchmacher kennen die Form bereits – sie ist in der Quote eingepreist. Wer nur die Form liest, liest, was alle lesen.

Direktduelle zeigen historische Muster: Wer hat in den letzten Begegnungen gewonnen, wie oft, mit welchen Torunterschieden. Sie sind ein Mosaikstein, kein Urteil. Ein Team kann sich seit dem letzten Duell verändert haben – neuer Trainer, neue Spieler, neue Taktik.

Verletzungen sind kurzfristig oft der wichtigste Faktor. Fällt der Torjäger aus, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Siegs, die Quote steigt. Aber: Welche Spieler verletzt sind, ist öffentlich, und die Quote reagiert darauf. Wer auf eine Verletzung wettet, die noch nicht im Markt ist, hat einen Informationsvorsprung – wer nur die Liste der Verletzten liest, hat keinen.

Was diese Statistik nicht kann: das Spiel voraussagen. Fussball, Tennis, Eishockey – alles hat Zufallskomponenten, die kein Modell erfasst. Ein Elfmeter in der 89. Minute, ein Platzverweis, ein Sonntagsschuss – all das ist in der Quote nicht enthalten, weil niemand es vorhersieht. Die Quote ist die beste Schätzung des Marktes vor dem Spiel, kein Versprechen für danach.

Drei Strategien, die rund um Favoritenwetten häufiger auftauchen, und was sie taugen:

Was bleibt: Favoritenwetten sind eine Wette gegen den Zufall mit dem Nachteil der eingebauten Marge. Wer sie spielt, der spielt das Spiel des Buchmachers – auf dessen Spielfeld, mit dessen Regeln, mit dessen Preis.

Die Rangliste der Favoriten-Märkte: wo die Marge am dünnsten ist

Nicht jeder Markt kostet gleich viel Marge. Die folgende Einordnung zeigt, wo Favoriten typischerweise am günstigsten zu haben sind, geordnet nach geschätzter Margenhöhe von niedrig nach hoch. Die Reihenfolge ist eine Einschätzung auf Grundlage typischer Quotenstrukturen, keine Garantie für jede Wette.

Markt Geschätzte Marge Was es für Favoriten heisst
Top-Fussball-Ligen (Super League, Premier League, Bundesliga) 3–5 % Die engsten Märkte – Favoritenquoten kommen der fairen Quote am nächsten.
Champions League, Europa League k. A. International, leicht höhere Marge, dafür oft tiefere Quoten auf die klaren Favoriten.
Tennis-Grand-Slams k. A. Zwei-Ausgang-Märkte, Favoritenquoten oft zwischen 1.20 und 1.50.
NHL, NBA k. A. Hohe Liquidität in den US-Ligen, ähnliche Margen wie Top-Fussball.
Ungerade Sportarten, untere Ligen k. A. Weniger Aufmerksamkeit, weniger Daten, höhere Marge – Favoriten kosten hier mehr.

Die Spalte zur Marge beruht auf typischen Marktbeobachtungen und nicht auf einem konkreten Datum. Wer einen Markt prüft, sieht die Marge, indem er die Kehrwerte der Quoten addiert und von 1 subtrahiert – bei jeder Wette, jedem Mal neu. Die Tabelle zeigt das Prinzip; der Wettschein zeigt den Preis.

Welche Turniere für Favoritenwetten bewilligt sind

Die Schweiz erlaubt nur, was auf einer geschlossenen Liste steht. Die Gespa-Liste der bewilligten Sportwetten vom 10.09.2026 führt Sportarten, Turniere und Wettarten auf, die in der Schweiz angeboten werden dürfen – alles andere ist tabu. Für Favoritenwetten heisst das: Die klassischen grossen Fussball-Ligen sind ebenso auf der Liste wie Grand-Slams im Tennis und die NHL, während Randmärkte oft fehlen. Qualifikationsrunden stehen nur auf der Liste, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie namentlich genannt sind, und Eckball- oder Kartenmärkte sucht man auf der Liste vergeblich. Wer eine Wette platzieren will, die auf der Liste fehlt, kann sie in der Schweiz legal nicht spielen – und bei einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung riskiert er, dass sein Gewinn nicht geschützt ist.

Die Rangliste: zehn Anbieter für Favoritenwetten im Vergleich

In der Schweiz dürfen nur zwei Anbieter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Die übrigen Anbieter in dieser Liste haben keine Schweizer Bewilligung – sie sind ausländische Marken, die Schweizer Spielerinnen und Spieler über das Internet erreichen, aber hier nicht zugelassen sind. Die Liste dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / gemeldete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne
GG.BET Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar
1Bet Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar
Playzilla Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar
ZotaBet Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar
Betify Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar
HornetBet Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar
Coolzino Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar
Wettigo Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar

Swisslos Sporttip – das Standardangebot für die Deutschschweiz

Swisslos ist eine der beiden Organisationen, denen die interkantonale Vereinbarung die Durchführung von Sportwetten in der Schweiz anvertraut. Das Produkt heisst Sporttip, das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; alle anderen schauen von aussen zu.

Was Sporttip für Favoritenwetten bietet, ist ein vollständiges Wettprogramm mit Einzel-, Kombi- und Systemwetten, Prematch und Live, dazu Quotenboosts und einen Kombiboost, der ab vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 den Nettogewinn stufenweise erhöht – 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Der Mindesteinsatz liegt bei 1 Franken, der Höchsteinsatz bei 1’000 Franken pro Einzel- oder Kombiwette und 10’000 Franken pro Systemwette. Bei Sporttip gilt eine Wette auch dann, wenn das Ereignis nicht live übertragen wird, und Wetten, die nach dem tatsächlichen Ausgang platziert werden, werden mit Quote 1.00 gewertet – sie zählen, geben aber keinen Gewinn.

Wer bei Swisslos Sporttip auf Favoriten setzt, spielt im einzigen legalen Schweizer Markt mit vollem Spielerschutz: Verlustlimiten werden vor der ersten Teilnahme für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, und das Wallet ist durch eine schweizweite Spielsperre mit Casinos und Liechtenstein verbunden. Was hier fehlt: kein Schweizer Anbieter kann eine breitere Plattform sein als das, was die Liste der bewilligten Sportwetten zulässt – Eckbälle, Kartenmärkte und Esports stehen nicht auf der Liste.

Loterie Romande Jouez Sport – das Gegenstück in der Westschweiz

Loterie Romande führt mit Jouez Sport das sportwetten-rechtliche Gegenstück zu Swisslos, zuständig für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz in Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, 221 Mitarbeitende. Wer dort wohnt, kann online ein Konto eröffnen – alle anderen nicht.

Bei Jouez Sport ist der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette auf 300’000 Franken begrenzt, für alle Gewinne eines Multiples zusammen auf 1’000’000 Franken. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Mindestquote liegt bei 1.10, die Höchstquote bei 100’000. Eine Wette, die nach dem tatsächlichen Ausgang platziert wird, wird nicht angenommen. Das ist die zweite Seite des Schweizer Marktes: streng reguliert, klar abgegrenzt, vollständig im Schweizer Recht verankert.

Was Jouez Sport von Swisslos unterscheidet, ist nicht die Sportwetten-Mechanik – die ist ähnlich –, sondern die Verfügbarkeit: Wer im Vertragsgebiet der anderen Organisation wohnt, kann sich dort nicht online registrieren. Für Favoritenwetten heisst das: Die Quote ist vergleichbar, das Schutz-Niveau identisch, der Zugang ein Frage des Wohnsitzes.

GG.BET, 1Bet, Playzilla, ZotaBet, Betify, HornetBet, Coolzino und Wettigo – die ausländische Seite

Alle übrigen Anbieter dieser Liste haben keine Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Kraft, das stellt Artikel 4 des Geldspielgesetzes klar. Die Konsequenzen, die eine Schweizer Spielerin oder ein Spieler trägt:

Was diese Anbieter oft bieten, ist ein breiteres Wettprogramm als die Schweizer Liste – andere Ligen, mehr Märkte, manchmal auch Livewetten zu Randzeiten. Was sie nicht bieten, ist Schweizer Schutz. Eine Wette ohne Schweizer Bewilligung zu platzieren, ist für die Spielerin nicht strafbar, aber Einzahlung und Gewinn können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Stelle, die faire Quoten kontrolliert.

Was die Schweizer Regeln konkret bedeuten

In der Schweiz ist Online-Sportwetten ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, das seit 1. Januar 2019 in Kraft ist und von der Gespa – der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern – beaufsichtigt wird. Die ESBK, die in der Schweiz Casinos überwacht, ist hier nicht zuständig. Wer eine Bewilligung will, braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel, beides nach Art. 21–25 BGS. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt – Swisslos und Loterie Romande.

Die Schweiz hat keine «Liste der empfohlenen Buchmacher». Wer hier lebt und online Sportwetten platzieren will, hat die Wahl zwischen den beiden – und den Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet. Alles andere ist ein anderes Rechtsregime, in dem Schweizer Regeln nicht gelten.

Was gespielt werden darf und was nicht

Das Wettprogramm in der Schweiz ist eine geschlossene Liste. Die Gespa-Liste vom 10. September 2026 führt Sportarten, Turniere und Wettarten auf, die in der Schweiz angeboten werden dürfen. Was nicht auf der Liste steht, darf in der Schweiz nicht angeboten werden – nicht von Swisslos, nicht von Loterie Romande. Eckball-Märkte, Kartenmärkte und Esports sind auf dieser Liste nicht zu finden. Qualifikationsrunden sind nur dann zugelassen, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie namentlich genannt werden. Rangwetten stehen nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe dürfen nie gewettet werden. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS gesperrt.

Diese Liste ist nicht bloss eine Empfehlung – sie ist die Grenze dessen, was in der Schweiz legal gespielt werden darf. Wer auf einen Markt wettet, der nicht auf der Liste steht, hat bei einem Schweizer Anbieter gar keine Möglichkeit dazu. Bei einem ausländischen Anbieter geht es – aber nicht im Schutz des Schweizer Rechts.

Was die Spielerin, der Spieler beachten muss

Ab 18, mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet des Anbieters, ohne Spielsperre, mit verifizierter Identität – so lautet die Grundregel für ein Online-Konto bei Swisslos oder Loterie Romande. Wer schon ein Konto hat, darf kein zweites eröffnen. Die Daten werden aus einem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Eine Spielerin oder ein Spieler unter 18 hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Die Spielerin setzt ihre eigenen Limiten – nicht der Staat. Art. 87 VGS verlangt vom Veranstalter, dass er eine oder mehrere Maximalwerte für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust vorsieht. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz erst nach 24 Stunden. Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an, länger als das gesetzliche Minimum. Wer bei Swisslos eine Erhöhung beantragt, wartet drei Tage, bis sie greift – eine Schutzfrist, die Zeit zum Nachdenken lässt.

Die Spielsperre ist im Soll des Gesetze verankert: wer sich selbst sperren lässt, wird in ein gemeinsames Register eingetragen, das für Casinos und Online-Casinos sowie in Liechtenstein greift. Eine freiwillige Sperre lässt sich vor Ablauf der Frist nicht aufheben – Swisslos erlaubt Sperren von 1 bis 180 Tagen, eine unbefristete Sperre gilt schweizweit. Eine Selbstsperre von bis zu sechs Monaten muss nach Art. 89 VGS angeboten werden, eine Aufhebung erst nach drei Monaten (Art. 84 VGS) und nur mit einer Fachstelle.

Was die Spielerin oder der Spieler selbst in der Hand hat: Limiten setzen, senken statt erhöhen, bei einer Pechsträhne eine Pause einlegen und die Sperrspuren annehmen, wenn das Spielen zu viel wird.

Steuern, Zahlungen, Werbung

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn – der Bund legt die Grenze auf 1’071’000 Franken ab 1.1.2026 (1’070’400 Franken im Jahr 2025), der Kanton kann tiefer liegen, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» gilt. Liegt ein Gewinn darüber, zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die mit der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender bleibt weit unter dieser Grenze – kein Einkommen, keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Gewinne ausländischer Anbieter kennen keine Verrechnungssteuer; der Kanton Thurgau behandelt sie als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag, andere Kantone teils ebenso. Eine pauschale Aussage zur Besteuerung von Auslandsgewinnen gibt es nicht – die kantonale Steuerverwaltung weiss mehr.

Auf den Einsatz fällt keine Schweizer Wettsteuer – eine solche Steuer existiert in der Schweiz nicht.

Wer seine Gewinne auszahlt, gibt ein Bank- oder Postkonto auf den eigenen Namen an. Anonyme Auszahlungen gibt es in der Schweizer Lizenz, keine Krypto-Auszahlungen, kein Kredit an Spielerinnen und Spieler (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in seinen Bedingungen. Die Schweiz kennt kein Werkzeug, mit dem Banken oder Karten Zahlungen an unbewilligte ausländische Anbieter blockieren – wer dort einzahlt, tut es auf eigene Verantwortung.

Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit Busse bis 500’000 Franken geahndet werden (Art. 131 BGS). Werbung für bewilligte Anbieter darf nicht in aufdringlicher oder minderjährigen-gerichteter Weise erfolgen. Gratiswetten und Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa – die Voraussetzungen stehen in den Bedingungen des Anbieters, nicht in der Werbung.

Verantwortungsvolles Wetten – warum auch der klare Favorit ein Risiko bleibt

Auch ein klarer Favorit verliert Spiele. Die Quote 1.20 auf einen Top-Verein sagt: 83 Prozent Wahrscheinlichkeit – und 17 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass es anders kommt. Bei 100 Wetten à 20 Franken Einsatz auf denselben Favoriten landen im Schnitt 17 davon als Niete. Wer das ignoriert, verliert nicht wegen Pech, sondern wegen Rechenfehler.

Die Spielerin, der Spieler schützt sich selbst. Drei Punkte, die jedes Gespräch über Wetten begleiten sollten:

Eine Favoritenwette ist keine sichere Wette. Sie ist eine Wette mit besserer Quote – und mit demselben Risiko, das jede Wette trägt. Wer das akzeptiert, spielt bewusst. Wer es ignoriert, spielt gegen sich selbst.

Häufige Fragen

Warum ist die Quote auf einen Favoriten niedrig, und was sagt sie über die Wahrscheinlichkeit aus?

Eine tiefe Quote spiegelt eine hohe geschätzte Wahrscheinlichkeit wider – eine Quote von 1.20 entspricht rund 83 Prozent, eine Quote von 1.50 etwa 67 Prozent. Das ist die Einschätzung des Marktes aus allen verfügbaren Informationen, nicht ein Versprechen. Eingebaut in jede Quote ist zudem die Marge des Buchmachers, weshalb die tatsächliche Auszahlung immer unter dem liegt, was die faire Quote ergeben würde.

Wie wirkt sich die Marge des Buchmachers auf Wetten auf Favoriten aus?

Die Marge schmälert die Auszahlungsquote – bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90/1.90 liegt sie typischerweise um 5 Prozent, das heisst der Markt gibt rund 95 Prozent der Einsätze zurück und der Buchmacher behält den Rest. Bei Favoriten fällt die Marge prozentual stärker ins Gewicht als bei Aussenseitern, weshalb die effektive Auszahlung dort tiefer ausfällt, wo die Quote am niedrigsten ist.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Einzelwette mit CHF 20 Einsatz und Quote 1.50?

Der Gewinn ist Einsatz mal Quote: 20 × 1.50 = 30 Franken, der Reingewinn 10 Franken. Bei Sporttip wird der Betrag auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet, was bei kleineren Beträgen zu minimalen Abweichungen führen kann.

Warum zählen Favoriten mit sehr niedriger Quote oft nicht für den Kombiboost, der Quoten ab 1.50 verlangt?

Der Sporttip-Kombiboost verlangt pro Voraussage eine Mindestquote von 1.50, damit der Bonus auf den Nettogewinn greift – 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen. Wer einen Favoriten unter 1.50 einbaut, erreicht diese Schwelle nicht und verzichtet auf den Bonus. Wer den Boost will, muss seine Auswahl an die Quote anpassen.

Welche Turniere und Wettarten für Favoritenwetten sind in der Schweiz bewilligt?

Die Gespa-Liste der bewilligten Sportwetten vom 10.09.2026 führt die erlaubten Sportarten, Turniere und Wettarten auf – alles ausserhalb dieser Liste darf in der Schweiz nicht angeboten werden. Eckball- und Kartenmärkte fehlen ebenso wie Trainingsläufe und Veranstaltungen mit überwiegend minderjährigen Teilnehmenden. Wer einen Markt sucht, der nicht auf der Liste steht, muss bei einem Schweizer Anbieter zwingend passen.

Wie lassen sich Verlustlimiten setzen, damit Wetten auf Favoriten nicht zu grossen Verlusten führen?

Bei Swisslos und Loterie Romande werden die Verlustlimiten vor der ersten Teilnahme für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, mit einer Obergrenze von 9’999 Franken (1’000 Franken für unter 21-Jährige). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, was eine Schutzfunktion erfüllt. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Wer seine Limiten senkt statt erhöht, schützt sich selbst – die Frist ist Teil des Schutzes.

Inhalt erstellt vom Team «livewettench»